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Insel-Bote

21. September 2017 | 14:19 Uhr

In Oevenum : Baugebiet wird zum Grabungsfeld

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Archäologen finden Hinweise auf zwei Grubenhäuser. Trotzdem soll es keine wesentlichen Verzögerungen für Häuslebauer geben.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Die Planung ist nicht gefährdet und es kann auf jeden Fall gebaut werden. So jedenfalls war es von Dr. Martin Segschneider, Dezernatsleiter am Archäologischen Landesamt in Schleswig, zu erfahren. Er hatte den Archäologen Bente Majchczack damit beauftragt, eine archäologische Voruntersuchung am geplanten Oevenumer Neubaugebiet (südlich des Karkenstiegs) vorzunehmen. Solche Voruntersuchungen seien Standard, versichert Daniel Meer vom Bauamt des Amtes Föhr-Amrum, wenn der Verdacht naheliegt, dass sich archäologisch interessantes „Material“ im Boden befinde. Auch wenn die Kosten hierfür und für die noch folgende Hauptuntersuchung auf die zukünftigen Häuslebauer verteilt würden, brauche niemand zu fürchten, dass diese ins Unermessliche laufen würden, so Meer. Vielmehr seien solche Beträge nur ganz gering gegen die Erschließungskosten. Das bestätigt auch Oevenums Bürgermeisterin, Gisela Riemann, die im Übrigen an einem zügigen Weiterarbeiten interessiert ist.

Bereits bei früheren Grabungen auf Föhr ließ Majchczack keinen Zweifel daran, dass die Insel archäologisch eine wahre Schatzinsel sei, im Hinblick auf das zukünftige Neubaugebiet in Oevenum zeigte er sich dann aber doch nochmals überrascht: „Dass der Acker so voll ist, hätte ich nicht erwartet.“

So wurden Keramikscherben gefunden und Suchschnitte geben Hinweise auf mindestens zwei Grubenhäuser, kleine Gebäude, in denen Handwerk betrieben wurde. Webgewichte bestätigten, dass in diesen Häusern ein Webstuhl gestanden haben muss. Datiert, so Majchczack, würden die Funde auf die jüngere römische Kaiserzeit (4./ 5. Jahrhundert). Weiterhin seien etliche Gräben sichtbar, von denen keiner weiß, erläutert Segschneider, wofür sie eigentlich gebaut wurden, zumal sie überhaupt keine logische Struktur erkennen lassen. Das sei aber keine Föhrer Besonderheit, solche Grabenstrukturen seien anderenorts auch schon gesichtet worden.

Die Hauptuntersuchung, da sind sich alle Beteiligten einig, soll nun möglichst zügig vonstatten gehen.

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