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Insel-Bote

22. August 2017 | 05:56 Uhr

auf föhr : Aktionstag zur Klima-Krise

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Die Insel war Schauplatz einer Akademie der Organisation „Plant for the Planet“. 120 Schüler sind nun Botschafter der weltweiten Bewegung.

„Am meisten Spaß hat das Pflanzen gebracht“, erzählt der junge Alban, frisch ernannter Klimabotschafter, und seine Schwester fügt ergänzend hinzu: „Beim Pflanzen hatte man den Regen schon fast vergessen.“ Der Föhrer Aktionstag zur Klimakrise (wir berichteten) fand zwar teilweise im Regen statt, aber mit großem Erfolg und offensichtlich wetterfesten jungen Menschen, denen der Unterschied zwischen Klima und Wetter durchaus bewusst ist.

Einige Zufälle führten die Aktivisten auf den gemeinsamen Weg ins Föhrer Wäldchen in die Nähe der „Schietkuhle“, wo unter der Anleitung von Forstwirt Ole Sieck jüngst 1000 junge Rotfichten gepflanzt wurden, die nun auf natürliche Weise Kohlendioxid speichern.

Der erste Zufall ereignete sich auf einem Kirchentag in Köln: Dort traf die Wyker Pastorin Hanna Wichmann den jungen Felix Finkbeiner, aus dessen Engagement sich die weltweite Schülerorganisation „Plant For The Planet“ gründete und der bis heute rund 100  000 Kinder aus mehr als 100 Ländern angehören. Sofort stellte Wichmann den Kontakt her und informierte sich eingehend. Die rührige Pastorin hatte schon Erfahrung gesammelt mit umfangreichen Pflanzaktionen, denn seit 2012 fanden bereits 2500 Jungbäume auf Föhrer Boden eine Heimat.

Ein weiterer Zufall (oder sind immer schwerer werdende Stürme kein Zufall, sondern schon ein Zeichen für den Klimawandel?) wurde mit den Orkantiefs „Xaver“ und „Christian“ auf die Insel gepustet, die beide dafür sorgten, dass viel Platz zum Pflanzen neuer Bäume entstand.

Und ein dritter Zufall „wehte“ schließlich Nadja Scherer auf die Insel, die als Besucherin von „Jump“, der Gruppe „Jugend mit Power“ der St.-Nicolai-Gemeinde, eine Veranstaltung dieser Jugendlichen besuchte. Dabei stellte sich heraus, dass Scherer bereits Klimabotschafterin ist, was Wichmann sofort zum Anlass nahm, Föhr erstmalig zum Ort einer Akademie werden zu lassen, die weitere Klimabotschafter ausbildet.

Nach einem interessanten Einstiegsvortrag von Nadja Scherer wurden 20 Kinder und Jugendliche der Rüm-Hart-Schule, der Grundschule Föhr-Land und der Eilun-Feer-Skuul vorbereitet. Sie erhielten das nötige Rüstzeug, spezielle Inhalte zu thematisieren und sich selbst Gedanken zu machen, wie sie als Multiplikatoren für die gute Sache eintreten und auf den weltweiten Anstieg von Kohlendioxid und dessen Vermeidung aufmerksam machen können.

Nach der großangelegten Pflanzaktion im Forst erklärten die Umweltschützer in fachkompetenten Referaten, dass beispielsweise pro Erdenbürger 150 Bäume gepflanzt werden müssten, um den von Menschen verursachten CO2- Ausstoß abzupuffern. Unterstützung fanden die Klimaschützer dabei in den Moderatorinnen Jula Sarin und Nadja Hasse, zwei aktiven Studentinnen, die vor Studienbeginn beide ein freiwilliges ökologisches Jahr absolviert und aus diesem einen entsprechenden Erfahrungsschatz mitgenommen hatten.

Die fossilen Rohstoffe im Boden zu belassen, ist ebenso eine Forderung von „Plant For The Planet“ wie ein Emissionshandel gegen Geld. Dadurch würde das CO2 weltweit nicht weiter ansteigen, aber die ärmeren Länder erhielten Geld für Schulen oder Krankenhäuser.

„Stop Talking, Start Planting!“ Dieser Devise der weltweiten Klimaschutzbewegung schlossen sich die insularen Jugendlichen an und forderten Taten statt Worte. Stolz präsentierten die jungen Föhrer abschließend ihre Ernennungsurkunden, die sie als Klimabotschafter ausweist. Und wer beim Abbau der Stellwände half, wurde mit einem Stück der klimaneutral hergestellten „Guten Schokolade“ belohnt, einer Leckerei, der man im Eine-Welt-Laden im Glockenboden in der Süderstraße nachspüren kann.

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erstellt am 26.Mär.2015 | 09:00 Uhr

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