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in Wittdün : Abschalten und sich fallen lassen

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Bei einer erotischen Lesung mit der Autorin Kik Tavener herrschte eine ganz besondere Atmosphäre. Die Zuhörer saßen im Dunkeln.

Das hatten die Besucher des Wittdüner Cafés „Pustekuchen“ wohl so noch nie erlebt: Die Autorin Kirsten „Kik“ Tavener veranstaltete eine erotische Lesung. Die kleine Frau mit der großen Meerlust ist ein bekennender Amrum-Fan und kommt seit vielen Jahren regelmäßig auf ihre Lieblingsinsel. Meistens im Herbst, wenn der Trubel der Hauptsaison vorbei ist. Durchatmen, abschalten und die Natur genießen, dass kann sie dort in vollen Zügen. Die gebürtige Schleswig-Holsteinerin ist Mutter von zwei Kindern, geschieden und hat auch beruflich schon einige Turbulenzen miterlebt. Vor rund zwei Jahren überlebte sie einen schweren Autounfall. Und obwohl sie als Folge des Unfalls immer noch Probleme beim Laufen hat und sich beim Gehen auf einen Stock stützt, strahlt sie eine ungeheure Lebendfreude aus. Ganz nach ihrem Lebensmotto „Alles in Relation setzten“ hadert sie nicht mit der Vergangenheit sondern freut sich auf die Zukunft. Es ist bemerkenswert mit welcher positiven Ausstrahlung Kirsten Tavener auch auf ihr bis dato unbekannte Menschen reagiert. Sie ist ein zutiefst positiv denkender Mensch und ihre sympathische, fröhlich ansteckende und offene Art kommt an.

Diesmal macht sie allerdings nicht nur Urlaub auf Amrum, sondern lud auch noch zu einer Lesung mit erotischen Texten ein. Rund 25 Neugierige von jung bis alt waren dieser Einladung gefolgt und zu abendlicher Stunde ins Café „Pustekuchen“ gekommen. Das Licht war gedimmt und Kerzen sorgten für Stimmung. Zu Beginn der Veranstaltung wurden an die Besucher Schlafmasken verteilt. Die Idee dahinter: Kirsten Tavener möchte so von sich als Autorin ablenken und die Konzentration der Zuhörer ganz auf ihre Texte lenken. Und es funktioniert. Nach einer kurzen Begrüßung setzten alle die Masken auf und lauschen mit verbundenen Augen den Worten der Autorin. Mit ihrer ausdrucksstarken Stimme liest Tavener ihre Texte vor, laut und leise, sanft und stürmisch. Ganz wie im echten Leben. Mal sind es kurze Verse, mal längere Gedichte. Auf Wunsch, mit einem Fingerzeig ausgedrückt, werden sie auch gerne ein zweites Mal vorgetragen. Es funktioniert, die Worte wirken noch viel intensiver, wenn man sich mit allen Sinnen auf sie konzentriert und sich in die Texte fallen lässt. Nach zwei Blöcken von jeweils knapp 20 Minuten, die wie im Fluge vergangen sind, geht die Lesung zu Ende. Das Publikum applaudiert und die Autorin bedankt sich fürs Zuhören. Mit einem verschmitzten Lächeln verabschiedet sie ihre Zuhörer mit einem Gruß in den Abend: „Ich wünsche Euch noch eine gute Nacht und tut das was ich auch tun würde“!

Die Besucher waren sich einig. Es war ein interessanter Abend und eine anregende Erfahrung. Und auch die Autorin war zufrieden. „Es war ein wunderschöner Abend der mir viel Spaß gemacht hat und ich hatte auch den Eindruck das es den Zuhörern sehr viel Spaß gemacht hat“. Jetzt möchte sie den Urlaub in vollen Zügen genießen und wer weiß, vielleicht gibt es ja irgendwann eine Fortsetzung.

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