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Wichtige Hilfe in Wyk : Ansturm auf den Sperrgut-Basar

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

In der Einrichtung am Hafendeich versorgen sich derzeit insbesondere Flüchtlinge mit Textilien und Möbeln.

shz.de von
erstellt am 21.Okt.2015 | 09:00 Uhr

Der Sperrgutbasar am Wyker Hafendeich ist seit mehr als 20 Jahren ein Erfolgsmodell, das wesentlich zur Vermeidung von Abfall beiträgt. „Der Sinn des Basars ist“, wie Renate Sieck erläutert, „dass hier alle Gegenstände abgegeben werden können, die für andere Interessenten noch zumutbar sind“. Dabei prangert sie erneut die Unsitte an, vor der Halle die unterschiedlichsten Utensilien zu deponieren. „Die Sachen werden dann nass, und uns bleibt oft nur noch übrig, sie auf den Müll zu bringen.“

Renate Sieck, gemeinsam mit Usche Meuche die „Mutter“ und immer noch treibende Kraft in dieser Einrichtung, erlebt zur Zeit einen ganz besonderen Ansturm in der Halle. Denn die augenblicklich auf Föhr lebenden Flüchtlinge nutzen diese Einrichtung, um sich mit allem Notwendigen – von Kleidungsstücken bis hin zu den unterschiedlichsten Einrichtungsgegenständen – zu versorgen. „Bevor wir die Tore öffnen, stehen schon viele Menschen vor der Halle. Sogar von Amrum kommen sie regelmäßig nach Föhr“, berichtet Sieck.

Die Organisatorin des Basars und ihre ehrenamtlichen Helfer registrieren im Augenblick nicht nur steigende Nachfrage, sondern auch verstärkt Anlieferungen. Besonders bei den Textilien ist eine große Zunahme zu vermelden. Viele Föhrer bringen Spenden vorbei, die sie gezielt für Flüchtlinge vorgesehen haben. Doch hier schreitet Renate Sieck energisch ein: „Der Sperrgutbasar ist für alle offen – egal ob Flüchtling oder Einheimischer, und daran wird sich auch nichts ändern.“ Beobachtet haben die Helferinnen und Helfer auch, dass Kleidungsstücke gebracht werden, die von der Größe her eher für stabil gebaute Föhrer geeignet sind.

Annemarie Lübcke, die Vorsitzende des Föhrer Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND), unter dessen Dach der Föhrer Sperrgutbasar angesiedelt ist, verweist darauf, dass Textilien nicht nur zu den Öffnungszeiten am Mittwoch von 16 bis 18 Uhr und am Freitag von 14 bis 16 Uhr angeliefert werden, sondern auch in Containern vor dem Basar deponiert werden können. „Wir sind zwar prinzipiell gegen Plastiktüten“, erklärt dazu Lübcke, „doch um zu vermeiden, dass die Kleider feucht und muffelig werden, sollten sie nur in solchen Tüten im Container deponiert werden.

Im Übrigen landet das Plastik auch nicht auf dem Müll, sondern wird anderweitig benützt. Diese Tüten aus dem Container werden dann regelmäßig entleert und ihr Inhalt Stück für Stück sortiert und so gestapelt, dass die zukünftigen Nutzer nicht lange suchen müssen.

Zur Versorgung der Flüchtlinge mit Kleidungsstücken ist von dem Betreuerkreis der Asylanten geplant, im ehemaligen Midlumer Amtsgebäude eine Kleiderkammer einzurichten. Dies ist von Renate Sieck zu erfahren, die auch davon berichtet, dass sogar Flüchtlinge in Hamburg über eine befreundete Organisation mit Textilien versorgt werden konnten.

Im Föhrer Netzwerk der Hilfe für Asylanten ist der BUND nicht nur mit dem Sperrgutbasar vertreten. Vielmehr steht, wie Annemarie Lübcke berichtet, sein Seminarraum in der Wyker Strandstraße auch für Treffen der Betreuer und der Flüchtlinge offen.

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