Musikalische Leckerbissen : Beeindruckender Auftakt im Friesendom

Die Akteure genossen den verdienten Applaus.
Die Akteure genossen den verdienten Applaus.

Die diesjährige Sommerkonzertreihe erlebte ihre Premiere. Singkreis St. Johannis und Solisten begeisterten das Publikum.

shz.de von
04. Juni 2018, 18:45 Uhr

„Das war eine großartige Eröffnung und Einstimmung auf die Sommerkonzertreihe“, stellte eine begeisterte Zuhörerin nach dem langanhaltenden Applaus fest. Der Abend stand unter dem Motto „Berge, Bäume, Wind, Stille, Meer – Die Natur als Sehnsuchtsort für uns Menschen“. Schauplatz war die gut besuchte St.-Johannis-Kirche in Nieblum, wo das Publikum bereits bei den ersten Tönen verstummt war und dem Orgelspiel Birgit Wildemans und dem Sopran – von der Empore gesungen von Aleksandra Wolska – lauschte. In der Folge bot der Singkreis St. Johannis anspruchsvolle Chormusik zunächst von Heinrich Schütz und Ralph Vaughan Williams, begleitet von dem Pianisten Dirk Kelm und dessen Ehefrau Angelika Zastrow-Kelm mit der Violine.

Besonders bei dem lettischen Volkslied „Puti, puti veja mate“ gaben die Akteure dem Wind mit ihrer Stimme eine ständig wechselnde ausdrucksstarke Bildsprache. Die Stimme als Instrument in verschiedenen Tonlagen von stürmisch bis ganz langsam zum abflachenden Wind – eine beeindruckende Darbietung.

Begeistert war das Publikum auch von der jungen Abiturientin Emilia Marienfeld aus Borgsum mit der Fiddle und Birgit Wildeman am Klavier. Traditionelle Klänge aus England, Irland und Schottland spielte Marienfeld rhythmisch und schwungvoll. Jung und Alt wippte mit den Füßen oder schlug den Takt auf seinem Oberschenkel und mancher hätte wohl gerne getanzt. Mit lauten Bravo-Rufen dankte das Publikum der jungen Fiddle-Spielerin.

Eine weitere Besonderheit bot der Chor mit der Nationalhymne von Grönland in grönländischer und deutscher Sprache. Die Sängerin und Grönland-Liebhaberin Eva Lach hatte das Lied aus ihrem Urlaub mitgebracht und übersetzt.

Zunächst abschließend bot der Singkreis das bekannte Abendlied „O, du stille Zeit“ von Joseph von Eichendorff in friesischer und deutscher Sprache und das Ehepaar Kelm interpretierte sehr konzentriert und stimmig die Sonate für Violine und Klavier Op. 82 von Edward Elgar.

Für die jungen Musikerinnen Emilia Marienfeld und Ella Rosenberg war dieser Abend auch ein Abschied. Marienfeld wird sich ein Jahr in Schottland aufhalten und hofft, dort ein Musikstudium absolvieren zu können. Rosenberg studiert bereits in Lübeck an der Musikhochschule und bereitet sich auf ihren Abschluss als Kirchen- und Schulmusikerin vor. Beide hatten mit einem beeindruckenden Orgelspiel einen besonderen Dank für die gemeinsame Zeit für Birgit Wildeman vorbereitet.

Verabschiedet wurden auch Claudia und Andreas Veith. Pastor Philipp Busch tat dies mit den Worten: „Sie verlassen die Insel, um ihren Kindern auf dem Festland näher zu sein. Schade, dass sie es tun – schön, dass ihr hier wart.“

Passend zu Föhr beschenkte der Chor das Publikum schließlich mit dem Chanson „Le Mer“ von Charles Trenet. Eine kleine Abschlussmeditation der verschiedenen Stimmungen der See und der Wellen, auf denen sich das Sonnenlicht und die Wolken spiegeln.

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