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Saubere Meere : „Achtsam mit der Natur umgehen“

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Schilder an den Strandübergängen beider Inseln weisen auf das Thema Müll im Meer hin. Schutzstation Wattenmeer bietet Aktiv-Programm an.

shz.de von
erstellt am 08.Jun.2017 | 14:00 Uhr

„Kein Müll in unsere Meere“ lautet das Motto auf den Schildern, die seit Neuestem die Amrumer Strandübergänge zieren. Der Rotary-Club Amrum hatte die Aktion gemeinsam mit der Amrum-Touristik angeregt und umgesetzt. Dabei geht es nicht nur darum, zu zeigen, wie viel Müll in unsere Meere gelangt, sondern auch, wie lange so mancher Gegenstand in der Natur liegen bleibt, bis er verrottet.

Die Idee hatte der Föhrer Rotarier Andreas Knauer von der französischen Atlantikküste mitgebracht, wo er auf solch ein Schild gestoßen war. Auf Föhr wurde das Schild auch überarbeitet und den hiesigen Gegebenheiten angepasst. Anlässlich des Ämterwechsels der Amrumer Rotarier im vergangenen Jahr wurde es als Geschenk von den Föhrer Clubfreunden übergeben und regt nun an den Strandübergängen beider Inseln dazu an, achtsamer mit unserer Natur umzugehen.

Längst ist dieses wichtige Thema im Bewusstsein der Menschen angekommen. Und so bietet auch die Schutzstation Wattenmeer ein Programm mit dem Titel „Meere der Zukunft – ohne Müll“ an. Dabei wird Fragen wie „was für Müll schwimmt im Wasser, wo kommt er her und wie gelangt er ins Meer?“, „was passiert mit dem Plastik, wenn es einmal im Meer ist, wie verteilt es sich und warum ist es so problematisch?“ oder „wie kann Plastikmüll vermieden werden und gibt es Alternativen?“ auf den Grund gegangen. Gruppen und Schulklassen aller Altersstufen können auf Amrum selbst aktiv werden, etwa während einer Klassenfahrt. Die Teilnehmer reinigen einen Strandabschnitt, werten die Funde aus, führen selbst Versuche durch und setzen sich auch mit den eigenen Gewohnheiten auseinander.

Organisierte Strandreinigungen bringen Helfer und Wissenschaft zusammen – so wie ein kleines Holzstück, das vor rund einem Monat am Strand zwischen Süddorf und Nebel gefunden wurde. Es ist aus Kiefernholz und trägt einen eingebrannten kurzen Text auf Deutsch und Englisch mit einer Registriernummer. Dieser sogenannte Drifter mit der Identifikationsnummer 008137 gehört zu einem Projekt der Universität Oldenburg und soll dort gemeldet werden. So soll verfolgt werden, wie sich der Meeresmüll an den Küsten der Nordsee verteilt. Ziel des Projekts ist, mögliche Verursacher klarer zu identifizieren und gemeinsam Handlungsstrategien gegen die Verschmutzung der Nordsee zu erarbeiten (www.macroplastics.de).

Jährlich landen bis zu zehn Millionen Tonnen Müll im Meer. 75 Prozent davon sind Kunststoffe, die sich erst in Hunderten von Jahren zersetzen und ihre mehr oder weniger schädlichen Inhaltsstoffe dabei freisetzen. Pro Jahr kostet dies etwa 100  000 Meeressäugern und einer Million Seevögel das Leben. Die Tiere verhungern mit vollen Mägen oder verfangen sich in abgerissenen Fischernetzen und ertrinken.

Nach Angaben des Umweltprogramms der vereinten Nationen (United Nations Environment Programme, UNEP) treiben inzwischen auf jedem Quadratkilometer Meeresoberfläche bis zu 18  000 Plastikteile unterschiedlichster Größe, von denen lediglich die Hälfte angespült werden. Mit Müllsammlungen am Strand könne jeder Einzelne an jedem Tag einen eigenen kleinen Beitrag zur Beseitigung des Meeresmülls leisten, schreibt die Schutzstation Wattenmeer auf ihrer Webseite, aber viel wichtiger als das nachträgliche Absammeln sei die Verhinderung des Mülleintrags, denn mehr als 70 Prozent des Abfalls schwimmt nicht auf der Oberfläche der Meere, sondern sinkt auf den Meeresboden und ist kaum erreichbar.

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