Föhr : Ankunft der "Uthlande" in Wyk

Der Koloss tauchte gegen 13 Uhr vor Wittdün auf.
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Der Koloss tauchte gegen 13 Uhr vor Wittdün auf.

Unzählige Schiffe, Boote und Kutter standen parat, um das neue Flaggschiff der Wyker Dampfschiffsreederei zu begrüßen.

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07. Juni 2010, 02:19 Uhr

Föhr/Amrum | Gegen 13 Uhr tauchte sie am Sonnabend wie ein Koloss am Horizont hinter Wittdün auf. Da hatten sich schon unzählige Schiffe - Segel- und Motorboote, der Krabbenkutter "Heimatland", der Seenotrettungskreuzer "Vormann Leiss" und die bis auf den letzten Platz mit "Sehleuten" besetzte Halligfähre "Hilligenlei" auf den Weg gemacht, um das neue Flaggschiff der Wyker Dampfschiffs-Reederei (WDR), die "Uthlande", bei der Ankunft in den heimatlichen Gewässern zu eskortieren.
Ein lautes "Schiffskonzert" erscholl aus den zahlreichen Signalhörnern, mit tiefem, sonoren Ton und einer Stimmgewalt fast wie ein Ozeandampfer antwortete die "Uthlande" ihren neuen Geschwister, Vettern und Cousinen. Je näher die "Neue" der Insel Föhr kam, um so größer wurde der Betrieb auf dem Wasser. Zahllose Sportboote waren der "Uthlande" - über die Toppen beflaggt - entgegengefahren und folgten ihr nun in einer Art "Schiffsprozession". Vom Sonnendeck der "Adler IV" aus brachte die Wyker Feuerwehrkapelle - die auf dem Weg zum Kommers der Amrumer Wehren war - der neuen Fähre ein Ständchen. Und sogar etliche Fußgänger liefen dem neuen Schiff bis zum Fahrwasser entgegen - der (Niedrig)wasserstand machte es möglich.
"Die hat nur 1,40 Meter Tiefgang, das ist weniger als bei der Insel Amrum"
Spätestens da musste auch WDR-Chef Axel Meynköhn, der noch vor einigen Tagen, ganz hanseatischer Kaufmann, betont hatte, dass er mit einem Schiff nichts Emotionales verbinde, zugeben, dass dies doch ein sehr bewegender Moment für ihn sei.
Meynköhn war der Fähre auf der "Rüm Hart" zusammen mit einigen WDR-Mitarbeitern und Pressevertretern entgegengefahren. Die "Uthlande" ist der erste Neubau, den der Reeder in seiner langen Karriere in der Schifffahrtsbranche begleiten durfte. Immer wieder wies er begeistert auf Details seines "Babys" hin. "Die hat nur 1,40 Meter Tiefgang, das ist weniger als bei der Insel Amrum und gesteuert wird sie nicht durch ein Ruder, sondern von den Propellern, wie bei einem Außenborder". Der WDR-Chef strahlte und strahlte...
Kurz vor dem Ziel dann ein historischer Augenblick: Die alte "Uthlande" traf, von Dagebüll kommend, mit ihrer Nachfolgerin zusammen. Ein wenig wehmütig klang ihr Tuten da schon, als sie hinter der neuen Fähre, gegen die sie wie ein Zwerg wirkte, in den Wyker Hafen einlief. Dort war die Mole schwarz von Menschen, die die neue "Uthlande" gespannt erwarteten.

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