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Überraschender rücktritt : Alkersum sucht ein neues Dorfoberhaupt

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Aus der Redaktion des Insel-Boten

Knapp ein Jahr nach der Kommunalwahl ist Ina Ketels als Bürgermeisterin zurückgetreten. Eine konsequente Reaktion, nachdem ihr die Gemeindevertretung in einer wichtigen Frage nicht folgen wollte.

Knapp ein Jahr nach der Kommunalwahl hat Ina Ketels ihr Mandat niedergelegt und ist als Bürgermeisterin zurückgetreten. Keine Aufgabe oder Kapitulation, betont Ketels, die seinerzeit als Einzelbewerberin angetreten und einstimmig ins Amt gewählt worden war. Vielmehr eine konsequente Reaktion, nachdem ihr die Gemeindevertretung in einer wichtigen Frage nicht gefolgt sei.

Hintergrund: Seit der Eröffnung des Museums Kunst der Westküste ist man in der Gemeinde unzufrieden mit dem Museumscafé „Grethjens Gasthof“. Dessen Öffnungszeiten und Angebot nicht den Wünschen der Dorfbewohner entsprechen, so die Kritik, zumal ein rustikaler Dorfgasthof versprochen worden sei.

Querelen, die Ina Ketels in der jüngsten Sitzung im Feuerwehrgerätehaus beenden wollte. Ihr Ansatz: Das Thema auf sich beruhen lassen und in Gesprächen mit der Museumsdirektorin Ulrike Wolff-Thomsen sukzessive aufarbeiten. Zumal man in dem Gasthof jederzeit willkommen sei und zu Veranstaltungen oder Versammlungen von den Öffnungszeiten abgewichen werde – trotz fehlender Wirtschaftlichkeit und der Notwendigkeit, Personal vorzuhalten. Nachdem die Gemeindevertreter ihrem Vorschlag geschlossen eine Absage erteilt hatten, zog die Bürgermeisterin, die nicht gegen ihre Überzeugungen agieren wollte, die Konsequenzen und verkündete ihren Rücktritt.

Im Groll scheidet Ina Ketels nicht aus dem Amt, die dem Dorfparlament bescheinigt, ein gutes Team zu sein, das hervorragend zusammenarbeite. Der frühere Bürgermeister Karl-Heinz Juhl aber, der zuvor die Geschicke Alkersums elf Jahre lang geleitet hatte, konnte und wollte das Thema Dorfgasthaus nicht auf sich beruhen lassen. Nur um Zuschüsse zu erhalten, sei die Gemeinde bereit gewesen, als Bauherrin des Museums aufzutreten, hatte Juhl bereits in einer Einwohnerversammlung im Januar 2012 betont und die Zustimmung vieler Dorfbewohner geerntet. An die viele zusätzliche Arbeit, die seinerzeit auf ihn zugekommen war, hatte der frühere Bürgermeister bis zuletzt immer wieder erinnert und angekündigt, für diese Zeit eine Aufwandsentschädigung zu fordern, sollte Ina Ketels’ Vorschlag eine Mehrheit finden.

Mit ihrer Abstimmung verschafften die Gemeindevertreter dem ehemaligen Dorfoberhaupt einen Teilerfolg, der zum Pyrrhussieg werden könnte. Denn offensichtlich hat Ketels’ konsequente Reaktion zum Nachdenken angeregt. Der stellvertretende Bürgermeister Johannes Siewertesen, der derzeit kommissarisch die Amtsgeschäfte leitet, kündigte eine Kehrtwende an. „Wie sind mit dem Thema Museumscafé durch“, so Siewertsen, Forderungen wolle man keine mehr stellen.

Ina Ketels hat den Spaß und das Interesse an der Politik nicht verloren. „Jetzt habe ich politische Luft geschnuppert und es hat mir gut gefallen“, schließt sie eine Rückkehr in die Gemeindevertretung nicht aus.

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erstellt am 24.Mai.2014 | 08:00 Uhr

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