Kehrtwende in Wyk : Alles zurück auf Anfang

Die Mängel in der Halle im Wyker Gewerbegebiet sind mittlerweile behoben.
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Die Mängel in der Halle im Wyker Gewerbegebiet sind mittlerweile behoben.

Die Stadtvertreter beschlossen mehrheitlich, die Nationalpark-Halle doch nicht zu kaufen. Föhr Tourismus GmbH sucht neuen Veranstaltungsleiter

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06. Juli 2015, 09:00 Uhr

Wyk hat eine Baustelle weniger: Mehrheitlich beschlossen die Stadtvertreter in ihrer jüngsten Sitzung, vom Kauf der Nationalparkhalle zurückzutreten. „Der Vorgang ist zu den Akten gelegt“, bestätigte Bürgermeister Paul Raffelhüschen den Schlussstrich unter einem Verfahren, in dessen Verlauf alle Beteiligten nicht immer eine glückliche Figur gemacht hatten (wir berichteten). Den Eigentümern habe ein Angebot einer Käufergruppe vorgelegen, die die Halle wie bisher weiter betreiben wolle, berichtet Raffelhüschen. Für die Kommunalpolitiker eine willkommene Reißleine, die sie zogen und der Rückabwicklung zustimmten.

Doch obwohl die Politiker mit einem blauen Auge aus einem Vertrag mit einigem Konfliktpotenzial herauskommen: Für Wyks Bürgermeister wäre eine Veranstaltungshalle im Besitz der Stadt die bessere Variante gewesen. „Ich hätte den Kauf lieber in trockene Tücher gebracht. Dann hätten wir gewusst, was dort passiert.“ Mehrheitsfähig war Raffelhüschen mit dieser Ansicht nicht, wie seine Parteikollegin Claudia Andresen deutlich machte. Genau diese Konstellation habe man sich immer gewünscht, ist die Fraktionssprecherin der CDU mit der Entscheidung ebenso zufrieden wie der SPD-Sprecher Peter Schaper: „Diese Entwicklung kann der Stadt nur guttun, da sie den früheren Status Quo bedeutet.“ Verbunden mit dem angenehmen Nebeneffekt, dass man 880  000 Euro spare.

Parteiübergreifend ist zu spüren, dass nichts von den Diskussionen und dem Ärger, der sich im Rahmen der Vertragsverhandlungen mit den Eigentümern ergeben hatte, hängenbleiben soll. Denen seien vielmehr die Bemühungen anzurechnen, so der Tenor, alle vorgebrachten Beanstandungen abgearbeitet zu haben. Dass dies auch geschah, und die Halle im Wyker Gewerbegebiet nach einer neuerlichen Begehung durch das Kreisbauamt im Rahmen der bisher erteilten Baugenehmigung für Veranstaltungen mit bis zu 320 Besuchern freigegeben wurde, bestätigt Hans-Martin Slopianka, Pressesprecher des Kreises Nordfriesland. Ein erster Schritt, denn ein Bauantrag soll die maximal zulässige Personenzahl künftig auf bis zu 400 Sitz- oder 700 Stehplätze erweitern. „Im Rahmen des Baugenehmigungsverfahrens wird dann auch der Nachweis über die erforderliche Außenluftzuführung erbracht werden“, betont Hans-Martin Slopianka.

Die Wyker Politiker streben nun eine enge Zusammenarbeit mit den neuen Betreibern an. Und auch Jochen Gemeinhardt, als Geschäftsführer der Föhr Tourismus GmbH (FTG) für die Veranstaltungen zuständig, geht von einer guten Kooperation aus. Föhrs Tourismus-Chef beschäftigt derzeit allerdings ein ganz anderes Problem: Die FTG ist auf der Suche nach einem Veranstaltungsleiter, nachdem Alf Hülsmann, der die Funktion im Februar von Gila Rotermund übernommen hatte, das Unternehmen verlassen hat. Hülsmann hatte zu wenig Präsenz gezeigt, die Wochenenden auf dem Festland verbracht und folglich auf der Insel keine Kontakte aufbauen können. All dies war mit den Vorstellungen Gemeinhardts nicht kompatibel, der nun auf der Suche nach einem Nachfolger ist.

Derweil tritt man in Sachen Hotel am Südstrand weiterhin auf der Stelle, ist der Durchführungsvertrag noch immer nicht unterschriftsreif. Zu den strittigen Punkten zählen insbesondere die Personalwohnungen, für die ein Teil des Neubaugebietes am Kortdeelsweg im Gespräch ist. Bereits am kommenden Donnerstag soll das Thema erneut in der Stadtvertretung beraten werden.

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