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Schulentlassung auf Föhr : Abitur-Ball an alter Wirkungsstätte

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

33 junge Insulaner haben in diesem Jahr an der Eilun-Feer-Skuul die Reifeprüfung bestanden. In einer Feierstunde erhielten sie ihre Zeugnisse.

shz.de von
erstellt am 29.Jun.2015 | 09:00 Uhr

„Was war der Beitrag zu eurem Erfolg?“, fragte Carl Wögens als Schulleiter der Eilun-Feer-Skuul anlässlich der Verabschiedungsfeierlichkeiten für 33 Abiturienten und fügte ergänzend hinzu, dass die Zielsetzung stets klar definiert sei: So möchte das Gymnasium die Allgemeinbildung vertiefen, zur Studierfähigkeit ausbilden und eine Wissenschaftsorientierung vermitteln. Dass sich Bildung nicht an Noten messen lasse und dass alles Gelernte Lücken hinterlassen werde, unterstrich er mit einem Zitat des Britischen Politikers Edward F. L. Wood: „Bildung ist das, was übrig bleibt, wenn wir vergessen, was wir gelernt haben.“ Wögens betonte auch, dass Schule nicht glücklich machen solle, sondern fähig für ein geglücktes Leben, und dass das Setzen und Akzeptieren von Grenzen ein wesentlicher Baustein in der Erziehung sei. „Aus Kindern, die zu viel dürfen, werden Erwachsene, die zu wenig können“, so der Schulleiter weiter, der denjenigen den Erwerb einer Schlüsselqualifikation prophezeite, die in der Lage seien, sowohl physisch wie auch psychisch oder sozial an die eigenen Grenzen gehen zu können oder sogar darüber hinauszuwachsen. Er wünschte dem scheidenden Jahrgang den Mut, Grenzen zu sprengen, die Wege versperren, die Gelassenheit, Grenzen zu ertragen, die man nicht sprengen kann, und die Klugheit, diese zu unterscheiden. Gemäß dem Motto der diesjährigen Abiturzeitung betonte Wögens, dass ab sofort jeder sein eigener Kapitän sei.

So erschien die Passage aus „Another brick in the wall“ von Pink Floyd „Teacher, leave us kids alone“, vorgetragen vom gesamten Jahrgang, mehr als passend. Unter der Leitung von der Musiklehrerin Diana Jeß zeichneten die Abiturienten verantwortlich für die gesamte musikalische Umrahmung der Feierstunde. Den Dank an die engagierte Pädagogin unterstrichen Sarah-Elena Nissen und Laura Eileen Timm, Rednerinnen des Jahrgangs, mit einem Blumenstrauß. Das sei eine besondere Leistung gewesen, denn „immerhin haben einige aus gutem Grund Kunst gewählt.“

Schüler wie Lehrer seien bisweilen Leidtragende des Schulsystems gewesen, so die Rednerinnen launig, der komplizierte Stundenplan in der Oberstufe hätte sein Übriges getan. Dennoch betonten sie in Worten und kleinen Präsenten ihre Dankbarkeit vielen Lehrern gegenüber, die sich auf unterschiedliche Arten für die Schüler eingesetzt hätten. Schönste Erinnerungen, so die Schüler weiter, hätten auch die Klassenfahrten hinterlassen, die sich im Nachhinein als sehr geeignet erwiesen hätten, „deutsche Tugenden“ wie zum Beispiel Pünktlichkeit zu lehren.

Die Kritik der Schüler, dass sich kein Lehrer bereit erklärt hatte, eine Abschlussrede zu halten, möge bitte nicht persönlich genommen werden, so Oberstufenleiter Hark Steinert vor der Verleihung der begehrten Zeugnisse, denn auch die Lehrer fassten bestimmte Verhaltensweisen einzelner Schüler nicht als persönlichen Angriff auf. „Schule verlangt Eigenverantwortung und Individualität“, bekräftigte Steinert, was im Gegensatz zur „Schwarmmotivation“ stehe. Er bestätigte seinen Schülern, in den vergangenen Wochen durchaus Leistungsbereitschaft gezeigt zu haben, einige hervorragende Noten seien der Beweis.

Zu den leistungsbereiten Schülern gehört ganz sicher Sarah-Elena Nissen, die nicht nur von ihren eigenen Mitschülern für ihr Organisationstalent gewürdigt wurde, sondern auch für das beste Abitur (Note 1,5). Mit einem Buchpreis honorierte die Schule ihre Leistungen, und aus den Händen des Lehrers und Vorsitzenden des Kuratoriums der Ferring-Stiftung, Erk Roeloffs, konnte sie den (Geld)-Preis der Ferring-Stiftung entgegennehmen. Ebenfalls verleiht die Stiftung dann den Gerd-Faltings-Preis, wenn im Fach Mathematik die Höchstpunktzahl im schriftlichen Abitur erreicht wird. In diesem Jahr konnte diese Auszeichnung Philine Ingwersen überreicht werden. Auch der Preis der Deutschen Mathematikervereinigung, der neben einer einjährigen Mitgliedschaft einen Buchpreis beinhaltet, wurde ihr aus der Hand von Mathematiklehrer Carsten Aulbach verliehen.

Die Feierstunde klang gewohnt gemütlich und bei einem Klönschnack aus, zu dem der Förderverein der Schule Getränke servierte, während der Abiturball abends seit längerer Zeit wieder in der alten Wirkungsstätte gefeiert wurde – eine kluge Entscheidung, denn die vertrauten Räumlichkeiten, passend zum Motto maritim geschmückt, gaben dem Fest einen besonderen Charme.

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