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entscheidung im dritten anlauf : Absage an den Regenwasser-Kanal

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Aus der Redaktion des Insel-Boten

Das Neubaugebiet am Kortdeelsweg stand einmal mehr auf der Tagesordnung des Bauausschusses. Ein Entwurfs- und Auslegungsbeschluss konnte noch immer nicht gefasst werden, Entscheidungen wurden dennoch getroffen.

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erstellt am 05.Apr.2014 | 21:00 Uhr

Das Neubaugebiet am Kortdeelsweg (Bebauungsplan 51) stand einmal mehr auf der Tagesordnung des Bauausschusses. Zwar konnte noch immer kein Entwurfs- und Auslegungsbeschluss gefasst werden, da die Schürfproben derzeit analysiert werden und das ergänzende Gutachten noch nicht vorlag (wir berichteten), Beschlüsse aber wurden dennoch gefasst.

So machten die Mitglieder im dritten Anlauf Nägel mit Köpfen und stimmten mit neun Ja-Stimmen und einer Enthaltung für die Mulden-Rigolen-Versickerung. Vorausgegangen war ein Vortrag des mit der für die gesamte ingenieur-technische Erschließung beauftragten Wasser- und Verkehrskontors aus Neumünster. Die Mulde sei mit Baukosten in Höhe von zirka 120 000 Euro die günstigere Variante, hatte die Diplom-Ingenieurin Christine Bales zuvor ausgeführt; die Kosten für die Alternative „Regenwasserkanal mit Versickerungsgrube“ beliefen sich auf rund 270 000 Euro. Zwar sind die Mulden im Unterhalt teurer und in ihrer Haltbarkeit begrenzt, doch es sei teurer, so die Ausschussvorsitzende Dr. Silke Ofterdinger-Daegel, „nach 50 Jahren ein Regenentwässerungssystem zu sanieren, als nach 20 Jahren lediglich die Erde auszutauschen“.

Für die Lösung sprächen zudem optische und ökologische Gründe sowie der Geestboden, der, wie Dr. Hark Ketelsen, Geschäftsführer des Föhrer Wasserbeschaffungsverbandes, bereits zuvor bestätigt hatte, das Wasser schnell versickern lässt. Die Versickerung aber kommt auch mit einem Schönheitsfehler daher: Sie geht gegen Null, wenn bei Tauwetter größere Regenmassen auf den noch gefrorenen Boden fallen. Allerdings, so die Vorsitzende, ereignen sich derart starke Regenfälle in der Regel im Sommer.

Wiederholt beraten und nach wie vor ungeklärt ist das Thema Fernwärmenetz und die Versorgung des neuen Baugebietes. Silke Ofterdinger-Daegel berichtete von einer Informationsfahrt in das dänische Gram, organisiert von der sich derzeit in Gründung befindenden Föhrer Energiegenossenschaft. 25 Prozent des Energiebedarfs werde in Gram mit Sonne gedeckt und geplant sei eine Steigerung auf die dreifache Menge. Ein Genossenschaftsmodell, das zeitnah auch den künftigen Bauherren vorgestellt werden soll. Im Rahmen einer Informationsveranstaltung, mit der man hofft, ein Problem zu lösen. Denn Fernwärme kann nur wirtschaftlich angeboten werden, wenn sich alle Anwohner anschließen lassen. Die Folge wäre ein Anschlusszwang, den niemand will. Deshalb sollen Vorschläge der Häuslebauer gesammelt und das dänische Modell zur Diskussion gestellt werden.

Ebenfalls wird an diesem Abend die von Janina Kranicz vom Kreisbauamt in Husum vorgelegte vorläufige Grundstücksaufteilung vorgestellt. Die Parzellierung sieht neben 600 Quadratmeter großen Grundstücken, die den Bau von Einfamilien- oder Doppelhäusern ermöglichen sollen, auch kleinere Parzellen vor. Einstimmig brachte der Ausschuss eine Ausnahmeregelung für das Allgemeine Wohngebiet (WA3), den Grundstücken für die Mehrfamilienhäuser, auf den Weg. Hier sieht der B-Plan-Entwurf auch Reihenhäuser vor, deren Bau angesichts der Grundstücksgrößen und der festgelegten Grundflächenzahl (GRZ) von 0,25 kaum möglich sein wird. Die Grundflächenzahl legt fest, wie viel Quadratmeter Grundfläche je Quadratmeter Grundstücksfläche bebaut werden dürfen. Der Ausschuss hob die GRZ-Ausnutzung auf 0,35 an.

 

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