dauerbrenner : Amrumcard erneut auf dem Prüfstand

Das neue System könnte die Gäste bereits bei der Anreise erfassen.
Das neue System könnte die Gäste bereits bei der Anreise erfassen.

Bei der jüngsten Verwaltungsrats-Sitzung der Amrum-Touristik wurde ein Thema erneut angesprochen, das die Insulaner bereits seit 14 Jahren immer wieder beschäftigt: Die Einführung einer elektronischen Kurkarte.

shz.de von
26. November 2013, 08:00 Uhr

Bei der jüngsten Verwaltungsrats-Sitzung der Amrum-Touristik wurde ein Thema erneut angesprochen, das die Insulaner bereits seit 14 Jahren immer wieder beschäftigt: Die Einführung einer elektronischen Kurkarte, der sogenannten Amrumcard. Durch dieses System soll erreicht werden, dass künftig alle Gäste, die Kurtaxepflichtig sind, die Abgabe auch bezahlen.

„Wir müssen in der derzeit laufenden Prüfphase die Rahmenbedingungen solch eines Systems, das sich auf den ostfriesischen Inseln Juist und Norderney bereits bewährt hat, auf die sehr ähnlich gelagerten Amrumer Verhältnisse projizieren“, erklärte Tourismuschef Frank Timpe dazu. Im April hatte sich eine Arbeitsgruppe aus Mitgliedern des Verwaltungsrates auf Juist umfangreich informiert. Die dort geführten Gespräche mit Verantwortlichen und Vermietern hätten gezeigt, dass die Einführung dort geräuschlos vonstatten gegangen sei.

„Es ist unstrittig, dass hier kein System auf Biegen und Brechen umgesetzt werden soll“, sieht Timpe den Ausgang der derzeitigen Projektarbeit ergebnisoffen. Denn eine Einführung habe nur Sinn, wenn dadurch mehr Abgabeehrlichkeit erreicht und so zusätzliche Mittel zur Erhaltung und Modernisierung der öffentlichen Infrastruktur eingenommen werden könnten.

In allen Diskussionen zu diesem Thema in den zurückliegenden Jahren war für die Kommunalpolitiker die Tatsache, dass immer noch längst nicht alle, die dies müssten, die Kurabgabe zahlen, die Motivation für eine Umstellung. Hierbei sollte ein System eingeführt werden, das den Gast bereits bei seiner Anreise, spätestens aber beim Betreten der Insel erfasst hätte.

„Es ist immer wieder beeindruckend, wie viele Besucher, die den Amrumer Leuchtturm besteigen möchten, bereit sind, aufgrund der nicht vorhandenen Kurkarte einen erhöhten Eintrittspreis zu zahlen“, berichtet Tourismuschef Frank Timpe, dass die Amrum-Touristik selbst bei vorsichtigen Schätzungen davon ausgehe, dass der Insel jährlich fünf bis zehn Prozent an Kurabgabe durch die Lappen gingen. Das mache Mindereinnahmen von rund 1,8 Millionen Euro aus, zeigt der Tourismusfachmann auf.

Als erstmals über die Einführung einer elektronischen Kurkarte diskutiert worden war, hatten die Verantwortlichen die damals noch hohen Kosten für ein neues Meldesystem abgeschreckt. Zudem bestanden Befürchtungen, dass die Einrichtungen an den Fähranlegern zur Erfassung der Fahrgäste Besucher verärgern und abschrecken könnten. „Mittlerweile hat sich die Technik enorm weiterentwickelt und eine in Aussicht gestellte Kooperation mit der Wyker Dampfschiffs-Reederei würde unserem System eine wichtige Basis bieten“, beschreibt Timpe. Hierbei würde die mit einem Barcode ausgestattete Fahrkarte der Reederei genutzt werden. Die Entrichtung der Kurabgabe könnte dann an geeigneter Stelle erfolgen.

„Wir weisen darauf hin, dass eine Prüfung der Kosten-Nutzen-Struktur über eine mögliche Einführung entscheidet und erst nach unserem Votum Detailfragen angefasst werden“, erklärte die Ausschussvorsitzende Elke Dethlefsen den zahlreichen Bürgern. Diese hatten sich bereits Gedanken gemacht, wie es mit der Freistellung ihrer auf dem Festland lebenden Kinder bei einem Besuch der Heimat vonstatten ginge und wie die Erreichbarkeit der Servicestellen am Wochenende angedacht ist.

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