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Große Pläne für den Wyker Hafen : Aus der Alten wird eine neue Mole

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Der Kai soll erhöht und umgestaltet werden. Außerdem soll am Anleger 1 ein zweiter Seiteneinstieg entstehen.

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erstellt am 07.Aug.2014 | 07:15 Uhr

Die Stadt hat mit einem Grundsatzbeschluss die Planungen für den Neubau der Alten Mole auf den Weg gebracht. Weit entfernt von einer modernen Hafenanlage, genügen deren Funktionalität und Erscheinungsbild längst nicht mehr den heutigen Anforderungen. Zudem hat der Zahn der Zeit für Beschädigungen gesorgt, die lediglich eine eingeschränkte Nutzung erlauben und deren Beseitigung regelmäßig erhebliche Unterhaltungsaufwendungen nötig machen.

Geplant ist nun die Erhöhung der gesamten Kaifläche auf das Niveau der benachbarten Hafenbereiche. Ein Schritt, der nicht nur der verbesserten Nutzung dienen, sondern auch die Häufigkeit der Überflutungen verringern würde. Darüber hinaus soll die stark verschlickte und deshalb gefährliche Niedrigwassertreppe einem Schwimmponton weichen. Vorteil: Ausflugsschiffe, vor allem aber Seenotrettungskreuzer könnten diesen bei Einsätzen gefahrlos nutzen. Schließlich soll am Molenkopf eine feste Slipanlage für Sportboote und Einsatzfahrzeuge der Rettungsdienste ihren Platz finden und die Voraussetzungen für den Bau eines Seiteneinstieges in Schwimm-Ponton-Ausführung im Bereich des Anlegers 1 geschaffen werden.

Der stammt aus den 1960-er Jahren, hat seine beste Zeit hinter sich und ist ebenso wie die Mole marode. Zudem ist die Brücke zu kurz, berichtet Axel Meynköhn, Geschäftsführer der Wyker Dampfschiffs-Reederei (WDR), „wenn die neuen Schiffe anlegen ist der Winkel vom Deck zur Brücke deutlich zu spitz“. Diese, bisher 20 Meter lang, soll durch einen 24-Meter-Neubau ersetzt werden.

Beide Maßnahmen sollen in einem Durchgang erfolgen, weshalb die Planungen derzeit aufeinander abgestimmt werden. Die Überlegungen des Hafenamtes sehen eine Verbreiterung des Binnenhafens vor, um die Anlegesituation zu verbessern. Erreicht werden soll dies durch eine längere und schrägere Pier.

Ein Gesamtpaket, das frühestens 2015 in Angriff genommen werden könnte und bei dem die Gretchenfrage programmiert war: Bekommt Wyk einen zweiten Seiteneinstieg oder nicht? Der Fußgänger-Zugang am Anleger 3 habe sich – nach anfänglichen Problemen – nicht nur bewährt, er laufe außerordentlich gut, betont Axel Meynköhn. Dessen Fazit: „Wir glauben, dass ein zweiter Seiteneinstieg in Wyk, dem am stärksten frequentierten der drei Häfen, nötig ist.“ Eine Einschätzung, die Ulrich Koch teilt: „Wenn ein Schiff von Amrum kommt, blockiert es den Dreier. Das Nadelöhr ist Wyk, mit dem Verkehr von und nach Amrum und Dagebüll.“

Die Pontonlösung wird favorisiert, da der Anleger 1 nach Aussage der Reederei lediglich die Funktion eines Ausweich- und Notanlegers hat. Mit dem charmanten Nebeneffekt, dass die technisch weniger aufwendige Lösung rund ein Drittel billiger ist. Die soll mit einem überdachten Aufenthalts- und Wartebereich versehen werden und zudem behindertenfreundlich beziehungsweise barrierearm daherkommen. Und hier müssen Hafenbetrieb und Reederei noch ein Problem lösen: Die älteren und neuen Schiffe haben unterschiedliche Deckshöhen, die Salondecks der „Uthlande“ und der „Schleswig-Holstein“ sind rund 70 Zentimeter höher als die der älteren Fähren. „Die Pontonlösung erfordert, dass wir diesen Höhenunterschied überbrücken müssen“, so Hafenchef Ulrich Koch. Eine Frage, die seinerzeit mit ausschlaggebend für den Bau eines Hydraulik-Anlegers gewesen sei.

Die Kosten für die Pier-Erweiterung, bei deren Umsetzung das Pegel-Häuschen des Landesbetriebes für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz am Molenkopf nach Möglichkeit durch einen Leuchtturm als Blickfang ersetzt werden soll, schätzt Ulrich Koch auf 3,4 Millionen Euro, zuzüglich einer Million Euro für den Seiteneinstieg.

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