Auf Föhr : Anschaffungen für alle Insulaner

Blick in die Röhre:  Chefarzt Clemens von Reusner (2. v. re.) zeigte den Vereinsmitgliedern den neuen Computertomographen.
Blick in die Röhre: Chefarzt Clemens von Reusner (2. v. re.) zeigte den Vereinsmitgliedern den neuen Computertomographen.

Neuer Computertomograph: Krankenhausförderverein hat wieder viel Geld in die Ausstattung der Föhr-Amrumer Inselklinik investiert.

shz.de von
19. Juni 2018, 12:00 Uhr

„Nach den Turbulenzen der vergangenen Jahre konnte der Förderverein Föhr-Amrumer Krankenhaus sich wieder in ruhigeren Bahnen bewegen und sich dem Alltagsgeschäft widmen“. Dies konnte seine Vorsitzende, Sibylle Franz, bei der Mitgliederversammlung im Wyker Krankenhaus feststellen. An diesen Turbulenzen, die von der Schließung der Geburtshilfe im Krankenhaus ausgingen, hatte der Verein zwar keinen Anteil, sie schlagen sich jedoch nach Ansicht des Vorstandes nieder in einem etwas geringeren Spendenaufkommen und einem leichten Rückgang der Mitgliederzahl, die mit 984 erstmals wieder die Tausender- Grenze unterschritten hat. Es wird vermutet, dass Mitglieder zum Verein Inselgeburt abgewandert sind.

Das wichtigste Ereignis für die Krankenhaus-Förderer war die Beschaffung des neuen Computertomographen (CT), der zu Beginn dieses Jahres eingeweiht werden konnte. „Alle waren glücklich an diesem Tag der Übergabe“, so Sibylle Franz, die davon berichtete, dass man viel über diese Beschaffung diskutiert und lange gespart habe. Heute sei sie sehr froh, etwas gewartet zu haben, bekannte die Vorsitzende, denn so sei es gelungen, ein topp-gepflegtes Gerät bekommen, dessen Preis mit 66 000 Euro unter dem anderer Angebote gelegen habe. So habe der Verein das Gerät komplett bezahlen können, während das Klinikum für Wartung, Reparaturen und die Software aufkomme.

Die moderne „Röhre“ ist nicht die einzige Anschaffung, die der Förderverein im vergangenen Jahr für „sein“ Krankenhaus getätigt hat. Beschafft werden konnten außerdem eine weitere Video-Konferenzanlage und ein fahrbarer Terminal für die Patientenakten. In der Warteschleife befinden sich, so Franz, neue Betten sowie eine Klimatisierung einiger Räume. Dieses Projekt könnte in Verbindung mit einer anstehenden Dachsanierung verwirklicht werden.

In seinem Bericht machte Kassenwart Christian Christiansen deutlich, dass man sich bei den Ausgaben sehr „konservativ“ verhalte, um so für weitere notwendige Anschaffungen gewappnet zu sein. Tatsächlich kann der Förderverein eine Investitionsrücklage von rund 218 400 Euro aufweisen.

Zu den Regularien der Sitzung gehörten auch Wahlen, Sibylle Franz wurde einhellig in ihrem Amt als Vorsitzende bestätigt.

„Auch das Krankenhaus selbst bewegt sich wieder in ruhigerem Fahrwasser“. Feststellen konnte dies Dr. Clemens von Reusner, der ärztliche Direktor der Wyker Inselklinik, der für 2017 wieder einen Anstieg der Patientenzahl auf 1290 melden konnte. Weiter berichtete er von einer sehr hohen Patientenzufriedenheit sowohl im pflegerischen, als auch im ärztlichen Bereich. „In einem kleineren Krankenhaus kann auch die menschliche Zuwendung hochgehalten werden, was sehr wichtig für den Heilungsverlauf ist“, betonte der Internist. Auch die Personalsituation bezeichnete der ärztliche Leiter als sehr gut, und er konnte schließlich auch berichten, dass der Sicherstellungszuschlag für das kleine Föhr-Amrumer Krankenhaus weiterhin genehmigt bleibe.

Die elektronische Patientenakte hat auf der Station Einzug gehalten, und so werde demnächst die Nutzung von Papier der Vergangenheit angehören. „Noch ist das EDV-System nicht ganz ausgereift“, berichtete von Reusner, doch es werde sehr intensiv an seiner Verbesserung gearbeitet. Der Vorteil dieser elektronischen Akte besteht nach seiner Überzeugung darin, dass genau nachvollziehbar sei, wer, was und wann unternommen habe. Der Verlauf einer Behandlung lasse sich so genau nachvollziehen und belegen und schließlich seien auch Übertragungsfehler ausgeschlossen.

Die neue Video-Konferenzeinrichtung leiste vor allem auf dem Gebiet der Neurologie große Dienste, erklärte der ärztliche Direktor, der schließlich die Fördervereins-Mitglieder zur Besichtigung des neuen CT einlud, nachdem er zuvor aufgerufen hatte, das Wyker Krankenhaus zu nutzen. „Unser Krankenhaus kann viel, vielleicht mehr, als sich die meisten denken“, so von Reusner abschließend.

Schließlich meldete sich auch Pflegedienstleiterin Gabriele Brümmerstädt zu Wort, um dem Förderverein für seinen Einsatz zu danken. „Ohne den Verein würden wir als Krankenhaus nicht so dastehen“, betonte die langjährige „Oberschwester“, die Ende des Jahres in den Ruhestand gehen wird.

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