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125 Jahre wyker turnerbund : Alte Herren turnen seit 117 Jahren

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Gymnastik und Ballspiele sowie gute Laune sind fester Bestandteil des wöchentlichen Trainings der Senioren-Sparte des WTB. Die wurde vor 117 Jahren gegründet und zählt zu den ältesten des Vereins.

Wenn sich donnerstags um 20 Uhr eine Gruppe älterer Herren in der großen Turnhalle in der Süderstraße zum Training einfindet, ist die gute Laune fester Bestandteil des Programms. Es ist spürbar, dass die Chemie in der Gruppe stimmt – Frotzeleien und die Art, miteinander umzugehen, zeigen, dass man sich versteht.

Die Rede ist von der Senioren-Sparte des Wyker Turnerbundes (WTB), die zu den ältesten des Vereins zählt. Als „Altersriege“ war sie am 11. Februar 1896 ins Leben gerufen worden, nur wenige Wochen nach dem Zusammenschluss der beiden Wyker Vereine „Wyker Turnerbund von 1888“ und „Gut Heil von 1894“ zum „Wyker Turnerbund Gut Heil“. Nach Rudolf Moll, Klaus Boje, Siegfried Dutschke oder Günther Jürgensen leitet Gerhard Köhn die Gruppe seit 22 Jahren, dem seine „Truppe“ ein außerordentliches Engagement bescheinigt. „Dass wir so gut dabei sind, ist der Verdienst von Gerhard Köhn“, spricht der Wrixumer Friedrich Amfaldern für alle. „Er ist unser Trainer, hält uns zusammen und führt uns sehr gut.“

14 Mitglieder im Alter von 59 bis 79 Jahren zählt die Sparte heute, etwa zehn gehören zum harten Kern, der regelmäßig dabei ist. Für die steht zum Einstieg gut 30 Minuten lang Gymnastik auf dem Programm. Alles Mögliche sei dabei, so Köhn, bis hin zu Rückenschule und Pilates oder Aufwärmtraining mit dem Ball. Eine spezielle Ausbildung hat der Coach nicht, der sich seine Kenntnisse in Lehrgängen angeeignet hat.

Ein weiterer Vorteil sei, dass er alle Einheiten mitmache, „dann merkst du selbst, ob es passt oder nicht“. Und neue Übungen werden ohnehin in den eigenen vier Wänden allein ausprobiert. Flexibel und spontan muss der Spartenleiter sein, denn nicht alle Teilnehmer bringen die gleichen körperlichen Voraussetzungen mit. „Ich muss schauen wer kommt“, jongliert Köhn im Bedarfsfall kurzfristig mit den Trainingseinheiten.

Ihren Boom erlebte die Gruppe gegen Ende der 1990-er Jahre, als sich rund 20 Mitglieder eingeschrieben hatten. Eigentlich zuviel, ist der Spartenleiter nicht traurig über die nicht mehr ganz so hohe Teilnehmerzahl. Zum einen falle es leichter, den Einzelnen im Auge zu behalten und die Aufsichtspflicht zu erfüllen, zum anderen wird es ab 15 Sportlern eng in der Halle, denn nach dem gymnastischen Teil wird manchmal Basket- oder Fußball, in der Regel aber Prellball gespielt.

Schon immer erfreute sich die „Altherren-Riege“, wie sie zwischenzeitlich genannt wurde, großer Beliebtheit. Deren Teilnehmer waren, je nach Jahreszeit, auch in anderen Sparten anzutreffen und Kameradschaft sowie Geselligkeit wurden schon immer groß geschrieben. Bildete früher das „Scheunenfest“ den jährlichen Höhepunkt, sind dies heute Sommerfest und Weihnachtsfeier. „Früher waren wir viel aktiver“, berichtet Gerhard Köhn, der den Altersdurchschnitt der Sparte gern senken würde und auf neue Mitglieder hofft. Da sei man in sozialen Belangen sehr aktiv gewesen und habe Veranstaltungen organisiert und Geld gesammelt, das dann gespendet worden sei. „Bis vor zwei Jahren haben wir auch noch das Sportabzeichen gemacht, eine Aktivität, die mittlerweile eingeschlafen ist.“

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erstellt am 13.Okt.2013 | 18:47 Uhr

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