Wohnraum in Utersum : Arbeiten im Baugebiet gehen weiter

Bauland für Einheimische: Utersums Bürgermeister Joachim Lorenzen ist zufrieden.
Bauland für Einheimische: Utersums Bürgermeister Joachim Lorenzen ist zufrieden.

Bereits ab August soll der nördliche Teil der Straße Tewelken erschlossen werden.

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23. Juli 2015, 09:00 Uhr

Die Arbeiten in dem Baugebiet rund um die Straße Tewelken gehen in die nächste Runde. Bereits im August sollen die Erschließungsarbeiten im zweiten, nördlichen Teilstück beginnen. Dann werden die Ent- und Versorgungsleitungen etwa für Strom, Wasser, Telefon und Fernwärme gelegt, berichtet Leif Hänsch, beim Bauamt für Föhr-Land und Amrum zuständig. Zudem erfolgt der Ober- und Unterbau der Straßenfläche. Hierfür wird zirka ein Meter des Bodens ausgekoffert und durch eine Kies-Trag- und eine Frostschutz- sowie eine Asphalt-Tragschicht ersetzt. Um durch schweres Gerät verursachte Straßenschäden zu vermeiden, wird die Asphalt-Deckschicht erst nach Abschluss der Bauarbeiten aufgetragen.

Neun Grundstücke sind auf dem Gelände zu vergeben, an das eine Wiese grenzt, die ebenfalls der Gemeinde gehört. Die ursprünglichen Pläne der Gemeindevertreter, dieses Areal mit in das Baugebiet einzubeziehen, ließen sich allerdings nicht umsetzten, berichtet Utersums Bürgermeister Joachim Lorenzen. Das Land vermochte den Bedarf nicht zu erkennen und stimmte nicht zu. Denn längst wurden nicht alle Bauplätze, die derzeit vergeben werden können, verteilt. Eine klare Ansage, nach der die Gemeindevertreter beschlossen, Gas zu geben und das Gelände gemäß der Genehmigung zu bebauen.

Gab es anfangs mehr Bewerber als Grundstücke, hat sich die Zahl aktuell auf sechs reduziert. Frühzeitig hatten Interessenten vom Festland und aus anderen Bundesländern sowie Insulaner, die bereits ein Grundstück auf der Insel haben, eine Absage erhalten. „Oberstes Ziel des Neubaugebietes ist es, die Ortsbevölkerung zu unterstützen“, betont Lorenzen, wobei das Alter keine Rolle spiele. Denn gemäß der Utersumer Richtlinien werden Parzellen nur noch in Erbpacht vergeben. „Das Grundstück bleibt also im Eigentum der Gemeinde und das Haus wird weitergegeben.“

Vor rund 15 Jahren war der erste Spatenstich in dem Gebiet erfolgt. Ganz bewusst hatte die Gemeinde sich auf einen Teil konzentriert, erinnert Lorenzen, um eine Lückenbebauung zu verhindern. Zudem musste nicht der gesamte Bereich erschlossen werden. Aufgeteilt war das Areal in ein reines mit kleineren und ein allgemeines Wohngebiet mit größeren Grundstücken; auf Letzteren ist auch der Betrieb von jeweils einer Ferienwohnung genehmigt. Eine Finanzierungsmöglichkeit, die den künftigen Bauherren verwehrt bleibt, denn nach aktueller Rechtssprechung sind in allgemeinen Wohngebieten keine Ferienunterkünfte mehr erlaubt. Vor 15 Jahren war dies noch anders, gehörten „kleine Beherbergungsbetriebe“ zu den zulässigen Ausnahmen. „Wo Baugenehmigungen erteilt worden sind, ist alles wunderbar, die Eigentümer haben Bestandsschutz“, betont Bauamtsmitarbeiter Daniel Meer. Neuanträge würden allerdings nicht mehr genehmigt.

Zirka zehn Wochen werden die Erschließungsarbeiten dauern, rechnet Leif Hänsch. Eine geschätzte Zeit, die sich mit der Wetterlage verlängern kann. Über die an das Baugebiet angrenzende Wiese soll eine Baustraße führen, um die Bewohner vom Baustellenverkehr zu verschonen. „Wir stören die Leute nicht und fahren nichts kaputt“, so Hänsch. Eine grundlegene Änderung ist eingeplant: Der Bebauungsplan sieht bislang einen großen Wendeplatz im nördlichen Teil vor. Hier soll lediglich eine kleine Wendemöglichkeit für Autos entstehen und die verbleibende Fläche nach einer B-Plan-Änderung eine der Parzellen vergrößern.

Grünes Licht für die Erschließung hatte sich das Bauamt auch von anderer Stelle holen müssen. Hintergrund ist die Landesvorordnung zur Abwehrung von Gefahren durch Kampfmittel. Die sieht bei bestimmten Gemeinden, zu denen auch Utersum, Norddorf und Nebel gehören, vor anstehenden Tiefbauarbeiten eine Überprüfung nach gefährlichen Überbleibseln aus dem Zweiten Weltkrieg vor. Zuständig ist die Abteilung Kampfmittelräumdienst des Landeskriminalamtes, dessen Fachleute nach Überprüfung von Luftbildern, die die Alliierten nach Kriegsende gemacht hatten, zu dem Schluss „keine Kampfmittel-Verdachtsfläche“ kamen. Letzte Sicherheit bieten allerdings auch die alten Aufnahmen nicht, denn im Boden liegende Blindgänger oder Zufallsfunde sind nie auszuschließen, betont Leif Hänsch. „Die Baggerfahrer sind aufgefordert, mit größter Sorgfalt vorzugehen.“

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