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Vermisster Flüchtling : Amrum: Verdächtige gestehen Mord an Ceetin K.

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Obduktion bestätigt: Ceetin K. fiel einem Gewaltverbrechen zum Opfer. Die Verdächtigen räumen die Tat ein.

Amrum/Flensburg | Einen Tag nach dem grausamen Fund am Südstrand von Amrum haben die beiden Tatverdächtigen ihre Schuld eingestanden. Das sagte Oberstaatsanwältin Ulrike Stahlmann-Liebelt im Gespräch mit shz.de. Das Motiv wird weiterhin im persönlichen Bereich vermutet. Weitere Details wurden bislang nicht von der Staatsanwaltschaft bekannt gegeben.

Unterdessen heißt es von der Polizei, dass die Obduktion soweit abgeschlossen sei, dass der Tote als Ceetin K. identifiziert werden konnte. Der 27-jährige Flüchtling wurde seit Ende April vermisst. Da die Leiche allerdings sehr stark verwest ist, konnte noch keine Todesursache festgestellt werden.

Am Donnerstag hatte einer der Täter die Mordkommission zu der Leiche – vergraben im Dünensand – geführt. Tagelang hatte die Polizei bereits auf der Insel gesucht. Gestern brachten Beamte den Insulaner Marwin H. (20) aus der Untersuchungshaft nach Amrum. In Begleitung seines Rechtsanwalts zeigte er den Ermittlern, wo ungefähr die Leiche an der Südspitze der Insel zwischen den Dünen zu finden sein müsste.

Am Mittag stießen Beamte dann auf den Toten, der eine markante Tätowierung am Unterarm hat. Damit hatte die Suche, für die an diesem Tag sogar ein Frontlader des Landesbetriebs Küstenschutz eingesetzt wurde, ein Ende. Am Nachmittag untersuchte ein Rechtsmediziner aus Kiel, der eigens auf die Insel geschickt wurde, den Leichnam.

In den Dünen von Amrum schob zunächst der Radlader den Sand zur Seite, dann übernahmen Polizisten mit Schaufeln die Suche – und stießen auf die Leiche.
In den Dünen von Amrum schob zunächst der Radlader den Sand zur Seite, dann übernahmen Polizisten mit Schaufeln die Suche – und stießen auf die Leiche. Foto: Polizei Flensburg
 

Täter und Opfer kannten sich, sollen befreundet gewesen sein. Sie alle wohnten im gleichen Mehrfamilienhaus. Marwin H., der eine Lehre bei Edeka begonnen hatte, sein Freund Maxim A. (26), der in der Gastronomie arbeitete, und Flüchtling Ceetin K., dem die Gemeinde eine Wohnung in dem Haus zugewiesen hatte.

Im Mai verschwanden die drei jungen Männer plötzlich. Die Insulaner starteten eine Vermisstensuche, hängten Fotos aus. Im Juli tauchten Marwin H. und Maxim A. wieder auf. Sie waren für einen Einbruch auf die Insel gereist. Ihr Ziel war der Edeka-Zentralmarkt in Wittdün – womit Marwin H. ausgerechnet bei seinem eigenen Arbeitgeber einbrach. Die beiden Männer sollen eine Außenkamera zerstört haben, eine Kamera im Markt jedoch übersehen haben. Als sie mit der Fähre wieder zum Festland fuhren, wurden sie erkannt – wegen der Suchbilder. In Dagebüll nahm die Kripo sie in Empfang. Beide wurden befragt, bestritten aber zu wissen, wo Ceetin K. geblieben war. Sie kamen wieder auf freien Fuß. Den Ermittlern gelang es zunächst nicht, sie mit dem Verschwinden des Irakers in Verbindung zu bringen. Die Polizei war sich zu diesem Zeitpunkt schon sicher, dass Ceetin K. die Insel nicht verlassen hat, einem Verbrechen zum Opfer gefallen war und nicht mehr lebte. Sein Konto blieb unberührt, bei Facebook, wo er sonst täglich schrieb, tat sich nichts mehr.

Bald rückten die beiden Bekannten dann in den Fokus der Polizei. Marwin H. und Maxim A., der aus Sachsen stammt, waren nach Chemnitz gefahren, wo schließlich die Handschellen klickten. „Wir haben Haftbefehl wegen des Verdachts des Totschlags erlassen“, sagte Oberstaatsanwältin UIrike Stahlmann-Liebelt. Am vergangenen Freitag wurden die beiden Männer dem Amtsgericht Chemnitz vorgeführt, das den Haftbefehl bestätigte.

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