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Insel-Bote

23. Oktober 2017 | 06:58 Uhr

Angela Bruchwitz war allgegenwärtig

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Im Sommer verstarb Angela Bruchwitz. Die diesjährige musikalische Vesper mit ihrem Blockflötenensemble hatte sie noch vorbereitet.

shz.de von
erstellt am 29.Nov.2015 | 19:42 Uhr

Wer dachte an diesem Vorabend des ersten Advent nicht an Angela Bruchwitz, die viele Jahre lang die musikalische Vesper in der St.-Nicolai-Kirche in Boldixum organisiert hatte? Im Sommer verstarb die Frau, die so viele junge Menschen für Blockflöte und Klavier begeistern konnte und die in ihnen die Liebe zur Musik weckte.

Und so war auch die diesjährige musikalische Vesper noch von ihr vorbereitet worden, wie ihr Ehemann Martin Bruchwitz erklärte: „Alle Blockflötenstücke sind von meiner Frau ausgewählt und eingeübt worden, sie wurden lediglich noch etwas perfektioniert.“ Und er war sich sicher: „So wie es geworden ist, ist es auch in ihrem Sinne.“

Wie auch in allen Vorjahren spielte das Blockfötenensemble der Kirchengemeinde Weihnachtliches aus aller Welt und aus unterschiedlichen Zeitepochen. Martin Bruchwitz, der das Ensemble dirigierte, zeigte sich von den Leistungen der teils noch sehr jungen Künstler sehr beeindruckt und sparte nicht mit Lob, zumal doch einige Sätze von Johann Sebastian Bach waren, die Bruchwitz als sehr anspruchsvoll bezeichnete.

Zwischendurch auch einmal andere Instrumente als Flöten seien eine erfrischende Auflockerung, so der Dirigent, der mit Chiara Lovizio und Ann-Christin Reincke zwei junge Musikerinnen auf der Gitarre (Leitung und Begleitung Monika Reincke) in das Programm einflechten konnte. Sie zeigten ebenso wie Anette Wichmann und Clara von Stülpnagel auf der Querflöte (Leitung und Begleitung Susanne Weißbach) sehr beachtliche Leistungen.

„Sie werden Ihren Spaß haben“, hatte Bruchwitz schon im Vorwege prophezeit und spielte damit auf Allan Rosenhecks „Christmas in New York“ für Blockflötenchor und Sprecher an. Pastorin Hanna Wichmann entführte mit einer lustigen Geschichte die Zuhörer in das weihnachtliche New York, die Blockflöten erzählten diverse Geschehnisse musikalisch nach und entlockten den Zuhörern kleine Lacher. Nur allzu gut konnte sich jeder vorstellen, dass eine Shoppingtour alles andere als entspannend ist und dass die allgegenwärtige Heilsarmee in der Weltmetropole die Einkäufer zwischendurch eine Minute lang an den Sinn von Weihnachten erinnert – musikalisch witzig interpretiert mit kurzen Passagen von „Stille Nacht“ zwischen sonst eher „geschäftigen Tönen“. „Christmas Shopping“ wurde dann auch spontan zur Zugabe ernannt.

„Alle Jahre wieder beginnt der Advent mit einem Konzert“, resümierte Pastor Jörg Weißbach, „doch ist dieses Mal vieles anders. Man kann sich dieses Flötenspiel ohne Angela Bruchwitz gar nicht vorstellen.“ Ja, werden viele gedacht haben, aber die Anwesenheit von Angela Bruchwitz war dennoch zu spüren.

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