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Unsere Stadt soll schöner werden : Baustellen-Parade in Wyk

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Jeden Tag anders: Asphaltierungen, Splittarbeiten und die Grabungen an den Regenwasserkanälen bestimmen derzeit das Bild.

shz.de von
erstellt am 23.Jun.2017 | 13:30 Uhr

Die Sonne pappte es an den Asphalt – auf Grund des guten Wetters der letzten Tage waren die neuen Markierungsstreifen auf dem Heymannsparkplatz binnen sechs Minuten trocken. Durchgetrocknet! „Genau genommen ist das auch keine Farbe, das ist Thermoplastik“, sagt Bauamtsmitarbeiter Thomas Pielke. Auf 200 Grad hocherhitzt und drei Millimeter dick aufgebracht. Man habe sich erstmals für diese sehr viel haltbarere Variante entschieden. „So brauchen wir nicht alle sechs Jahre neu zu markieren, denn jetzt sollte es mindestens doppelt so lange halten“, erklärt Pielke. Die angekündigte einwöchige Sperrung des dringend benötigten Parkraumes war nach wenigen Tagen wieder aufgehoben. „Die lange Sperrfrist ist ein Sicherheitspuffer. Irgendeinen trockenen Tag sollte es innerhalb so einer Spanne geben“, sagt Pielke zur Lage. In der kälteren Jahreszeit oder bei feuchtem Untergrund hätte man ein riesen Trocknungsgerät gebraucht, was sehr viel Geld gekostet hätte.

Wyk als Baustelle – so nehmen es derzeit Touristen wie Einheimische wahr: Heymannsparkplatz, die jährlichen Splittarbeiten auf beiden Inseln, dazu Asphaltierungen auf den Wirtschaftswegen und dann natürlich der Riesenaufriss vor Stöpe und Fischmarktkaje und derzeit an der Einmündung Königs-/Große Straße, wo die Regenwasserkanäle Stück für Stück entlang Königs-/Hafenstraße vom aktuellen Innendurchmesser 300 Millimeter auf künftig Minimum 500 (durch die Stöpe sogar 600) erneuert werden.

Derzeit startet also jeder Tourist gleich mit einer Baustelle in den Urlaub: Die Ampelanlage an der Fischmarktpier trennt die langen Schlangen von Ein- und Auswärts-Fahrern. Manch Bus- und Lkw-Fahrer wird sich mehr Gelenk für sein Vehikel wünschen, denn das Schlängelmanöver ist ein enges. Oben auf dem Deich sitzen die Zuschauer und schnappen sich die kurvigsten Ausblicke mit der Kamera weg.

Warum man das nicht im Winter hätte machen können, beschwert sich ein Wyker, seit 14 Jahren glücklicher Rentner und emsiger Stadtspaziergänger. „Wir müssen mit den Rohrarbeiten durch die Deichlinie an der Stöpe, und die darf laut Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) zwischen September und März nicht durchbrochen werden. Bleibt also nur das Frühjahr. Wobei wir Temperaturen brauchen, die über 15 Grad liegen, und trockenen Boden“, begründet Pielke die nicht für jeden Stadtbesucher nachvollziehbare Terminwahl im Juni. „Jetzt, so kurz vor der Saison, muss das sein?“ – „Wir brauchen einfach trockene Straßen“, sagt Pielke immer wieder. „Die Bürgerbeschwerden beim Bauamt halten sich aber in Grenzen“, fügt er hinzu.

Manch Touristen freuen die Löcher. Sie recken die Hälse in die Schächte. Ein Blick in das aufgerissene und abgestützte Erdreich ist mancherorts ein Rastplatz für große und kleine Entdecker. Ein Gast aus Hamburg hat seinen Sohn auf dem Mäuerchen platziert, weil da der Blick auf den Bagger am besten ist, der sich jeden Tag seinen Weg in die kleine Große Straße sucht. Noch bis Ende Juli – so ist es geplant – dauert die Sanierung der Regenwasserkanäle.

Die Splittarbeiten kommen von Föhr-Land diese Woche auch in Wyk an, wo sie sich durch die Stadt bis zum Südstrand und ins Gewerbegebiet ziehen werden. Drei Tage werden die Arbeiten dauern. Für einen Tag gehen Maschinen und Mannschaft nach Amrum rüber. Dann ist eine gute Woche Pause. „In der Zeit übernehmen die Autofahrer den Walzmodus, ehe der überschüssige Splitt mit einem Besenwagen abgeräumt wird“, erklärt Pielke. Erstmals wird ein temporäres Halteverbot ausgesprochen für die betroffenen Wege (Johannes-, Süder-, Friedrich-, Mühlen- und Feldstraße). Angekündigt wurde es schon; einen Tag vor den Maßnahmen tritt es in Kraft. „In den letzten Jahren hatte der 18-Meter-Dreiachser mit dem Splitt enorme Schwierigkeiten beim Einschwenken. Da war viel zu wenig Platz wegen parkender Autos. Zudem die Bäume dort auch sehr nah stehen“, sagt der Bauamt-Mann. Auch für die jährlichen Splittarbeiten brauche es eine Trocken- und Schönwettergarantie und mindestens 13 bis 15 Grad. Kann man so etwas also nicht machen, ehe die ersten Sommertouristen die Inseln stürmen? „Wir schreiben diese Arbeiten für Juni aus, weil es da eine Wettergarantie gibt. Wenn Sie mir garantieren, dass es im Mai warm und trocken wird, können wir drüber reden“, sagt Pielke immer noch freundlich. „Wenn es zu kalt ist, ist der Verbund schlechter, und die Abbrüche werden dann gleich von den Autofahrern mitgeschleppt.“

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