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Bürger-Aktion : 400 Unterschriften in drei Wochen

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Hedehusumer Ehepaar setzt sich für das geplante Hotel-Projekt in Utersum ein. Listen sollen der Gemeindevertretung überreicht werden.

Ruhe ist in Utersum noch immer nicht eingekehrt. Nach wie vor scheiden sich die Geister an den Plänen, die der neue Eigentümer des Hotels „Zur Post“, der Investor Thorsten Schulze aus Hattstedt, der Gemeindevertretung vorgelegt hat und die eine Ausnutzung vorsehen, die der derzeit geltende Bebauungsplan nicht hergibt (wir berichteten).

Die entscheidende Sitzung, bei der sich die Kommunalpolitiker einstimmig gegen das Projekt ausgesprochen hatten, hatten auch Tinchen und Rolf Beyer aus Hedehusum besucht. Übereinstimmend fanden beide die Vorträge des Investors und von Frank Behrens von der Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH überaus spannend. Allerdings sei auch erkennbar gewesen, berichtet Tinchen Beyer, „dass die Referenten keinen leichten Stand hatten“.

Dass das Hotel und das dazugehörige Restaurant eines Tages nicht mehr da sein könnten, sollten beide Seiten sich nicht einigen, wollten sie nicht einfach hinnehmen. Spontan wurden Unterschriftenlisten in diversen Föhrer Geschäften ausgelegt und das Ehepaar ging Klinken putzen. „Die Resonanz war überwältigend“, zeigt sich Tinchen Beyer nun, da die Aktion beendet ist, von der Beteiligung begeistert. Denn es kamen knapp 400 Unterschriften zusammen, die in Utersum und Hedehusum ebenso gesammelt wurden wie in Süderende, Oldsum oder Nieblum. Dazu kamen Gäste und Zweitwohnungsbesitzer. Im Rahmen der nächsten Sitzung am kommenden Dienstag, 10. November, sollen die Listen im Taarepshüs übergeben werden.

Die Gemeindevertretung, die derzeit ohnehin keinen leichten Stand hat, wird mit dieser Aktion zusätzlich unter Druck gesetzt. Und zu Unrecht an den Pranger gestellt, wie die stellvertretende Bürgermeisterin Maren Martensen findet: „Wir wissen nicht was das soll, wir wollen ja auch nicht, dass das Hotel weg kommt.“

Hierfür den Weg zu ebnen, ist für den kommenden Dienstagvormittag ein Gespräch im Amtsgebäude vereinbart. Dann wollen Investor und Maren Martensen gemeinsam mit Amtsdirektorin Renate Gehrmann den Status Quo auf den Prüfstand stellen und versuchen, so Martensen, „das Ganze auf einen Nenner zu bringen“. Und es sollen auch einige Missverständnisse aus dem Weg geräumt werden. Denn sowohl Thorsten Schulze als auch Pächter Roluf Hennig wehren sich gegen die Behauptung der Gemeindevertreter, sie wären völlig unvorbereitet am Abend der Abstimmung mit dem Projekt konfrontiert worden.

Gebraucht wird ein Kompromiss, denn bereits im Dezember könnte Thorsten Schulze der Gemeindevertretung einen Antrag auf Änderung des B-Plans vorlegen. Den die Politiker nach derzeitigem Stand wohl wieder ablehnen werden, wenn Schulze sein Projekt nicht verschlankt. Eine Umplanung allerdings würde weh tun, wie der Investor einräumt, „denn ich muss auch die Wirtschaftlichkeit im Auge behalten“.

Dass ein Entgegenkommen noch längst keinen Selbstläufer in Gang setzt, betont Maren Martensen: „Ich weiß nicht, wie das Angebot aussehen wird und wie die Gemeindevertreter abstimmen werden.“

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erstellt am 04.Nov.2015 | 11:30 Uhr

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