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Insel-Bote

14. Dezember 2017 | 03:45 Uhr

Wyk : Aus Leseratten werden Akrobaten

vom

Dynamik, Bewegung und Magie: Föhrer Schulzirkus begeistert das Publikum in der Nationalparkhalle.

shz.de von
erstellt am 15.Mai.2013 | 08:30 Uhr

Wyk | "Nur" Kunststücke zu zeigen, war noch nie die Sache des Circus Mytilus. Und so spielte die diesjährige Vorstellung des Föhrer Schul-Zirkus, nach "Kaleidoskop" oder "Lok’O’motion", in einer Bibliothek und somit an einem eher beschaulichen Ort. Unter dem Motto "Bibliotheka Fantastika" gelang es den Artisten mühelos, die langweilige und verstaubte Lesestube in einen Ort voller Bewegung zu verwandeln. Zur Begeisterung des Publikums, das seine Freude hatte an Dynamik, Bewegung und Magie und mit tosendem Applaus nicht geizte.

Ein verdienter Lohn für den zirzensischen Nachwuchs, der am Fließband beeindruckende Artistik darbot. Wobei die Palette vom Spaziergang über das Drahtseil, dem Seilspringen auf der Laufkugel und Fahren auf dem Hoch-Einrad über Jonglage, Akrobatik und Tier-Dressur bis zur Schwarzlicht-Akrobatik, den fliegenden Feuerkeulen und beeindruckend in die Luft gezauberten Mustern der Feuer-Pois reichte. Dabei beeindruckten die Kinder und Jugendlichen der Zirkus-AG der Eilun-Feer-Skuul und der Grundschule Föhr-Land mit perfekter Körperbeherrschung, gelungenem Zusammenspiel und erstaunlicher Professionalität.

Nicht nur das Programm war eine Premiere, denn 47 teilnehmende Artisten stellten einen Rekord in der gut fünfjährigen Mytilus-Geschichte dar. So viele Neueinsteiger wie nie zuvor habe es gegeben, berichtet Volker Sonnenberg, überwiegend von der Grundschule. Ein Umstand, der bei Sonnenberg, "Erfinder" und Gründer der Arbeitsgemeinschaft, und seinen Zirkusdirektoren-Kollegen Alexander Damm und Rolf Ganzel für Bedenken gesorgt hatte. Unbegründete, wie sich herausstellen sollte, denn auch die "Neuen" trugen routiniert ihren Teil zum reibungslosen Ablauf bei.

Zwei Gründe nennt Sonnenberg für den enormen, schulübergreifenden Zuspruch für die Zirkus-AG. Zum einen liege - anders als beim Theater - die Latte nicht so hoch und man könne jeden mitnehmen, zum anderen sei das Trainerteam einfach gut. Ein Glück für die AG sei, so Sonnenberg, dass Alexander Damm, den es vor einiger Zeit beruflich auf das Festland gezogen hatte, weiterhin aktiv dabei sei und an jedem zweiten Wochenende nach Föhr komme. Zumal mit Boris Maretzke bereits ein Trainer aus beruflichen Gründen nicht mehr an Bord sei. Dessen Weggang zu kompensieren und dem großen Zulauf Rechnung zu tragen, entschieden die Verantwortlichen, dass ältere Artisten auch als Trainer fungieren, ihre Ideen einbringen und so den roten Faden des Programms mit gestalten.

Mit einem positiven Nebeneffekt, wie sich herausstellen sollte. In den Anfängen der AG, so Sonnenberg, habe man eine Artistin nach einem Jahr so weit gebracht, auf einer Laufkugel dreimal Seil zu springen. Mit der Unterstützung der älteren Artisten aber wurde auch die Effektivität erhöht. So hätten einige Neuzugänge innerhalb von zwei Monaten gelernt, auf der Laufkugel zu springen, als stünden sie auf dem Pausenhof.

Eine große Aufführung präsentiert der Circus Mytilus pro Jahr, auf die nächste Vorstellung müssen die insularen Zirkus-Fans folglich ein Jahr warten. Noch aber genießen alle die Nachwirkungen des diesjährigen Artistik-Spektakels. "So viel Lob haben wir bisher nach keiner Vorstellung bekommen", berichtet Volker Sonneberg von zufriedenen Artisten und Direktoren sowie begeisterten Zuschauern. Rund 350 waren es am zweiten Abend in der Nationalparkhalle, das ist eine neue Bestmarke - und damit ein weiterer Rekord.

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