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In Utersum : 300 Bäumchen für Insel-Kinder

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Großer Andrang bei der Pflanz-Aktion: Die Babywald-Idee der Föhrer Hebamme Kerstin Lauterberg stieß auf überwältigende Resonanz.

shz.de von
erstellt am 11.Apr.2017 | 16:45 Uhr

„Die Kinder dürfen zwar nach der Schließung des Wyker Kreißsaales nicht mehr auf Föhr zur Welt kommen, aber müssen dennoch eine Möglichkeit haben, sich auf der Insel zu verwurzeln.“ Dies befand die Föhrer Hebamme Kerstin Lauterberg und suchte deshalb nach einem Ort, an dem ein Babywald entstehen konnte. „Es ist schließlich ein alter Brauch, für ein Neugeborenes einen Baum zu pflanzen.“

Unterstützung fand sie bei Forstwirt Ole Sieck. Als Mitarbeiter des insularen Forstbetriebsverbandes kennt er die Flächen, die nach den Stürmen der vergangenen Jahre wieder aufgeforstet werden müssen. Auf dem Gelände der Reha-Klinik in Utersum wurde er rasch „fündig“ und der Verwaltungschef dieser Einrichtung, Jürgen Finsterbusch, sprach sich ohne zu zögern für das Entstehen eines Föhrer Babywaldes aus.

So konnte Kerstin Lauterberg jetzt zu einer großen Pflanzaktion aufrufen, bei der die Eltern die Gelegenheit bekommen sollten, gemeinsam junge Bäume für ihre Sprößlinge zu pflanzen. Auch ihrer Bitte zur finanziellen Unterstützung der Aktion fiel auf fruchtbaren Boden. Bevor sich nun eine ganze Karawane an Kinderwagen-Schiebern zur Utersumer Reha-Klinik aufmachte, hatte Ole Sieck schon viel Vorarbeit geleistet. Ein halber Hektar im Park der Klinik war für die Aktion vorbereitet und in etwa die Stellen markiert worden, wo die kleinen Pflänzchen in den Boden kommen sollten. 300 Setzlinge, Ahorn und Birke, hatte der Forstwirt mitgebracht, und sie wurden ihm praktisch aus den Händen gerissen, nachdem Kerstin Lauterberg die Akteure begrüßt und festgestellt hatte, dass sie von der großen Zahl der Teilnehmer überwältigt sei. Es waren nämlich nicht nur die jungen Eltern mit ihrem Nachwuchs erschienen, sondern auch Großeltern und andere Verwandte hatten sich eingefunden. Sie alle mühten sich gewaltig ab, bis sie die Pflanzlöcher in dem harten Boden gegraben hatten. Vor allem die jungen Väter ließen gewaltig die Muskeln spielen zum Wohle des Babywaldes.

Wenn auch alle Teilnehmer dieser Aktion in bester Stimmung waren, verlor die Hebamme doch nicht den ernsten Hintergrund aus den Augen. „Unser Ziel ist es, die Geburtshilfe wieder auf die Insel zu bekommen, damit sich die unerquicklichen Umstände einer Geburt auf dem Festland nicht ewig wiederholen müssen.“

Fast 100 Babys, schätzt Kerstin Lauterberg, sind seit der Schließung des Kreißsaales geboren worden und für jeden einzelnen Beteiligten sei dies mit Stress verbunden gewesen, der bei einer Entbindung auf der Insel vermieden worden wäre.


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