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Positive Reaktionen : Amrum-Card auf der Zielgeraden

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Kommt sie nun oder kommt sie nicht? In einer gemeinsamen Sitzung sprachen sich die Tourismus-Ausschüsse der drei Insel-Gemeinden für die Einführung aus.

Kommt sie nun oder kommt sie nicht?, lautet die derzeit vorherrschende Frage, wenn es um das Thema Amrum-Card geht. Zur Erinnerung: Bereits vor 15 Jahren hatte man sich zum Kurabgabe-Einzugsverfahren fundierte Gedanken gemacht, sich seinerzeit aber nicht zuletzt der Kosten wegen dagegen entschieden. Damals ließ sich ein neues System betriebswirtschaftlich schlicht nicht darstellen. Weiterentwicklungen bei Hard- und Software sowie den technischen Möglichkeiten hätten sich auch auf die Kosten ausgewirkt, erklärt Frank Timpe, Vorstand der Amrum-Touristik, so dass der Wunsch der Amrumer Gemeinden nachvollziehbar sei, das Ganze noch einmal auf die Tagesordnungen zu setzen.

Eine Arbeitsgruppe wurde gegründet, die das Thema Amrum-Card noch einmal auf den Prüfstand stellte. Erarbeitet wurden ein umfassender Sachstandsbericht und eine politische Beschlussempfehlung. Zudem wurde in den drei Insel-Gemeinden in Informationsveranstaltungen das Stimmungsbild in der Bevölkerung abgefragt; Fragen und Anregungen wurden gehört und in die Planungen einbezogen. Einzusehen sind die konzeptionellen Grundlagen auf der eigens eingerichteten Internetseite www.amrum-card.de.

Es folgte eine öffentlichen Sitzung der drei Tourismusausschüsse, in der Frank Timpe das Ergebnis präsentierte. Demnach soll durch die Einführung einer Amrum-Card eine möglichst vollständige Erfassung der Gäste erfolgen und damit mehr Geld in die Kassen gespült werden. Erfahrungswerte von den ostfriesischen Nordseeinseln Juist und Norderney versprächen einen Anstieg der Einnahmen aus der Kurabgabe um mehr als zehn Prozent.

Sollte das Projekt realisiert werden, stünden einige Änderungen ins Haus. So würde die Kurabgabe anonym über einen Barcode etwa mit dem Fährticket abgerechnet; personenbezogene Daten wie das Herkunfts-Bundesland stünden nicht mehr zur Verfügung. Deshalb soll geprüft werden, ob und wie wichtige Daten für ein professionelles Marketing in anderer Form beschafft werden könnten.

Auch bei der Kontrolle der Kurkarten könnten neue Wege beschritten werden und die Zahlung der Kurabgabe vor dem Verlassen der Insel am Fähranleger via Scanner durch Personal oder Terminals nachgewiesen oder an Automaten bezahlt werden. Das hieße jedoch, dass bei hohem Passagieraufkommen auch mehr Personal für eine störungsfreie Kontrolle vorgehalten werden müsste, was wiederum Mehrkosten verursachen würde. Eine etwaige Freischaltung von Nicht-Kurabgabepflichtigen wie Insulaner, Dauerkurkartenbesitzer oder Handwerker vom Festland soll in das System integriert werden.

Besprochen wurden auch ergänzende Vorschläge wie etwa die Online-Buchbarkeit der Kurabgabe. Mögliche Negativfolgen in der Wahrnehmung der Insel, die mit dem Slogan „kleine Insel, große Freiheit“ wirbt, seien zu berücksichtigen. Erklärtes Ziel sei in jedem Fall, das wurde an diesem Abend deutlich, auf zusätzliche Absperrmaßnahmen wie Personen-Vereinzelungsanlagen oder Schranken zu verzichten. Dennoch werde sich, auch darüber herrschte Konsens, Unmut bei den Gästen nicht gänzlich verhindern lassen.

Frank Timpe stellte außerdem klar, dass die Wirtschaftlichkeit der Amrum-Card regelmäßig überprüft werden soll. Zwar sei über deren Einführung noch nicht entschieden, aber: „Dass das derzeitige Kurabgabeverfahren dringend überarbeitet werden muss, daran gibt es keinen Zweifel.“ Einmal mehr wies der Vorstand der Amrum-Touristik darauf hin, dass die aktuell eingesetzte Software total veraltet sei. Weshalb man Kontakt zur Föhr Tourismus GmbH aufgenommen habe, um sich das dort genutzte Programm vorführen zu lassen und sich über die Erfahrungen mit diesem System zu informieren.

Nach eingehenden Beratungen waren die Reaktionen der Ausschüsse positiv: Einstimmig wurde den Gemeindevertretungen empfohlen, entsprechend zu entscheiden und einer Einführung vorbehaltlich weiterer Prüfungen zur Machbarkeit und Vertiefung der Konzeptansätze zum nächstmöglichen Zeitpunkt (frühestens 1. Januar 2017) zuzustimmen.

Die Tourismusausschüsse empfahlen weiterhin, die Amrum-Touristik mit der Prüfung zu beauftragen, ob bestehende markteingeführte Kurabgabe- beziehungsweise Meldescheinprogramme gegebenenfalls als Basissystem mit dem Amrum-Card-Konzept zu vernetzen sind.

Zu Beginn des kommenden Jahres ist eine gemeinsame Sitzung der drei Gemeindevertretungen geplant, in der die mögliche Einführung aufgrund der Beratungen in den Tourismusausschüssen richtungsweisend diskutiert werden soll.

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erstellt am 20.Dez.2015 | 19:12 Uhr

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