Föhrer und Amrumer in den USA : Auf den Spuren der Auswanderer

Trachtentanz beim Fering Inj: Der Friesische Abend stieß wieder auf viel Interesse.
Trachtentanz beim Fering Inj: Der Friesische Abend stieß wieder auf viel Interesse.

Friesische Amerikaner sind Thema einer Doktorarbeit. Das Projekt wurde bei der Versammlung des Fering Ferian vorgestellt.

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08. April 2018, 15:11 Uhr

Auf den Spuren nordfriesischer Auswanderer bewegt sich derzeit Robert Kleih von der Europauniversität Flensburg. Der Doktorand erforscht, wie sich die Auswanderer und deren Kinder und Enkel selbst wahrnehmen und wie sie auf ihre alte Heimat blicken. Außerdem interessiert ihn die Entwicklung der friesischen Sprache in Amerika, speziell des Fering und Öömrang, denn gerade von Föhr und Amrum hat es noch viele Auswanderer nach dem 2. Weltkrieg gegeben.

Mit seinen Ausführungen bereicherte Kleih die Jahresversammlung des Fering Ferian, dessen Vorsitzender Carl (Charly) Rickmers, selbst in den USA geboren, 20 Interessierte im Oldsumer „Ual fering Wiartshüs“ begrüßen konnte. Von diesen konnten einige Robert Kleih mit interessanten Informationen versorgen, da ja fast jede Föhrer Familie verwandtschaftliche Beziehungen in die Staaten hat. Gerade diese Netzwerke mit ihren Zentren auf Long Island/New York und in Petaluma/Kalifornien machte der Forscher dafür verantwortlich, dass es für die Föhrer und Amrumer leichter gewesen sei, nach dem Krieg auszuwandern.

Um eine möglichst breite Datenbasis für seine Forschung zu erhalten, hat Kleih einen Fragebogen entwickelt, der sich an friesischstämmige Nachkommen von Auswanderern in den USA wendet. Unter www.uni-Flensburg.de/friesisch ist dieser zu finden.

Neben dem Vortrag standen auch zahlreiche Vereinsinterna auf dem Programm. So erfuhren die Mitglieder, dass sich der Kassenbestand deutlich erholt habe, und dass der Fering Inj sehr gut angenommen worden sei. Viele der auswärtigen Gäste hätten zugesagt, im kommenden Jahr erneut mit den Föhrern feiern zu wollen. Die Tausch- und Kaufbörse für Trachtenteile sei nicht so gut frequentiert worden, während beim Tanzseminar, bei dem auch des Binden von „braanj- an halsnöösduk“ geübt worden war, wahre Talente gesichtet worden seien. Kerstin Christiansen berichtete von einigen Veranstaltungen auf dem Festland, wo sie immer wieder auf hohes Interesse an der friesischen Tracht gestoßen sei.


Friesisch-Unterricht geht weiter

Weiterhin stattfinden wird die Förderung der Friesischstunden im Kindergarten, die Enken Tholund seit Jahren erfolgreich anbietet. Vertreter des Fering Ferian sind auch im Vorstand des Nordfriesischen Vereins, des Friesenrates und im Beirat des Friisk Funk vertreten. Nicht vertreten ist der Fering Ferian bisher im Internet, was sich aber nach Beschluss der Mitglieder demnächst ändern soll. Zumindest die wichtigsten Daten des Vereins und ein Beitrittsformular sollen dort zukünftig zu finden sein.
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