Utersum und Nieblum : Altes Festival ganz neu

Die neuen Chefs: Julian und Roman Wasserfuhr (v. li.).
Die neuen Chefs: Julian und Roman Wasserfuhr (v. li.).

Bei Jazz goes Föhr gibt es erstmals auch Konzerte auf Föhr-Land. Außerdem sind fünf Veranstaltungen in Wyk geplant.

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02. Juni 2018, 13:00 Uhr

20 Mal hieß es bisher im Sommer eine Woche lang „Jazz goes Föhr“ – doch tatsächlich fanden die Veranstaltungen des Föhrer Jazzfestivals alle in Wyk statt. Das wird beim 21. Festival, das vom 23. bis 27. Juli stattfindet, anders: Erstmals kommen die Jazzer auch nach Föhr-Land, wird es Konzerte an der Nieblumer Meere und im Utersumer Kurgarten geben.

Nicht die einzige Neuerung, denn das Föhrer Jazzfestival hat sich völlig neu aufgestellt. Der Gründer und langjährige künstlerische Leiter Wolfgang Phillip, der die Jazz-Woche bisher stets mit ehrenamtlichen Helfern auf die Beine gestellt hatte, hat sich zur Ruhe gesetzt. Das Festival findet nun unter dem Dach der Wyker Touristik GmbH (WTG) statt und hat mit den Brüdern Roman und Julian Wasserfuhr zwei junge Chefs bekommen, die sich Jazz goes Föhr verbunden fühlen, seit sie selbst dort aufgetreten sind (wir berichteten).

„Als ich erfuhr, dass Wolfgang Philipp aufhören will und keinen Nachfolger findet, bin ich aktiv geworden“, berichtet WTG-Chef Kurt Weil, selbst ein bekennender Jazz-goes-Föhr-Fan der ersten Stunde. In WTG-Veranstaltungsleiter Andreas Miler fand er einen engagierten Mitstreiter. Die beiden sind nun für alles Organisatorische zuständig. Der Internet-Auftritt und das Programmheft wurden überarbeitet, „so dass die Leute das als neuen Abschnitt wahrnehmen“, sagt Weil. Die Sponsoren wurden abgeklappert, und zum Glück seien viele der bisherigen Unterstützer bei der Stange geblieben.

Und dann ging es an die Programmgestaltung. Die beiden Wasserfuhrs, angesagte junge Jazzmusiker aus dem Rheinland, haben laut Weil „richtig Bock auf das Festival“. Sie setzen bei ihrem Debüt überwiegend auf Musiker, die auf Föhr noch nicht zu hören waren, von Weil und Miler kam die Idee, das Festival auf die Landgemeinden auszuweiten. „Unser Auftrag ist es ja auch, die Gäste zu bespaßen“, meint Miler.

Denn gerade auch bei Insel-Urlaubern genießt Jazz goes Föhr schon lange einen hervorragenden Ruf, viele legen ihren Aufenthalt ganz bewusst auf die Festival-Woche. „Das ist nichts Beliebiges, sondern ein wichtiges, gewachsenes Event, das Gäste zieht“, betont der WTG-Chef. Seit im letzten Jahr bekannt geworden war, dass die bisherigen Festival-Macher aufhören, gebe es immer wieder Gäste-Anfagen, ob und wie es weitergeht. „Ein Schweizer fragte sogar in einer E-Mail, ob er auch in diesem Jahr sein Saxophon wieder mitbringen kann“, erzählt Weil.

Er kann, denn auch die Sessions nach den Konzerten im Kurgartensaal wird es wieder geben. „Die finden jetzt im ‚Aquamarin‘ an der Strandpromenade statt, da können wir mit Meerblick jammen und gleichzeitig die Künstler verpflegen“, so Weil. Denn dass es für die nach der Arbeit ein gutes Essen gibt – auch diese Tradition wollen Weil und Miler beibehalten.

Fünf Konzerte im Kurgartensaal wird es in diesem Jahr geben, dazu – und das bei freiem Eintritt – jeweils eine Open-Air-Veranstaltung in Nieblum und Utersum. Programm-Infos gibt es bereits unter www.foehr.de/jazzgoesfoehr im Internet.

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