zur Navigation springen

kostenfalle : Amrums Waldverluste größer als erwartet

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Noch immer sind die Aufräumarbeiten nach den Orkanen „Christian“ und „Xaver“ in vollem Gange. Nach dem ersten Sturm im Oktober hatte der Vorsitzende des Forstverbands Amrum, Holger Peters, den Schaden mit 2000 Raummetern kalkuliert.

shz.de von
erstellt am 17.02.2014 | 23:30 Uhr

Noch immer sind die Aufräumarbeiten nach den Orkanen „Christian“ und „Xaver“ in vollem Gange. Nach dem ersten Sturm im Oktober hatte der Vorsitzende des Forstverbands Amrum, Holger Peters, den Schaden mit der schon großen Holzmenge von 2000 Raummetern kalkuliert. Zu dem Zeitpunkt waren nicht einmal alle Wege zwischen Leuchtturm und Norddorf begehbar, um das wirkliche Ausmaß zu beziffern.

Ein Hilferuf an die Landesregierung wurde vom Forstverband auf den Weg gebracht, um Unterstützung für die Wiederaufforstung des einmaligen Kleinods „Amrumer Wald“ einzuwerben. „Der Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume, Dr. Robert Habeck, lehnte unseren Antrag leider ab“, zeigte sich der Vorsitzende Ende letzten Jahres enttäuscht. Zu dem Zeitpunkt rechnete der Verband noch verhalten mit einem Ende der Aufräumarbeiten im Wald bis zum Ende des vergangenen Jahres. Eine Rechnung, die nach dem Orkan „Xaver“ nicht mehr aufgehen sollte.

Derweil durchpflügen Forstarbeiter nach wie vor mit Hochdruck sowie massivem Maschineneinsatz die geschädigten Waldflächen. Josef Pirchmoser, Unternehmer aus Baden-Württemberg und mit den Aufräumarbeiten beauftragt, zog eine Zwischenbilanz. „Ich habe bis heute bereits rund 6000 Raummeter auf Amrum aufgemessen, die wir bisher bearbeitet haben“, berichtet der 48-Jährige, der sich auf Sturmschädenbeseitigungen im Forst spezialisiert hat. „Wir werden noch rund drei Wochen zu tun haben, wenn nicht erneute Umbrüche hinzukommen“, so die Kalkulation. Die realistische Prognose lautet derweil, dass die zu erwartende Menge Holz, die nach Ende der Arbeiten aus dem Amrumer Wald geräumt wurde, mit 10 000 Raummetern fünfmal so hoch sein wird, wie zu Anfang vorgegeben. Auf Föhr wurden von Pirchmoser und seinen Mitarbeitern 3000 Raummeter bearbeitet und abtransportiert.

„Wir mussten zwischenzeitlich aufgrund eines Kabelbrands einen Totalausfall des Holzvollernters verkraften“, bedauert der Fachmann. Nun hat er eine kräftigere Maschine, die zuvor auf Föhr im Einsatz war, auf die Insel geholt. „Hätten die jetzt bekannten Zahlen als Grundlage bei Vertragsabschluss vorgelegen, hätte ich gleich einen größeren Harvester auf die Insel geschafft“, ist sich Pirchmoser sicher.

Mittlerweile ist das Frachtschiff bereits zum zweiten Mal mit rund 1200 Tonnen Ladung auf dem Weg, um das Holz zu einem Holzverarbeitungsbetrieb ins europäische Ausland zu bringen. Überraschend starker Eisgang hatte vor zwei Wochen die Verladung mit der „Catjan“ von der Steenodder Mole aus unmöglich gemacht und im Wyker Hafen türmen sich die Holzmassen ebenfalls, berichtete Inselschiffer Jan Christiansen bei der Beladung der ihm ebenfalls gehörenden „Sandshörn“ an der Steenodder Mole. „Wir bringen jetzt die Holzstämme, die für die Sägewerke und die Papier verarbeitende Industrie vorgesehen sind, nach Dagebüll. Dort werden sie auf die Bahn verladen“, berichtet der Föhrer Schiffer. Pro Tour werden so rund 250 Tonnen Holz transportiert.

Die Verantwortlichen haben es eilig, die Hölzer aus dem Wald auf die Mole in Steenodde zu verbringen. Um aufs Tempo zu drücken, hat Josef Pirchmoser für einige Tage gleich zwei Holztransporter im Einsatz. Dann wird der bisher auf Amrum stationierte, stärkere Lastwagen auf dass Festland gehen, wo er die Beladung in einem ebenfalls zu räumenden Forstabschnitt unterstützt. „Neben dem Auftrag auf Amrum sind beziehungsweise waren wir gleichzeitig auf Föhr und dem Festland im Einsatz, umreißt der Südtiroler sein Engagement im Norden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen