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Auf Föhr : Aktive Frauen und ein Abenteurer

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Bei der Versammlung des Landfrauenvereins gab es einen interessanten Vortrag: Süderendes Bürgermeister berichtet von seiner Nordpol-Expedition.

Sehr groß war das Interesse der Föhrer Landfrauen an der diesjährigen Jahresversammlung. Silke Ketels, die sich den Vorsitz mit Keike Braren und Maike Christiansen teilt, begrüßte im Oldsumer „Ual fering Wiartshüs“ aber nicht nur Frauen – gespannt wurde der Vortrag des Süderenders Christian Roeloffs erwartet, der von seiner Reise zum Nordpol berichtete. Die Regularien waren schnell abgearbeitet, nicht zuletzt, weil „frau“ sich über die Wahl zweier neuer Beisitzerinnen rasch einig wurde: Seike Carstensen und Ilke Pergande werden zukünftig das wiedergewählte Vorstandsteam unterstützen. Blumen und Worte des Dankes gab es für die ausscheidenden Beisitzerinnen Silke Jensen und Birgit Jensen.

Für gute Arbeit und eine einwandfrei geführte Kasse entlasteten alle Mitglieder den Vorstand gern, zumal im Jahresbericht von Schriftführerin Enken Offermanns wieder deutlich wurde, dass dem Verein nicht die Ideen ausgehen: Ausflüge, Informationsabende, Sport und Gymnastik, Kochkurse oder kreative Abende bereicherten das vergangene Jahr und werden auch zukünftig angeboten werden, so dass jede Landfrau für ihren Geschmack etwas findet.

So ist dieses Jahr geplant, die Landesgartenschau in Eutin zu besuchen, einen Kursus „Rückenschule“ anzubieten oder ein Kürbisfest zu veranstalten. Wer an eine berufliche Umorientierung denke oder praktische Hilfe bei PC oder Internet benötige, so Ketels, könne sich ebenfalls an den Landfrauenverein wenden. Mit Maike Frädrich von der Aktivregion Uthlande und Ehlin Olufs vermittle der Verein qualifizierte Helferinnen. Selbstverständlich werde es wieder ein Sommerfest geben, so Ketels weiter.

Die Einnahmen, verdeutlichte Kassenwartin Nora Olufs, blieben nur kurz bei den rührigen Frauen. Soziale Einrichtungen der Insel wie Brücke, Kindergarten oder Flüchtlingshilfe hätten wieder von der Spendenbereitschaft des Vereins profitiert. Mit viel Beifall unterstrichen die Mitglieder ihren Dank an den aktiven Vorstand und rückten erwartungsvoll ihre Stühle in Richtung Christian Roeloffs.

„Warum bin ich überhaupt an Nord- und Südpol gereist?“ fragte dieser dann eingangs und gestand, dass mehr oder weniger ein zufälliges Gespräch mit seinem Freund Frederik Paulsen ihn darauf gebracht habe, am sogenannten „Mamont-Cup“ teilzunehmen. Dabei werden vier Teams gebildet, die in einer Art Wettbewerb die Strecke vom 89. zum 90. Breitengrad zurücklegen müssen. Gepäck und Verpflegung zieht jeder auf einem Schlitten hinter sich her. Erfahrene Arktisexperten seien unter den Abenteurern, erklärte Roeloffs, „so richtig harte Typen“. Eindrucksvoll, und mit einem Film untermalt, schilderte der Referent die Reise über Oslo und Spitzbergen bis zum Basislager am 89. Breitengrad, dem Startpunkt, an dem ein russisches Flugzeug sie auslud. Teamgeist und Disziplin seien unverzichtbar, „bei minus 25, minus 30 Grad werden Fehler nicht verziehen“, so Roeloffs und berichtete von den Vorsichtsmaßnahmen gegenüber Eisbären und der Kälte, die in Kombination mit Wind keine Späße zulässt. Ebenso wie die körperliche Fitness sei auch die mentale sehr wichtig, denn irgendwann drohe der Geist einfach aufzugeben. Dabei seien ihm die Gefahren, denen er ausgesetzt war, erst im Nachhinein deutlich geworden. Das Überqueren offenen Wassers oder des Packeises sei immer wieder gefährlich. Brenzlige Situationen habe er erlebt, gestand Roeloffs, die glücklicherweise aber alle gut ausgegangen seien.

Bis auf Zähneputzen mit Zahncreme sei an Körperhygiene nicht zu denken, der Gang zur Toilette sei jedes Mal eine Herausforderung gewesen und die Enge in den Zelten müsse man ertragen können, berichtete der Referent anschaulich. „Am Nordpol angekommen musste ich mich erst einmal übergeben“, gestand er, wobei ihm nicht klar war, ob ihm das unhygienische Basislager eine „Erinnerung“ mit auf die Reise gegeben hätte oder ob er die Nebenwirkungen der eingenommenen Schmerzmittel zu spüren bekommen hätte. Aber die Freude war dennoch groß und wurde bei einem ausführlichen Fest am Basislager mit allen Teilnehmern geteilt. Wer den „Last Degree“ (letzten Breitengrad) geschafft habe, sei sich der Anerkennung aller gewiss, schloss Roeloffs seinen anschaulichen Reisebericht.

Während noch einige Frauen überlegten, ob so eine Expedition auch für sie in Frage käme, hatte eine andere sich bereits entschlossen: „Dann lieber Wellness!“

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