Wellness-Resort in Wyk : Auf der Suche nach dem Kompromiss

Anfang 2016 soll der erste Spatenstich für das geplante Projekt erfolgen. Der Zeitplan ist mittlerweile in Gefahr.
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Anfang 2016 soll der erste Spatenstich für das geplante Projekt erfolgen. Der Zeitplan ist mittlerweile in Gefahr.

Hotel-Neubau am Südstrand: In den Verhandlungen über den Durchführungsvertrag wurde noch keine Einigung erzielt.

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20. Mai 2015, 11:00 Uhr

In einer Einwohnerversammlung im März im Kurgartensaal hatte Wolfgang Müller seine Hotelpläne der Öffentlichkeit vorgestellt. Wyks Politiker und der Investor waren sich über die Konzeption des künftigen Wellness-Resorts am Südstrand weitestgehend einig und es galt, nach Abschluss des städtebaulichen Vertrages den Inhalt des Durchführungsvertrages zu formulieren. Beide Seiten hatten schwierige Verhandlungen angekündigt und zeigten sich optimistisch, einen Kompromiss zu finden. Doch die Suche dauert an, noch immer gibt es kein unterschriebenes Papier.

Ob die Bereitstellung von Personalwohnungen, deren Regelung, anders als ursprünglich vorgesehen, im Durchführungsvertrag festgehalten werden soll, die Aufnahme einer Mindestgrundstücksgröße in den Bebauungsplan, um spätere Grundstücksteilungen zu verhindern, oder hohe Konventionalstrafen: Die Stadt will sich absichern und Müller nicht jede Kröte schlucken. Sinn der Verhandlungen sei, so Dr. Silke Ofterdinger-Daegel, „das Maximum zu fordern und sich dann nach und nach von den Hässlichkeiten zu verabschieden. Am Ende steht dann ein vernünftiger Kompromiss“.

Ofterdinger-Daegel ist Vorsitzende des Bauausschusses, der gegen die Stimmen der SPD mehrheitlich dem Entwurfs- und Auslegungsbeschluss zugestimmt hatte – vorbehaltlich des unterzeichneten Durchführungsvertrages. Am Zug ist nun die Stadtvertretung, zu deren nächster Sitzung am 28. Mai, so die Hoffnung, alle Unterlagen vorliegen. Andernfalls könnte die Entscheidung auch unter Vorbehalt erfolgen, betont Silke Ofterdinger-Daegel, „dann würde es erst zur Auslegung kommen, wenn alles unterschrieben ist“.

Dass der Vertrag noch nicht in trockenen Tüchern ist, hat einen simplen Grund: Wolfgang Müller fehlten schlicht die Unterlagen. Nach einem ersten Vertragsentwurf vom Dezember des vergangenen Jahres habe ihn eine überarbeitete Version Anfang April erreicht. Man traf sich daraufhin mit den jeweiligen Rechtsbeiständen, so Müller, um den „völlig überzogenen Vertragsentwurf“ zu beraten. Am Ende habe die Zusage der Stadt gestanden, die gewünschten Änderungen zu prüfen und in den Vertrag aufzunehmen. Diese überarbeitete Version erreichte den Investor erst am vergangenen Freitag. Eine Unterschrift ist aber auch jetzt noch nicht zu erwarten, denn der Unternehmer, der eine Antwort an die Stadt für den heutigen Mittwoch ankündigte, sieht in zwei Punkten Nachbesserungsbedarf. Gravierend sei dies aber nicht, „wir liegen ziemlich dicht beieinander“.

Müller ist nicht frei von Ungeduld, nachdem er im Kurgartensaal den ersten Spatenstich für den Januar 2016 in Aussicht gestellt hatte. „Ich frage mich, warum man so langsam arbeitet und ich immer wieder darauf drängen muss, dass es weitergeht.“ Der Zeitplan müsse nun der aktuellen Situation angepasst werden. Von seinem Angebot, sich aktiver an der Planung zu beteiligen, habe die Stadt bisher keinen Gebrauch gemacht. Spätestens in der Bauphase hofft Wolfgang Müller auf ein stärkeres Engagement, auch im Interesse der Bürger. „Ich bin für Transparenz, und korrigierend eingreifen kann ich nur, wenn ich Kenntnis habe.“

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