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Zuwachs für die Flotte : Aller guten Dinge sind drei

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Wyker Dampfschiffs-Reederei plant weiteren Neubau – Fähre soll im Februar 2018 ausgeliefert werden.

Als die Wyker Dampfschiffs-Reederei (WDR) Ende 2011 die „Schleswig-Holstein“ in Dienst gestellt hatte, hatte Geschäftsführer Axel Meynköhn betont, dass dies auf absehbare Zeit der letzte Schiffsneubau der Reederei sein würde. Doch nun wird es doch noch eine weitere neue Fähre geben. Die WDR und die Rostocker Neptun-Werft haben, wie Meynköhn jetzt bekannt gab, vor einer Woche einen Vertrag zum Bau einer weiteren Doppelendfähre für die Föhr-Amrum-Linie unterzeichnet. Das neue Schiff wird ein modifizierter Nachbau der ebenfalls auf der Rostocker Werft gebauten „Schleswig-Holstein“.

Nachdem die Gesellschafterversammlung der WDR „mit erdrückender Mehrheit“, so Meynköhn, grünes Licht für einen Neubau gegeben hatte, habe man bei sechs Werften Angebote eingeholt. „Wir haben uns dann für die aus unserer Sicht beste Offerte entschieden. Die Rostocker kennen die Herausforderungen und wissen, was sie anbieten. Außerdem sprachen die sehr guten Erfahrungen mit der ‚Schleswig-Holstein‘ für diesen Betrieb.“ Liefertermin für die neue Fähre ist laut Meynköhn der 26. Februar 2018. „Wir hoffen sehr, dass vor der Ablieferung der zweite Seiteneinstieg im Wyker Hafen steht“, sagt der WDR-Chef.

Der Neubau wird die gleichen Abmessungen wie die „Schleswig-Holstein“ haben und ebenfalls maximal 1200 Personen transportieren können. „Etwas anders geschnitten ist hingegen das Fahrzeugdeck“, erläuterte Meynköhn, „als erstes WDR-Schiff wird der Neubau
vier Spuren für Lastwagen haben“. Dies sei möglich geworden, weil die Toiletten aufs Sonnendeck verlegt werden. „Das neue Schiff wird unser Lastesel“ kündigt Axel Meynköhn an, dass diese Fähre vorzugsweise zu Zeiten eingesetzt werden soll, zu denen besonders viele Lastwagen ihre Waren auf die Inseln transportieren wollen. Rund 350 Spurmeter für Pkw und 280 Spurmeter für Lkw wird das Schiff haben – im Vergleich zur „Rungholt“ ein Zuwachs von 50 beziehungsweise 80 Prozent.

Dass es nun doch in seiner Amtszeit noch einen weiteren Fährbau geben wird, begründet Meynköhn damit, dass die Reederei ihre Schiffe untereinander kompatibler machen wolle. Derzeit setzt die WDR zwei große und zwei kleine Fähren ein. Künftig sollen im Kernfahrplan überwiegend die drei neuen großen Schiffe, die ähnliche Kapazitäten haben, fahren. „Die ‚Rungholt‘ geht dann in den Ruhestand und die ‚Nordfriesland‘ in den Teilruhestand“, kündigt Meynköhn an. Das 1995 als letzte WDR-Fähre auf der Husumer Schiffswerft gebaute Schiff soll dann lediglich als Ergänzung eingesetzt werden, zum Beispiel wenn eine der anderen Fähren in der Werft ist. „So können wir mehr Kundschaft zufriedenstellen“, ist Axel Meynköhn überzeugt.

Auch die neue WDR-Fähre ist nach den Standards des Umweltsiegels „Blauer Engel“ konzipiert worden. „Wir wissen, dass Umweltschutz bei der WDR höchste Priorität genießt und stellen uns daher gern dieser Anforderung unseres Kunden“, sagte dazu Neptun-Werft-Geschäftsführer Manfred Müller-Fahrenholz. Im Vorfeld der Auftragsvergabe habe die WDR intensiv untersucht, welche Antriebsart unter dem Gesichtspunkt der Umweltverträglichkeit und Versorgungssicherheit zukünftig die beste sei. Dabei habe sich das Unternehmen wissenschaftlich unterstützen lassen. „Im Ergebnis haben wir für unseren Neubau wiederum einen dieselmechanischen Antrieb gewählt, der mit umweltfreundlichem Marinegasöl aus schleswig-holsteinischer Produktion betrieben wird“, beschrieb Axel Meynköhn das Ergebnis dieser Überlegungen. Als Antriebseinheit werden erneut vier Voith-Schneider-Propeller installiert.

Für die Neptun Werft ist der Neubauauftrag aus Wyk ein wichtiges Signal. „2010 ist uns mit der Bestellung der ‚Schleswig-Holstein‘ der Einstieg ins Fährschiffssegment gelungen. Jetzt kehrt unser damaliger Kunde zu uns zurück und bestellt einen Nachbau. Dies ist die beste Referenz, die wir uns wünschen können“, freut sich Manfred Müller-Fahrenholz. „Wir werden im Frühjahr 2017 mit dem Bau beginnen. Mit dem neuen Auftrag der WDR ist die Neptun-Werft nun bereits bis weit ins Jahr 2018 hinein ausgelastet“.

Mit dem jetzt in Auftrag gegebenen Neubau habe die WDR die jüngste Flotte an der Westküste zwischen Texel und Fanø sowie, was die Pkw-Kapazität angehe, an der deutschen Nordseeküste die größten Fähren, berichtet Meynköhn und ergänzt, dass die Reederei dann mit dem neuen Schiff während seiner seit 1998 währenden Amtszeit bereits über 60 Millionen Euro investiert habe.

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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erstellt am 02.Nov.2015 | 17:00 Uhr

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