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NetzAusbau : Baustellen für schnelles Internet

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

In Wyk war Geduld gefragt: In vielen Bereichen der Stadt wurde in den vergangenen Monaten am Ausbau der Breitbandversorgung gearbeitet.

shz.de von
erstellt am 21.Apr.2017 | 12:30 Uhr

Es war nicht zu übersehen: Die Straßen in der Wyker Innenstadt wurden in den vergangenen Monaten teilweise aufgerissen und Bauarbeiten führten zu Behinderungen des Verkehrs. Hintergrund: Die Telekom war von der Bundesnetzagentur für Telekommunikation aufgefordert worden, vorgegebene Bereiche in ländlichen Regionen mit VDSL (Very High Speed Digital Subscriber Line) zu versorgen. Ein Vorhaben, von dem Wyk flächendeckend betroffen war.

Es galt, den Zeitrahmen abzustimmen und die erforderlichen Genehmigungen einzuholen. Denn logistisch bedeuten schon die erforderlichen Anträge für die Arbeiten einigen Aufwand. „Im ersten Schritt wird der Antrag für die Verlegung des Glasfaserkabels gestellt, im zweiten der Standort für die Verteilerkästen bestimmt“, erklärt Bauamtsmitarbeiter Thomas Pielke. Einige der Multifunktionsgehäuse seien an belebten Straßen aufgestellt und könnten die Sicht der Anlieger behindern. Doch in den meisten Fällen überwog die Freude über den Zugang zum schnellen Internet und es habe seitens der Einwohner kaum Einwände gegeben.

Insgesamt 18 Stränge wurden seit Oktober verlegt, wobei Glasfaserkabel von einem zum nächsten Multifunktionsgehäuse geführt werden. Für jeden Strang galt es, einen eigenen Antrag zu stellen. Bei den Multifunktionsgehäusen handelt es sich um aktive Kabelverzweiger, die die Technik näher an die Kunden bringen und somit den Datenweg über das leistungsschwächere Kupferkabel verkürzen. Um auch hier auf dem neuesten technischen Stand zu sein, wurden die in die Jahre gekommenen Kästen durch neue, größere und digitale ersetzt. Diese sollen im Sommer – nach Absprache mit den jeweiligen Anwohnern – statt des langweiligen Einheitsgraus einen moosgrünen Anstrich erhalten und so weniger auffällig die Straßen zieren.

Da die große Anzahl bereits verlegter Leitungen in den öffentlichen Flächen eine offene Bauweise nicht zuließ, hatte sich die Stadt für das Horizontalspülbohrverfahren entschieden, um die Leitungen unterirdisch zu verlegen. Mit dem positiven Effekt, dass der Verkehr weniger behindert wurde. „Gebohrt wird jeweils von einer Press- zu einer Zielgrube. Letztere liegt in der Regel in der Nähe eines Verteilerkastens“, beschreibt Pielke das Verfahren. Dieser Vorgang sei in 18 Strängen passiert – vom Südstrand bis zum Greveling und am Fötjem in Wrixum, sodass neben Wyk auch ein Teil des Nachbarortes komplett abgedeckt werden konnte.

Um die volle Bandbreite von 100 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) zu erreichen, sollten die Verteilerkästen in einem Abstand von zirka 500 Metern aufgestellt sein. Diesen Radius decke ein Strang ab, ehe die Leistung abnimmt. Da im Gewerbegebiet und im Hafen keine Multifunktionsgehäuse aufgestellt sind, würden hier vermutlich 50 Mbit/s erreicht, so Pielke. Spätestens bis zum 15. Mai sollen die Leitungen in Wyk flächendeckend in Betrieb genommen werden. Teilweise sei das Maximum jetzt bereits erreicht.

Neben der regen Bautätigkeit in Sachen Strom und Gas gegen Ende des vergangenen Jahres in der Hafenstraße, die dem Einbau eines Heizkraftwerkes in den Keller des Amtsgebäudes geschuldet waren (wir berichteten), zeugten weitere Baugruben und Slalomstrecken in der Innenstadt in den vergangenen Monaten von der Verstärkung der Breitbandversorgung. Hier war man allerdings witterungsbedingt in Verzug geraten und hatte die Arbeiten im Herbst einstellen müssen. Angesichts der zunehmenden Gästezahl zu Weihnachten habe man sich schließlich entschieden, die Oberflächen zu schließen, sagt Thomas Pielke. Erst Ende Januar wurden die Arbeiten wieder aufgenommen und mittlerweile auch abgeschlossen.

Insgesamt habe es bis auf einen Schaden keine weiteren Probleme gegeben, so der Tiefbau-Fachmann weiter. Kurz nach Wiederaufnahme der Arbeiten sei bei der Verlegung der Kabel ein Schmutzwasserkanal Ecke Fehrstieg/Nieblumstieg getroffen worden. Mit dem Ergebnis, dass ein Meter des Rohres beschädigt war. „Es war kaum mehr Substanz des Rohres da, deshalb konnte der Schaden nicht unterirdisch behoben werden“, erklärt Pielke. Stattdessen musste die Straße geöffnet werden. Glück im Unglück: Die Reparaturarbeiten inklusive Straßensperrung konnten an einem Sonnabend erfolgen und innerhalb eines Tages behoben werden. Ein ungleich größeres Problem hätte sich werktags ergeben. Dann dient die Strecke nicht nur dem Busverkehr, sondern ist auch Anfahrtsweg für Betonmischer der Hotelbaustelle.

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