Ab Oktober : Auf Amrum schneller im Netz surfen

Die Rohre für die Glasfaserkabel waren bereits im Herbst verlegt worden.
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Die Rohre für die Glasfaserkabel waren bereits im Herbst verlegt worden.

Der Ausbau des Breitbandnetzes steht vor dem Abschluss. Die schwierige Standortsuche für die Richtfunkantennen sorgte für Verzögerungen.

shz.de von
30. Juni 2014, 12:15 Uhr

Auf der Nachbarinsel Föhr freuen sich viele Internetnutzer schon seit Monaten über schnelle Verbindungen, jetzt ist auch auf Amrum Licht am Ende des Tunnels zu sehen. „Wir gehen davon aus, dass nach der neuen Bauzeitenplanung die ersten Anschlüsse unseres Breitbandnetzes in Wittdün und Norddorf im Oktober geschaltet werden können“, so der Geschäftsführer der Firma Lünecom, Norbert Hill. Wie Hill berichtet, wurden die letzten erforderlichen Verträge in dieser Woche unterzeichnet. Eigentlich hätten die ersten Haushalte bereits im Frühjahr ans Netz gehen sollen. Ein Termin, der nicht gehalten werden konnte, weil die Gemeinde Norddorf sich mit der Standortauswahl für die Richtfunkantenne, die für die schnelle Breitbandversorgung zwingend erforderlich ist, schwer tat (wir berichteten).

Mit der lang ersehnten Entscheidung der Norddorfer Gemeindevertretung, wo nun letztendlich in Norddorf diese Empfangs- und Sendeanlage montiert werden kann, ist wieder Bewegung in das Projekt auf Amrum gekommen. Dieses ist ein Teil des vom Land Schleswig-Holstein großzügig geförderten Solidarpaktes von zehn Gemeinden in den Ämtern Föhr-Amrum und Pellworm, um die Inseln und Halligen durchgängig durch eine zeitgemäße drahtgebundene Internetverbindung zu versorgen. Mit der Erstellung und dem Betrieb des Breitbandnetzes war die Firma Lünecom aus Lüneburg beauftragt worden.


Amrumer ließen sich Zeit


Während Internetnutzer auf Föhr und im Bereich des Amtes Pellworm für das Projekt gleich Feuer und Flamme waren, dauerte es auf Amrum eine ganze Zeit, bis die erforderliche Anzahl von Vorverträgen unterzeichnet war. Dies sorgte dafür, dass die Netze zuerst auf Pellworm und anschließend auf Föhr installiert wurden. Im Herbst letzten Jahres sorgten die Bautrupps in Norddorf und Wittdün mit entsprechenden Horizontalbohrungen, durch die Leerrohre zur Verlegung des Glasfaserkabels verlegt wurden, für die ersten Schritte zur Breitbandversorgung in den bis heute unterversorgten Gemeinden Amrums.

„Wir haben die zügig verlaufenden Arbeiten mit Spannung verfolgt und hoffen auf eine zeitnahe Fertigstellung des Breitbandnetzes“, war eine auf eine schnelle Internetverbindung angewiesene Norddorferin noch im Herbst euphorisch. „Wir warten immerhin schon eine gefühlte Ewigkeit auf die Verbesserung der Breitbandversorgung und sind froh, dass der durch die derzeitige Unterversorgung entstehende Wettbewerbsnachteil schon bald der Vergangenheit angehören wird“, pflichtete ihr eine Unternehmerin damals bei.

Doch dann dauerte es noch Monate, bis der Standort in Norddorf feststand und entsprechende Verträge abgeschlossen werden konnten. In der Gemeinde war man sich sicher, dass ein Gittermast nicht infrage kommen würde. Da die Statik des Gebäudes im Ortszentrum, auf dessen Dach die Richtfunkanlage nun montiert wird, geprüft werden musste, gab es weitere Verzögerungen. Doch auch in Wittdün gab es Probleme. Das dort ausgesuchte Grundstück war nicht, wie der Lünecom suggeriert worden sei, im Besitz der Gemeinde, sodass mit dem Wasser- und Schifffahrtsamt neu verhandelt werden musste. Aber auch die mögliche Gefahr einer Störung, die durch den ein- oder auslaufenden Tonnenleger „Amrumbank“ verursacht werden könnte, sorgte für einen neuen Standort am Seezeichenhafen.


Neue Genehmigungen nötig


„Gegenüber den ursprünglich bei der Bundesnetzagentur beantragten Genehmigungen für die Richtfunkstrecken haben sich die Standorte verschoben, sodass eine erneute Genehmigung erwirkt werden musste“, erklärt Hill. Dies sei angeschoben und die Feinplanung zur Ausführung der noch ausstehenden Arbeiten laufe. In Wittdün stellen sich die Planungen für die Arbeiten etwas flexibler dar, weil in Norddorf die Antenne nicht vor September auf das Dach des „Hüttmanns-Eck“ montiert werden kann. „Ich gehe daher davon aus, dass die ersten Anschlüsse im Oktober in Wittdün geschaltet werden können. Eine erneute Kundenakquise soll dann zum Ende der Sommerferien in Form von Informationsveranstaltungen erfolgen“, kündigt der Lünecom-Chef an.

Bis dahin stehen noch die Fertigstellung der Einspeisepunkte und die damit verbundenen Tiefbauarbeiten, das Einblasen der Glasfaser in die Leerrohre, die Montage der Gehäuse, in denen die Übergabe zur Kupferleitung der Telekom stattfindet, sowie die Feinjustierungen auf dem Programm. Am Wyker Fernsehturm sind die Infrastrukturen für Amrum bereits montiert und bedürfen nur noch einer Feinausrichtung, sobald die Antennen stehen.


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