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Insel-Bote

21. November 2017 | 07:36 Uhr

Wyk : Ärzte und Patienten an einem Tisch

vom

Auch beim 13. Föhrer Krebs-Forum schafften Wissenschaftler den Spagat, ihre Erkenntnisse allgemein verständlich darzustellen.

shz.de von
erstellt am 07.Mai.2013 | 08:01 Uhr

Wyk | Am Ende eines langen Tages gestand Dr. Cornelia C. Kaufmann ein, dass sie "durchaus etwas geschafft" sei. Die Chefärztin der Wyker Klinik für onkologische Nachsorge "Sonneneck" hatte aber auch allen Grund, zufrieden auf den Verlauf des 13. Föhrer Krebs-Forums Rückschau zu halten, war es doch wieder gelungen, unter dem Motto "Moderne Onkologie - ein ganzheitliches Konzept", namhafte Fachleute aus ganz Deutschland auf der Insel zu versammeln. Viele von ihnen können sich dabei als "Wiederholungstäter" bezeichnen, unter anderem Professor Michael Kneba aus Kiel, der bereits zum allerersten Krebs-Forum auf die Insel gekommen war.

Mehr noch: Die Initiatorin dieses Forums konnte erneut ihren Wunsch verwirklichen, alle Beteiligten - vom Patienten, über Angehörige und Therapeuten bis hin zu Ärzten und allen Interessierten - an einem Tisch zu vereinen. Damit waren die Referenten der vormittäglichen Veranstaltungsreihe im Wyker Kurgartensaal auch in diesem Jahr gehalten, den Spagat zwischen der Vermittlung wissenschaftlicher Erkenntnisse und deren Darstellung in allgemein verständlichem Rahmen zu schaffen. Es galt, die Verbindung von Ärzte-Weiterbildung und Patientenaufklärung zu verwirklichen.

Nach der Begrüßung durch Dr. Cornelia C. Kaufmann und dem Wyker Bürgermeister Heinz Lorenzen sowie eine Einführung durch Professor Kneba kamen dann die Fachleute zur Sprache, die die neuesten Entwicklungen vorstellten. Zum Lungenkarzinom war von Professor Frank Griesinger vom Klinikum Oldenburg unter anderem zu erfahren, dass die verschiedenen genetischen Marker heute besser unterschieden werden können. Ein Umstand, der für einen großen Teil der Patienten eine gezieltere Therapie möglich mache.

Neue Biomarker in der Krebstherapie waren auch das Thema von Professor Klaus Pantel vom Universitätsklinikum Hamburg. Dabei ging es ihm um zirkulierende Tumorzellen als neue Möglichkeit, Metastasen besser einschätzen zu können. Mittlerweile gebe es eine Methode, die Erbsubstanz einer Tumorzelle aus dem Blut zu ermitteln. Diese Messmethode habe die früher notwendige Entnahme aus dem Knochenmark überflüssig gemacht.

Aus der Stammzellenforschung informierte Professor Christian Buske vom Comprehensive Cancer Center in Ulm. Man habe inzwischen feststellen können, dass die verschiedenen Zellen eines Tumors nicht "gleichberechtigt" seien. Es existiere eine spezielle Art von Zellen, die bei der Chemotherapie nicht zugrunde gehen. Diese "schlafenden Zellen" seien für Rückfälle nach zehn oder 20 Jahren verantwortlich. Die könnten vermieden werden, wenn es gelänge, diese Zellen zu erkennen und mit einer speziellen Therapie zu vernichten.

Das Selbstbestimmungsrecht des Patienten stand für Dr. Marianne Kloke vom Klinikum Essen Mitte im Zentrum ihres Vortrages. Es ging um die Wahrhaftigkeit im Gespräch. Sie müsse den Patienten so informieren und aufklären, dass dieser selbst über die weitere Vorgehensweise entscheiden könne. Diese Wahrhaftigkeit, die in Deutschland kein Teil der Ausbildung sei, müssten die Ärzte jedoch erst lernen.

Dr. Hans Lampe vom Universitätsklinikum Rostock entführte das Plenum im Kurgartensaal nach China. Die traditionelle chinesische Medizin, in der westlichen Zivilisation nicht immer leicht verständlich, heile nicht einzelne Krankheiten, sondern versuche, das Gleichgewicht im Körper des erkrankten Menschen wieder herzustellen.

Das Krebs-Forum setzte sich am Nachmittag in der Klinik "Sonneneck" fort. Dorthin wurden die Gäste von mehr als 300 bunten Luftballons geleitet, die Mitarbeiter der Klinik entlang der Badestraße befestigt hatten. Neben Gesprächskreisen und Workshops, bei denen die Themen der Vormittags mit den Experten diskutiert werden konnten, bestand die Möglichkeit, die verschiedenen Abteilungen der Klinik kennenzulernen. Von Yoga und integrativer Tanztherapie bis hin zur Nutzung der Trainingsgeräte und gesundem Grillen im Kochstudio reichte das Angebot.

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