Willkommener Haushalts-Überschuss : Amrum auf neuen Wegen

Bohlenwege sind ein Teil des neuen Wegekonzeptes.
Bohlenwege sind ein Teil des neuen Wegekonzeptes.

Nebeler Gemeindevertreter stellen Weichen für ein öffentliches Wegekonzept und schnelles Internet.

shz.de von
01. März 2018, 17:00 Uhr

Es sieht gut aus für die Gemeinde Nebel: Für das kommende Jahr erwarten die Gemeindevertreter einen Haushaltsüberschuss von  219 000 Euro – Spielraum genug für das ein oder andere Projekt. Ganz oben auf der Wunschliste: Eine gute Infrastruktur und das schnellste Internet für die Insel. Gesagt, getan. Mit einem von den Gemeindevertretern beschlossenen Investitionspaket von insgesamt  479 000 Euro geht es 2018 nicht nur Parkplatzoberflächen und der Laternenbeleuchtung an den Kragen: Mit 172 300 Euro soll der größte Anteil in den nächsten Monaten den zügigen Breitbandausbau vorantreiben.

Aufatmen können die Amrumer Gemeinden schon bald noch an anderer Stelle: Eine für die Gemeindepolitiker erfreuliche Nachricht aus Kiel bringt nicht nur für das Internet neue und schnelle Wege mit sich. Seit über zehn Jahren versucht die Gemeinde, für ein neues öffentliches Wegekonzept Fördermittel vom Land zu erhalten. Diverse Anfragen an die zuständigen Behörden (Umweltministerium des Landes und Untere Naturschutzbehörde) blieben jahrelang unbeantwortet. Doch nun kommt Bewegung in die Sache: Die Ministerien haben das Wegekonzept bewertet und ihre Änderungswünsche mitgeteilt.

Da sich in der Zwischenzeit naturgemäß einige Rahmenbedingungen auf der Insel geändert haben, soll das Konzept nach einem Leistungsverzeichnis der Unteren Naturschutzbehörde von einer Planungsfirma fortgeschrieben und aktualisiert werden. Die Amrum-Touristik wurde als zentraler Partner von den drei Gemeinden nun beauftragt, Fördermittel für die Studie zu beantragen. Das Wegekonzept soll als gemeinsame Grundlage für künftige Schutz- und Infrastrukturmaßnahmen in den Naturschutzgebieten auf Amrum dienen.

Damit war es auf der Gemeindevertretung noch nicht genug mit elementaren Veränderungen. Ein beständiges Hauptanliegen der Gemeindevertreter ist es, den Charakter des Ortsbildes zu erhalten. Die Ortsgestaltungssatzung regelt für Nebel im Detail, wie bei den einzelnen Gebäuden ein Neu- beziehungsweise Umbau durchgeführt werden darf. Bisher gab es in der Satzung missverständliche Regelungen und nicht immer eindeutige Hinweise. Mit den Änderungen ist nun klarer definiert, in welcher Lage, Größe und Optik Türen und Fenster zu verbauen sind. Zudem wurden gestalterische Bestimmungen dieser Art aus den Bebauungsplänen gestrichen, da allein die Ortsgestaltungssatzung diesen Bereich regeln soll. So erlaubten beispielsweise einige Bebauungspläne noch den Bau von Außenkaminen und Garagen mit Flachdach, was nach der Ortsgestaltungssatzung unzulässig ist.

Gestaltung ist auch das Stichwort für die Amrum-Touristik Nebel. Mit einem Verlust von  22 700 Euro ist der Spielraum etwas kleiner. Trotzdem will die GmbH im kommenden Jahr  334 000 Euro in die Neugestaltung der Strandübergänge investieren. Nach wie vor werden 50 Prozent der Einnahmen durch die Kurabgabe erzielt. Zudem hoffen die Verantwortlichen auf Fördergelder. Es wurde beschlossen, den entsprechenden Planungsauftrag im Rahmen des ITI-Förderprogrammes zu vergeben und die notwendigen Fördergelder zu beantragen.

Sie sind knallgelb, bestimmten früher das Ortsbild einer jeden Gemeinde und waren für so manchen sicherlich der Retter in Not. Doch nun hieß es in Nebel „Time to say goodbye“. Die Rede ist von gelben Telefonzellen, die im Zeitalter der Mobiltelefone zunehmend überflüssig wurden. Nun teilte Bürgermeister Bernd Dell-Missier mit, „dass die Telekom auf Grund mangelnder Wirtschaftlichkeit auch die letzte öffentliche Telefonstation in Nebel abbauen wird“.

Thematisiert wurden auch die Verwendungen der Zwecksverbandsumlage. Zur Finanzierung gesamtinsularer Belange beträgt der Anteil Nebels für das Jahr 2018 39 Prozent, was 234 000 Euro entspricht. Das Geld wird beispielsweise für Investitionen in Kindergärten, Jugendzentren oder des Deutschen Roten Kreuzes genutzt.

Bei sämtlichen Haushaltsbelangen und der gesamten Buchhhaltung hat die Umstellung auf das Doppik-Verfahren bisher manche Probleme bereitet. Einige ältere Jahresabschlüsse der Gemeinden konnten dadurch bisher nicht getätigt werden. Die Gemeindevertreter genehmigten jetzt die Jahresabschlüsse von 2013 und 2014 sowie die damit verbundenen über- und außerplanmäßigen Ausgaben.

Positive Nachrichten gab es schließlich auch zum Stand der Verbesserung der wassergebundenen Wege. Länge, Aufbau, Profil und Ort einer Teststrecke, die die neuesten Erkenntnisse demonstrieren soll, werden zurzeit mit dem Bauamt in Wyk diskutiert.

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