Kommentar : Feiern gehen ohne „American Bistro“ ist wie Wellenreiten ohne Board

Avatar_shz von 07. Dezember 2021, 17:44 Uhr

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Unsere Redakteurin Anna Goldbach (links) mit Freundinnen im American Bistro.
Unsere Redakteurin Anna Goldbach (links) mit Freundinnen im American Bistro.

„Unser Bistro war sowas wie das Wohnzimmer der Sylter, deshalb finde ich es sehr schade, dass nun Schluss ist, aber so ist es nun mal“, sagte Betreiber John Hinck. Warum er Recht hat und das Bistro fehlen wird.

Westerland | Recht nüchtern wurde die Nachricht, dass das Bistro schließen wird, von einem Freund, der zwar auf Sylt arbeitet, dort aber nicht lebt, aufgenommen. Währenddessen habe ich (23) die letzten fünf Jahre an mir vorbeiziehen sehen – und kann mich daher den vielen wehmütigen Facebook-Kommentaren nur anschließen. Weiterlesen: Bald gehen die Lichter aus: Darum schließt das „American Bistro“ in Westerland Das Bistro liegt im Herzen Westerlands, oft hat es uns – wie viele andere auch – dorthin verschlagen, nach Abenden am Strand, nach Pub-Besuchen oder spontan an Freitagabenden, an denen wir bei mir zuhause saßen. Das American war die Anlaufstelle für Sylter und Wahlsylter. Nicht zu teuer, kein Schickimicki und bekannte Gesichter. Denn wenn man ins Bistro kommt, ist immer jemand da, den man kennt. Ich habe dort die Abi-Partys meiner Freunde, Abschiede und Geburtstage gefeiert, mir gefühlte hundert Mal den gleichen Song gewünscht, Menschen wieder getroffen, die ich lange nicht gesehen habe. Meine Bilder-Galerie auf dem Handy ist voll mit Bistro-Bildern und das, obwohl ich schon länger nicht mehr da war. Es ist, wie Betreiber John Hinck gesagt hat: Ein bisschen war das American Bistro wie das Wohnzimmer der Sylter – ein Wohnzimmer auf einer Hausparty wohl gemerkt. Zum Surfcup war jedes Jahr Hochbetrieb. Auch der wird ohne das Bistro nicht das Gleiche sein. Hier kam man, wenn man vom Zelt genug hatte, zusammen: Insulaner, Touris, Teilnehmer – und das auch unter der Woche. Und jetzt? Jetzt wird in Westerland wohl nicht mehr getanzt. Und ich wünschte, ich könnte noch einmal im Bistro tanzen bis das Licht angeht. Bis es heißt: Jetzt ist aber wirklich Schluss und man hofft, dass Habibi noch auf hat. Auch hier könnte es künftig an Kundschaft fehlen, reichte die Schlange von hungrigen Feierenden doch selbst in den frühen Morgenstunden manchmal über die halbe Paulstraße. Was bleibt zu sagen, außer: Danke, liebes American-Bistro-Team. Für die schönen Abende und durchtanzte Nächte. Ihr werdet fehlen. ...

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