Sammelaktion : Alte Stifte für syrische Mädchen

Auf Föhr sind die Kita St. Nicolai und der Sperrgutbasar Sammelstellen für die ausrangierten Schreibgeräte.
Auf Föhr sind die Kita St. Nicolai und der Sperrgutbasar Sammelstellen für die ausrangierten Schreibgeräte.

Mit einer originellen Spendenidee will der Weltgebetstag Gutes für Flüchtlinkskinder im Libanon tun.

shz.de von
13. Februar 2018, 08:30 Uhr

Mit alten, unbrauchbar gewordenen Schreibstiften soll Gutes getan werden. Durch das Recycling von Stiften unterstützt der Weltgebetstag Deutschland ein Team aus Lehrern und Psychologen der Hilfsorganisation „Beit el-Nour“, das 200 syrischen Mädchen in einem Flüchtlingscamp im Libanon Schulunterricht ermöglicht.

Seit Kriegsbeginn in Syrien sind über eine Million Menschen ins Nachbarland Libanon geflohen. Für das kleine Land am Mittelmeer, halb so groß wie Hessen, eine echte Herausforderung. Zu den vier Millionen Einwohnern kamen innerhalb von vier Jahren mehr als 1,2 Millionen syrische Flüchtlinge hinzu. Unter ihnen sind 400 000 Kinder im Alter zwischen fünf und siebzehn Jahren, von denen zwei Drittel seit Jahren kein Klassenzimmer mehr von innen gesehen haben.

Im Vorfeld des Weltgebetstages 2018 gibt es nun eine besondere Aktion: In Geschäften, Schulen, Kindergärten und Kirchen können gebrauchte Stifte abgegeben werden. Eine Fachfirma recycelt das Material und spendet pro Stift einen Cent an den Weltgebetstag. Mit dem Geld wird ein Team aus Lehrern und Psychologen unterstützt, das 200 syrischen Mädchen in einem Flüchtlingscamp im Libanon Schulunterricht ermöglicht. Für 450 Stifte kann beispielsweise ein syrisches Mädchen mit Schulmaterial ausgestattet werden.

Es ist vor allem der geregelte Alltag mit Lernen und der Beschäftigung mit altersgerechten Themen, der den Mädchen dabei hilft, die entsetzlichen Erinnerungen an Krieg und Flucht zu bewältigen. In einer Situation, in der niemand weiß, welche Nachrichten der nächste Tag bringen wird, ist die Arbeit von „Beit el-Nour“ ein Rettungsanker für die verletzten Kinderseelen und damit Hoffnung für deren Eltern, dass ihre Kinder in all dem Elend eine Perspektive haben.

In Wyk werden die ausrangierten Stifte in der ev. Kindertagesstätte St. Nicolai und dem Sperrgutbasar gesammelt. Abgegeben werden sollten nur Kugelschreiber, Gelroller, Marker, Filzstifte, Druckbleistifte, Korrekturmittel (auch Tippex-Flaschen), Füllfederhalter und Füllerpatronen. Nicht abgenommen werden Klebestifte, Radiergummis, Lineale, Bleistifte und Scheren oder Ähnliches.

In Deutschland gibt es bereits über 500 Sammelstellen, aber auch in der Schweiz, in Costa Rica, Finnland und Rumänien sammeln die Menschen leere Stifte. Rund 250 Kilogramm waren bis Ende Januar bei der Recyclingfirma eingegangen.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen