Föhr : 800 Kilometer für die Umwelt

Mit Eimern  bewaffnet machten sich die Abfall-Sammler am FKK-Strand auf den Weg.
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Mit Eimern bewaffnet machten sich die Abfall-Sammler am FKK-Strand auf den Weg.

Kea Hinsch strampelt mit ihrem Fahrrad die Küsten ab. Auf ihrer Tour informiert sie über Meeresmüll.

shz.de von
26. Juni 2018, 10:00 Uhr

Eigentlich hatte sich Kea Hinsch ihren Abstecher auf die Insel Föhr etwas wärmer und freundlicher vorgestellt. Doch die 19-Jährige, die zur Zeit als Bundesfreiwillige beim Meeresschutzbüro des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) in Bremen im Fahrrad-Einsatz ist, ließ sich von Wind und Wetter nicht davon abhalten, am Gotinger FKK-Strand über ihr besonderes Anliegen, die Bedrohung des Meeres, zu informieren und an einer Aktion zur Strandreinigung teilzunehmen.

Dieser Einsatz auf Föhr stellt für Kea Hinsch nur eine Etappe auf ihrer „Tour de Meeresmüll“ dar, die sie am 2. Juni beim Umweltfotofestival „Horizonte“ im Ostseeheilbad Zingst auf ihrem Drahtesel startete. Rund 800 Kilometer will sie entlang der Ost- und Nordseeküste zurücklegen und am 10. Juli wieder in Bremen eintreffen, wo sie der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger empfangen wird.

Als überzeugte Umweltschützerin legt Kea Hinsch ihre Tour von einer Aktion zur nächsten strampelnd auf dem Fahrrad zurück, um dann jeweils mit den örtlichen BUND-Gruppen zu speziellen Aktionen aufzurufen. „Das Tolle an meiner Tour ist für mich, dass ich auf so viele Menschen treffe und mit ihnen über mein Anliegen reden kann“, sagt sie. Dabei machen die Bilder auf der Internetseite des Meeresschutzbüros deutlich, dass sie –- egal, ob in Rostock, Lübeck oder Kiel – überall auf Gleichgesinnte traf, die gegen die Bedrohung der Meere aktiv werden. Diese Fotos machen aber auch deutlich, dass sie zunächst von der Sonne begünstigt war, was sich dann in Richtung Nordsee geändert hat.

Auf Föhr machte Kea Hinsch gestern „Tour de Meeresmüll“-Station um auch hier über die Bedrohung des Meeres zu informieren, aber auch, um ihrem Drahtesel einige Reparaturen an den Speichen zukommen zu lassen. Schließlich will sie damit heute nach Husum weiterfahren, um von dort zur großen Hamburg-Etappe aufzubrechen.

Nicht groß, dafür aber um so wissbegieriger war die Schar, die sich gestern auf Einladung des Föhr-Amrumer BUND auf dem Parkplatz beim Gotinger FKK-Strand zur Aktion eingefunden hatte. Ausführlich ging die Bundesfreiwillige dabei auf die besondere Gefahr ein, die das Mikroplastik im Meereswasser darstellt. Dabei charakterisierte sie Mikroplastik als winzige synthetische Kunststoffe, die biologisch nicht abbaubar sind, aber wie Magnete auf Umweltgifte wirken können. Über die Nahrungskette gelangen sie über Kleinstlebewesen und Fische bis hin zu Meeressäugern und Menschen. Hinsch machte deutlich, dass diese synthetischen Kunststoffe von der Kosmetikindustrie in unzähligen Produkten für Hautpeeling und anderes verarbeitet werden. Dass man auch bei der täglichen Körperpflege auf Mittel ohne diese Plastikpartikel zurückgreifen kann, demonstrierte Kea Hinsch mit einem Griff in ihren Kulturbeutel, der unter anderem eine Blockseife und eine Zahnbürste mit Holzstiel enthielt.

Diskutiert wurden dann auch noch die Auswirkungen der Dolly Ropes, die von den Schutzmatten der Fischernetze ins Meer gelangen, sowie die Möglichkeiten, im Alltag den Einsatz von Plastik zu reduzieren. Dann brachen alle gemeinsam auf, um den Gotinger Strand von Plastikmüll zu befreien, der nach abschließender Sichtung in der BUND-Müllbox am Strand deponiert wurde.

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