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Theater zwischen Ebbe und Flut : Aufruhr im Küchenregal

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Vom kuckucklosen Kuckuck und dem mauselosen Skrupel: Das Föhrer Weihnachtsmärchen feierte eine gelungene Premiere.

Auch über 30 Jahre nach seinem ersten Auftauchen auf Föhr hat der Lebkuchenmann nichts von seiner Frische und Lebendigkeit verloren. Davon konnten sich die Besucher der Premiere des Weihnachtsmärchens des Theaters „Zwischen Ebbe und Flut“ im Kurgartensaal überzeugen. „Der Lebkuchenmann“, basierend auf einer Geschichte von David Wood, erfreute inzwischen zum dritten Mal kleine und große Insulaner in der Vorweihnachtszeit.

„Der Lebkuchenmann“ war übrigens recht kurzfristig ins Spiel gekommen. „Wir hatten eigentlich ein anderes Stück in der Planung“, berichtet Horst Hückstädt, Regisseur und Akteur des Theaters. „Während der Proben langweilte uns diese Geschichte aber immer mehr, und so beschlossen wir, den Lebkuchenmann wieder hervorzuholen“. Die Proben für diese Aufführung starteten dann erst im September, was, so Hückstädt, „eine recht sportliche Entscheidung war“. Doch das Ergebnis des Wechsels spricht für sich: Die Theatertruppe war spielfreudig wie eh und je.

Ort des Geschehens ist ein Küchenregal. Dort erscheint Herr von Kuckuck (Bernd Stüwe), der als „kuckuckloser Kuckuck einer Kuckucksuhr“ Gefahr läuft, im Mülleimer zu landen. Doch Fräulein Pfeffer (Bärbel Hägermann) und Herr Salz (Vincent Ellmers) wollen dies verhindern. Fräulein Pfeffer, die sich einen aufregenderen Abend als die gewohnten erhofft, und Herr Salz finden den frischgebackenen Lebkuchenmann (Horst Hückstädt) dem sie per Seilzug auf die Beine helfen. Das muntere Treiben im Küchenregal und das laute Organ des Lebkuchenmannes wecken die „Großen“, die von Birke Buchhorn-Licht stimmlich vertreten werden. Doch ihr Hauptpart ist die musikalische Begleitung des Stückes, wobei Erinnerungen an den Twist wach werden.

Gewarnt wird der Lebkuchenmann dringend vor den zwei misslaunigen Teebeuteln (Maria Ketelsen und Martina Stüwe) und schließlich mischt der Mäuse-Desperado Flitsch Gamasche (Johanna Jochim) die Szene auf und macht mit seiner Pistole deutlich, dass er ein „mauseloser Skrupel“ ist. Mäuse in der Küche sind nicht nur Teebeuteln und Lebkuchenmännern ein Graus, auch die Großen wollen dies nicht dulden und schütten Mausegift in den Honig. Der arme Herr von Kuckuck erhoffte sich aber genau von diesem Honig die Rettung seiner Stimme, was verheerende Folgen hat.

Die Besatzung im Regal hat nun zwei Probleme: Der arme Herr von Kuckuck muss gerettet und die Maus aus der Küche vertrieben werden. Die Hilfe der Kinder im Publikum war dabei unverzichtbar, wenn sich auch nicht alle Vorschläge als erfolgversprechend erwiesen.

Mit musikalischem Schwung endete das Stück vom Lebkuchenmann und das Publikum dankte den Akteuren mit lebhaftem Applaus. Der Beifall galt auch Michael Weddig sowie Erich Carstensen, der regelmäßig zum Weihnachtsmärchen auf seine Heimatinsel kommt, um für die Bühnentechnik zu sorgen.

Regisseur Horst Hückstädt freute sich im Anschluss nicht nur über den Erfolg der Premiere, sondern auch über die gelungene Vorpremiere beim Theaternachmittag der Arbeiterwohlfahrt am Sonnabend. „Dies war so eine tolle Veranstaltung, dass wir sie in der Zukunft möglichst wiederholen wollen“, kündigt Hückstädt an. Allerdings plagt das Theater eine Sorge, die zukünftige Weihnachtsmärchen gefährden könnten: „Wir suchen dringend einen Ort, um unseren Theaterfundus während des Jahres lagern zu können“, sagt Hückstädt und berichtet außerdem, dass die Rückkehr des „Theaters zwischen Ebbe und Flut“ in den Wyk Kurgartensaal hauptsächlich terminliche Gründe gehabt habe. „Wir haben uns im Nieblumer Haus des Gastes stets sehr wohl gefühlt“, betont er, doch in diesem Jahr habe es dort Überschneidungen mit anderen Veranstaltungen gegeben.

Wie es gelingt, Flitsch Gamasche zu vertreiben und den Herrn von Kuckuck zu retten, können die Besucher der weiteren Aufführungen erleben, die vom heutigen Mittwoch, 7. Dezember, bis Sonnabend, 10. Dezember, jeweils um 18.30 Uhr im Kurgartensaal beginnen. Karten gibt es im Vorverkauf bei „bubu“ am Wyker Sandwall.



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erstellt am 07.Dez.2016 | 19:49 Uhr

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