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Visionen in Utersum : Aus dem Dornröschenschlaf wecken

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Utersumer Bürger und der Verein Föhrer Impulse präsentierten für die Dorfentwicklung Ideen, die sie rund ein Jahr lang gesammelt hatten.

Utersum soll nicht nur schöner, sondern vor allem wieder mit Leben gefüllt werden. Dies zu verwirklichen, hatten sich Dorfbewohner zu dem Arbeitskreis „Dorfentwicklung Utersum“ zusammengeschlossen. Unterstützt von dem Verein „Föhrer Impulse“ wurden ein Jahr lang zahlreiche Ideen erarbeitet, die nun von Luc Maréchal und Hermann Hinsberger (Föhrer Impulse) sowie dem Architekten Jan Lorenzen im Rahmen eines gut besuchten Informationsabends vorgestellt wurden.

„Im Vordergrund steht, insbesondere den Dorfkern wieder lebendiger zu machen“, beschrieb Maréchal das Ziel. Für dessen Realisierung den Planern größere Projekte vorschweben, aber auch viele kleinere, von denen einige bereits verwirklicht sind und andere zeitnah in Angriff genommen werden könnten. So wurden bereits Wege wieder gangbar gemacht und das Steinzeitgrab gesäubert. Einheitliche Hinweisschilder könnten folgen und die Fahrradwege neu und sicherer gestaltet werden. Weitere Ideen: Die im Dorf aufgestellten Oterbaankin sollen nach alten Überlieferungen neu gestaltet und eine Bronzetafel am Geburtshaus der Brüder Volkert und Boy Lorenzen angebracht werden. „Eine zusätzliche Anlaufstelle für Inselrundfahrten“, hofft Maréchal, denn die Brüder gehörten zur Mannschaft des legendären Zweimasters „Marie Celeste“, der 1872 menschenleer, unbeschädigt und mit gesetzten Segeln im Atlantik trieb. Bis heute ist der Verbleib von Besatzung und Passagieren ungeklärt.

Aufwendiger würde sich der Nachbau einer Bockwindmühle an ihrem ursprünglichen Standort Ecke Triibergem/Stegelk gestalten. Womit Maréchal den Bogen zu den wirklich dicken Brocken schlug. So soll der Kurgarten umgestaltet und mit einem achteckigen Pavillon versehen werden. Nicht billig, aber ein Schnäppchen im Vergleich zu dem mit Abstand teuersten Vorschlag. Der sieht die Restaurierung der Alten Schule vor, für die Jan Lorenzen einen Vorentwurf präsentierte. Demnach ist eine Verbindung zum Taarepshüs vorgesehen, um mehr Platz für Veranstaltungen, Ausstellungen und Konzerte zu schaffen. Und die Alte Schule, in der Luc Maréchal eine Lounge und ein Scherenmuseum installieren will, könnte, so die Vorstellung, Sitz der Tourist-Information werden. Zudem soll die Strandkorbvermietung künftig allein durch die Gemeinde und wie in Wyk von Badekarren aus erfolgen.

Hier tangieren die Planer allerdings auch die Interessen der Föhr Tourismus GmbH (FTG). Deren Geschäftsführer Jochen Gemeinhardt an diesem Abend nicht eingeladen war. Was der bedauerte: „Offiziell wurden wir nicht mit ins Boot genommen, was ich mehr als schade finde.“ Allerdings ließ der FTG-Chef auf Nachfrage unserer Zeitung keinen Zweifel daran, „dass wir auch künftig den Standort der Tourist-Information am Strand sehen“. Der sei für Utersumer Gäste die primäre Anlaufstelle, „hier haben wir eine neue Gastronomie und hier sind wir präsent, als Mieter und mit Verträgen“.

Dass auch die Utersumer ihrem Dorf mehr Leben einhauchen wollen, wurde an diesem Abend deutlich. Doch es gab auch kritische Anmerkungen. So drückte Jenny Sörensen für die Trachtengruppe die Sorge aus, dass neben dem Pavillon künftig kaum Platz für die regelmäßigen Auftritte der Tänzerinnen bliebe. Auch vor dem Verkehrschaos wurde gewarnt, sollte die Tourist-Info künftig in der Alten Schule ihren Platz haben. Und Hark Steinert warnte vor Aktionismus und warb für eine kommerzielle Nutzung des Gebäudes. „Lasst uns erst überlegen, was dort künftig angeboten werden soll, und dann die teure Restaurierung planen.“

Für die könnten, hofft Luc Maréchal, Fördergelder von der Aktiv-Region Uthlande fließen. Dass dennoch ein dicker Batzen auf die Gemeinde zukäme, machte Jan Lorenzen deutlich, der Kosten für die Sanierung der Alten Schule vorhersagte, die denen eines Neubaus entsprächen. Entscheiden müssen die Gemeindevertreter, wenn sie demnächst offiziell von den Plänen in Kenntnis gesetzt worden sind. Dass dies noch nicht geschehen sei, sagte die derzeitige Bürgermeisterin Göntje Schwab. Immerhin: Mit ihr und Harald Ganzel hatten sich an diesem Abend schon mal zwei Gemeindevertreter als Bürger Utersums informiert.

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erstellt am 14.Mär.2016 | 09:00 Uhr

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