Leinen los : Amrum: Abschied von der „Vormann Leiss“

Der Neubau hat seine erste Probefahrt bereits erfolgreich hinter sich gebracht.
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Der Neubau hat seine erste Probefahrt bereits erfolgreich hinter sich gebracht.

Bereits einige Wochen, bevor der Nachfolger in Dienst gestellt werden soll, hat der Seenotrettungskreuzer „Vormann Leiss“ am Sonntag Amrum für immer verlassen.

shz.de von
12. Mai 2015, 09:00 Uhr

Bereits einige Wochen, bevor der Nachfolger in Dienst gestellt werden soll, hat der Seenotrettungskreuzer „Vormann Leiss“ am Sonntag Amrum für immer verlassen. Der zweite Vormann Manfred Pahlke gab im Wittdüner Seezeichenhafen das Kommando „Leinen los“ und verholte noch einmal kurz zum angestammten Liegeplatz, wo bereits die „Vormann Jantzen“, der Reservekreuzer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) die Wache übernommen hat. Mit einem knappen „gute Fahrt“ und einem satten Schiffshornkonzert verabschiedeten die Schiffe im Hafen den 1985 in Dienst gestellten Rettungskreuzer zu seinem letzten Auslaufen aus dem Wittdüner Hafen.

Hier hatte das Spezialschiff der 23-Meter-Klasse seit Dezember 2008 rund um die Uhr in Einsatzbereitschaft gelegen, war zur Hilfe geeilt, wenn in den Gewässern um Amrum und Föhr ein Schiff in Seenot geriet und wurde oft auch als „Krankenwagen“ eingesetzt, wenn ein Patient von Amrum in die Föhrer Inselklinik verlegt werden musste. Und einmal wurde die „Vormann Leiss“ sogar zum Kreißsaal: Das war im Oktober 2011, als es der kleine Gideon Raphael besonders eilig hatte und auf dem Weg nach Föhr an Bord des Seenotkreuzers zur Welt kam.

Rund acht Stunden dauerte am Sonntag der Törn in die Weser – bei sonnigem, aber recht windigem Wetter mit stürmischen Böen. Am Abend ging die „Vormann Leiss“ am brandneuen Seenotrettungskreuzer „SK 35“ längsseits, um noch einige Gegenstände auf das neue Schiff umzuladen. Gestern fuhr sie dann weiter nach Bremen zur Zentrale der DGzRS. „Sie ist angekommen und liegt direkt vor meinem Fenster“ berichtete der Pressesprecher der DGzRS, Christian Stipeldey, gestern Nachmittag.

In Bremen wird jetzt noch eine Inspektion stattfinden, bevor das Schiff seinem neuen Besitzer übergeben wird. „Der Käufer erhält ein bestens gepflegtes Schiff, dass selbst unter härtesten Bedingungen hundertprozentig zuverlässig ist und seine Mannschaft immer wieder gut nach Hause gebracht hat“, waren sich die Besatzungsmitglieder einig.

Der neue Seenotkreuzer, der noch „SK 35“ heißt, hat bereits seine ersten erfolgreichen Probefahrten absolviert und wird im Rahmen der Feierlichkeiten zum 150-jährigen Bestehen der DGzRS getauft. Am 30. Mai 2015 wird der Festakt in Bremerhaven stattfinden. Derweil hat für einen Teil der zukünftigen Besatzung bereits die Einweisung in die Technik des neuen Schiffes begonnen. Es wird seinen Dienst auf der Station Amrum voraussichtlich im Juni aufnehmen.

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