„Föhrer Strandläufer“ : Aktive Sportler mit großem Herzen

Sabine Timm  (vorne rechts) und ihre Truppe veranstalten wieder einen Flohmarkt.
Sabine Timm (vorne rechts) und ihre Truppe veranstalten wieder einen Flohmarkt.

Die Utersumer Gruppe unterstützt mit ihren Aktionen die Schleswig-Holsteinische Krebsgesellschaft. Es wurden schon über 10 000 Euro gespendet.

shz.de von
24. Mai 2015, 11:15 Uhr

Eine solide Grundsportlichkeit und etwas Kondition sind hilfreich, unabdingbar aber sind Herzlichkeit und Mitgefühl – Die „Föhrer Strandläufer“ vereinen diese Eigenschaften in sich, Herzlichkeit und Mitgefühl in so einer großen Portion, dass sie sich regelmäßig beim „Lauf ins Leben“ zur Unterstützung der Schleswig-Holsteinischen Krebsgesellschaft beteiligen, indem sie Spenden sammeln und anderen ihre Zeit schenken. Die „Initialzündung“ zur Teilnahme kam vom ehemaligen Oberarzt der Utersumer Rehaklinik, Dr. Gundolf Stricker, der einige seiner laufbegeisterten Mitarbeiter auf diese Aktion hinwies.

„Angefangen hat dann alles im Jahr 2010 mit einer Wanderdüne“, erzählt Sabine Timm schmunzelnd – sie ist so eine Art „Käpt’n“ der Gruppe. Dieser eigens präparierte mobile Sandhaufen war innen hohl und wurde, als Spendenbox gedacht, in diversen Wyker Läden aufgestellt mit einer kleinen Informationsbroschüre. Bis zum Aktionstag, der seit elf Jahren regelmäßig in Eckernförde stattfindet, wusste keiner der Föhrer Läufer, wie viel Geld sich angesammelt hatte. Die Schätzungen lägen bei 200 bis 300 Euro, erzählen Marianne Clausen, Sylvia Förster sowie Heike und Lars Rune Christiansen, alle ebenfalls Gruppenmitglieder. Umso freudiger sei die Überraschung gewesen, als die „Düne“ weit mehr als 600 Euro ausspuckte.

Das Berichten vom alljährlichen Großereignis in Eckernförde, bei dem die Inselgruppe nun bereits zum sechsten Mal teilnehmen wird, weckt in allen die Begeisterung über die vergangenen Teilnahmen und die Vorfreude auf die kommende im Juli.

Benefizmannschaften aus allen Teilen und sozialen Bereichen des Landes schlagen dann auf einem Sportplatz ihre Zelte auf und feiern ein Fest im Rahmen einer 22-stündigen Laufveranstaltung. Bedingung dabei ist, so die Föhrer, dass mindestens ein Gruppenmitglied auf der Laufstrecke ist. Da 22 Stunden lang gelaufen wird und die „Strandläufer“ mit zirka zwölf Personen teilnehmen, die meist immer zu zweit auf der Bahn sind, sei an Schlaf zwischendurch nur in homöopathischen Dosen zu denken. Aber das ist niemandem wichtig, der Gemeinschaftsgedanke ist das einzige, was zählt, und das ergreifende Gefühl, wenn traditionell die erste Runde den Krebspatienten gehört, die mit einem Banner, auf dem ganz groß „Hoffnung“ zu lesen ist, nach der Musik von Nena „Wunder geschehen“ die Bahn umrunden. Die Nacht wird dabei von Lichtertüten, die dicht an dicht um den Sportplatz stehen, erhellt. Schon allein dieses Szenario sei sehr beeindruckend, so die Gruppe unisono.

„Es spielt überhaupt keine Rolle, wie man den Platz umrundet“, erklärt Teilnehmerin Birgit Stahl, „es ist mal jemand einen Marathon gelaufen, und es hat sich auch schon einmal eine ältere Dame mit ihrem Rollator auf den Weg gemacht. Hauptsache jeder ist in Bewegung, einerlei wie und wie lange.“ Dass das Staffelholz der fröhlichen Insel-Truppe, die altersmäßig von acht bis über 70 Jahren sehr breit aufgestellt ist, eine Muschelkette ist, versteht sich eigentlich von selbst.

Ein buntes Rahmenprogramm rundet das Eckernförder Großereignis ab, an dessen Ende das Zusammenzählen der Spendensumme für die Krebsgesellschaft steht. Mit großem Stolz erzählen die „Strandläufer“, dass sie insgesamt bereits eine Summe von 10  250 Euro gespendet hätten, die Bilanz vieler erfolgreicher Flohmärkte.

Auch in diesem Jahr veranstalten sie einen solchen und hoffen auf große Beteiligung. Wer Freude hat am Stöbern, am Klönen bei Kaffee und Kuchen und gleichzeitig den guten Zweck unterstützen möchte, hat dazu Gelegenheit am Sonntag, 7. Juni, von 13.30 Uhr bis 16.30 Uhr in den Räumen der Rehaklinik in Utersum.

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