Stolperfallen In Wyk : Auf Buckelpisten flanieren

Schilder warnen vor Stolperfallen, von denen es – nicht nur – in der Großen Straße einige gibt.
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Schilder warnen vor Stolperfallen, von denen es – nicht nur – in der Großen Straße einige gibt.

Hochstehende Gehwegplatten sind gerade für ältere Menschen gefährlich. Nach und nach soll Abhilfe geschaffen werden.

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18. Januar 2018, 13:30 Uhr

„Schuld sind die vielen Straßenbäume.“ Davon ist Bauamts-Mitarbeiter Thomas Pielke überzeugt. Schuld an dem, was – nicht nur – der gebürtige Insulaner und Wyker Hausbesitzer Manfred Petersen moniert: Hochstehende Gehwegplatten, die vor allem im Dunkeln und für ältere oder in ihrer Mobilität eingeschränkte Menschen gefährlich sind. Denn das Grün, das die meisten Wyker Straßen säumt, verursache diese Stolperfallen und dabei, so räumt Thomas Pielke ein, komme es auch immer mal wieder zu Unfällen. Viele dieser Bäume sind schon ein gutes halbes Jahrhundert alt, und als die gepflanzt wurden, so glaubt der Amtsmitarbeiter, „hat keiner daran gedacht, dass Bäume auch wachsen“.

Sie wachsen in die Höhe, aber auch ihre Wurzeln breiten sich immer weiter aus, sorgen für Buckel im Asphalt und heben Gehwegplatten an. Zwar würden solche Stellen, wenn sie dem Amt gemeldet werden, umgehend repariert, betont Pielke. „Doch bei manchen Bäumen gehen die Wurzeln so schnell wieder hoch, dass wir nach drei Jahren von vorne anfangen können“, ergänzt Wyks Bürgermeister Paul Raffelhüschen.

Nach geltendem Recht müssten sich Fußgänger auf bis zu drei Zentimeter hohe Stolperfallen einstellen, berichtet Thomas Pielke, räumt aber ein, dass die für Menschen mit Rollstühlen oder Rollatoren schon ein großes Hindernis darstellen können. „Wir sind immer dahinter her, die Gehwege zu reparieren, aber man sieht nicht alles. Darum sind wir dankbar, wenn die Bürger uns Hinweise geben“, sagt Pielke. Doch das Wyker Straßennetz umfasse 55 Kilometer. „Da kriegen wir so schnell nicht alles hin.“ Trotzdem sollen, so kündigen Pielke und Raffelhüschen an, nach und nach alle Gehwege überarbeitet werden – teilweise auch in Kombination mit anderen Baumaßnahmen.

Wie kürzlich in der Süderstraße. Als dort neue Leitungen verlegt werden mussten, habe man diese bewusst auf die rechte Straßenseite gelegt, „weil da der Gehweg kaputter war. Jetzt ist er wieder schön“, berichtet Pielke. Und für Paul Raffelhüschen haben Gehwegsanierungen ganz klar Priorität. „Gehwege sind wichtiger als Straßen. Denn ein Auto hat vier Reifen und kann nicht stolpern“, meint er.

Trotzdem, dem Vorschlag des Bürgers Manfred Petersen, auf Prestigeprojekte wie den Bau einer neuen Seebrücke und die Neugestaltung der Fußgängerzone zugunsten der Gehwegsanierung zu verzichten, will er nicht folgen. „Die Umgestaltung der Großen Straße soll noch in diesem Jahr in Angriff genommen werden“, kündigt Raffelhüschen an.

Dann wird dieser Teil der Fußgängerzone nicht nur für Gäste attraktiver, sondern auch sicherer. Denn momentan ist auch die Große Straße eine Buckelpiste.

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