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Seehundsterben : 230 tote Seehunde in der Nordsee

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Das Seehundsterben geht weiter. An den Stränden von Helgoland, Sylt, Amrum und Föhr wurden 25 weitere tote oder schwer kranke Tiere entdeckt.

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erstellt am 19.Okt.2014 | 11:00 Uhr

An der schleswig-holsteinischen Nordseeküste sind erneut 25 tote oder schwer kranke Seehunde gefunden worden. Damit stieg die Zahl der toten Tiere seit Anfang Oktober auf 230, wie der Sprecher des Nationalparkamts, Hendrik Brunckhorst, in Tönning mitteilte. Die kranken Tiere waren den Angaben zufolge derart geschwächt, dass sie von ihrem Leiden erlöst werden mussten. Nach Angaben von Brunckhorst war keines der Tiere noch in so guter Verfassung, dass ein Transport in eine Seehundaufzuchtstation Sinn gemacht hätte.

Die Tiere wurden an den Stränden der Inseln Helgoland, Sylt, Amrum und Föhr entdeckt. Experten der Tierärztlichen Hochschule Hannover untersuchen in Büsum an mehreren Kadavern von verschiedenen Standorten, ob Staupe- oder Influenzaviren dabei eine Rolle spielen. Anders als ursprünglich erwartet rechnet Brunckhorst mit Ergebnissen aber erst in der kommenden Woche. Influenzaviren waren für die dänische Ostseeinsel Anholt nachgewiesen worden, wo seit August rund 200 von 1500 dort lebenden Seehunden tot entdeckt worden waren. Einen Impfstoff für Seehunde gibt es nicht.

Bei zwei großen Ausbrüchen der Seehundstaupe gab es 1988 und 2002 jeweils Massensterben. An der deutschen Nordseeküste leben derzeit schätzungsweise rund 12 000 Seehunde.

Strandspaziergänger sollten grundsätzlich immer genug Abstand zu lebenden oder toten Seehunden halten, ihre Hunde davon fernhalten und die Tiere auf keinen Fall anfassen. So kann einer Übertragung von Krankheitserregern auf den Menschen oder auf die Tiere vorgebeugt werden.

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