ev. Gemeinde St. Nicolai : Applaus für den neuen Pastor

Fototermin mit Probst und Kollegen: Edwin Becker-Wichmann (3.v.l.) neben Dirk Jeß, Kay-Ulrich Bronk, Hanna Wichmann, Kirsten Hoffmann-Busch und Phillip Busch (v.l.).
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Fototermin mit Probst und Kollegen: Edwin Becker-Wichmann (3.v.l.) neben Dirk Jeß, Kay-Ulrich Bronk, Hanna Wichmann, Kirsten Hoffmann-Busch und Phillip Busch (v.l.).

Edwin Becker-Wichmann ist offiziell Nachfolger von Jörg Weißbach. Probst Kay-Ulrich Bronk betraute den Geistlichen für zwei Jahre mit dem Amt.

shz.de von
28. März 2017, 12:30 Uhr

Applaus nach einer Predigt ist wohl eher die Ausnahme, aber eine Predigt in Versform ist wohl auch eher die Ausnahme. Ein Pastor, der die Lyrik wählt, wenn er zur Gemeinde spricht, muss einen besonderen Grund haben: Pastor Edwin Becker-Wichmann, der in der Boldixumer St.-Nicolai-Kirche seit August die Vakanzvertretung der ersten Pfarrstelle (zusammen mit dem Pastorenehepaar Hoffmann-Busch aus Nieblum) übernommen hat, hatte einen besonderen Grund. Er wurde offiziell von Propst Dr. Kay-Ulrich Bronk mit der Verwaltung dieser Stelle für weitere zwei Jahre betraut.

Im Rahmen eines Festgottesdienstes, zu dem Pastorin und Ehefrau Hanna Wichmann neben den Kollegen Dirk Jeß aus Süderende sowie Kirsten Hoffmann-Busch und Phillip Busch aus Nieblum auch viele Gäste der benachbarten Kirchenkreise, Mitarbeiter, Stadtvertreter und Abgeordnete vieler Vereine begrüßen konnte, wurde dieses Ereignis gefeiert. Pastorale Kollegen und die Mitglieder des Kirchengemeinderats von St. Nicolai bildeten einen Kreis im Altarraum als Symbol des festen Zusammenhalts und überbrachten gemeinsam mit Propst Bronk die herzlichsten Segenswünsche. Eine kleine Abordnung des Inselposaunenchores (Leitung Andreas Veith) und der Kantorei St. Nicolai (Leitung Martin Bruchwitz) bereicherten den besonderen Gottesdienst musikalisch.

Becker-Wichmann sehe sich vor allem als Seelsorger, so Propst Bronk, und habe stets Auge und Ohr bei dem Fragilen und Verletzlichen. „Er ist ein Mensch, der genau hinsieht und ein feines Gespür für das nicht Offenkundige hat.“ Der in Rheinland-Pfalz gebürtige Pastor studierte in Mainz und Heidelberg und legte sein Examen bei der protestantischen Landeskirche der Pfalz ab. Becker-Wichmann ist daher ursprünglich kein Pastor der Nordkirche und konnte sich daher nicht auf die offene Stelle in St. Nicolai bewerben. Da sich aber auch kein Pastor der Nordkirche nach zweimaliger Stellenausschreibung beworben hatte, beauftragte der Kirchengemeinderat ihn nun mit der Pfarrstelle. Eine Beratung mit Propst Bronk war selbstverständlich vorausgegangen. Und was liegt näher, als jemandem die Gemeinde anzuvertrauen, der schon seit 14 Jahren auf der Insel lebt, sich über die Begegnung mit Menschen freut, die er bereits kennt, und neugierig auf die ist, die er noch nicht kennt. Während seiner Vikarsausbildung führte Becker-Wichmanns Weg nach Frankreich, die Heirat mit Hanna Wichmann lenkte den Weg wieder nach Deutschland. Zuerst nach Hamburg, später nach Föhr, wo der Pastor und Vater die verantwortungsvolle Aufgabe eines Familienmanagers mit vier Kindern bewältigte, eine Ausbildung zum Heilpraktiker absolvierte, als Religionslehrer tätig war und Vertretung für seine Kollegen übernahm.

Für den Kirchengemeinderat überreichte Anja Segschneider ein kleines Präsent und wünschte, in Anlehnung an Michael Endes Kinderbuch „Tranquilla Trampeltreu – die beharrliche Schildkröte“ und an Becker-Wichmanns Faible für Schildkröten, Beharrlichkeit in der Gemeindearbeit.

Und bei aller Geistlichkeit verstehen sich Pastor und Gemeinde auch bereits im Weltlichen, denn der Aufforderung am Ende des Predigttextes folgten junge wie ältere Gottesdienstbesucher gern: „So lasst uns bei Kaffee und Kuchen gemeinsam hier den Frieden suchen.“

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