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Abschlusskonzert auf föhr : Baltisch-romantisches Finale

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Schleswig-Holsten Musik Festival: Der Festival Chor Lübeck begeisterte im Friesendom

von
erstellt am 25.Aug.2013 | 19:39 Uhr

Es war das sechste und letzte Konzert auf Föhr im Rahmen des Schleswig-Holstein Musik Festivals, und es war eine grandiose Darbietung. Gespannt hatten die Besucher den Schleswig-Holstein Festival Chor Lübeck erwartet, dessen 45 Mitglieder aus aller Welt ein buntes und ausdrucksstarkes Programm unter der Leitung von Kaspars Putnins präsentierten.

Den Auftakt im Friesendom machte – passend zum diesjährigen Länderschwerpunkt „Baltikum“ – ein a-capella-Stück von Arvo Pärt aus Estland. Bereits hier hatte der Chor Gelegenheit, die Bandbreite seines Könnens zu demonstrieren. In einer weiten Spanne von den höchsten bis zu den tiefsten Tönen, die mit erfassenden Crescendi beziehungsweise Diminuendi verbunden waren, verfolgten die zahlreichen Zuhörer die Geschichte von der Taufe des heiligen Augustinus.

Eine verschwommene „Klangschicht“ unterlegte das schnell und exakt in kleinen Tonschritten Gesprochene, bis die Erzählung mit einem weichen und harmonischen „Amen“ geschlossen wurde. Die schlichten Dreiklänge verkörpern das Klangideal, das Arvo Pärt selbst „Tintinnabuli-Stil“ („Glöckchen-Stil“) nennt. Somit wurde das Konzert eingeläutet und der Chor erntete nach dem ersten Stück bereits wohlverdienten Applaus.

Instrumental bereicherte Hartmut Rohmeyer an der Orgel den Abend und spielte das Präludium und Fuge in c-Moll von Mendelssohn und aus Schumanns „Sechs Fugen über B-A-C-H“ sowie „Benedictus“ von Max Reger. Alle Stücke, sensibel durchdacht und Akzente setztend, harmonierten sehr gut mit dem Chorprogramm und zauberten einen romantisch-mystischen Klang in den Friesendom. Rohmeyer präsentierte die Werke in Transparenz, so dass trotz des ausgeprägten polyphonen Spiels jede Stimme fein herauszuhören war.

Dass das diesjährige Abschlusskonzert in der Nieblumer St.-Johannis-Kirche aufgeführt wurde, geschah auf Wunsch des Chores. Dankbar und stolz sei die Gemeinde darauf, hatte Pastor Philipp Busch betont, als er die Besucher begrüßte.

Diese sicherten sich mit begeistertem Applaus ihre Zugabe, bevor die Künstler und das angereiste Publikum die Überfahrt nach Dagebüll antraten.

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