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Insel-Bote

23. Oktober 2017 | 01:20 Uhr

150 Einsätze und ein Heiratsantrag

vom

15 ehrenamtliche Rettungsschwimmer sorgen derzeit am Wyker Strand für Sicherheit - und können sich über Langeweile nicht beklagen

shz.de von
erstellt am 01.Aug.2013 | 04:59 Uhr

Wyk | Den 15 ehrenamtlichen Rettungsschwimmern der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG), die derzeit am Strand von Wyk ihren Dienst tun, wird es nicht langweilig. Mittlerweile konnten sie ihren 150. Einsatz verbuchen, zu denen auch bewegende Ereignisse gehörten. So konnten sie das Leben einer 76-jährigen Schwimmerin retten, die im Wasser einen Schwächeanfall erlitten hatte (wir berichteten) und auch der erfolgreiche Antrag eines heiratswilligen jungen Mannes war nicht eben alltäglich.

Ungewöhnliche Einsätze und Vorfälle ist das erfahrene Team um Wachleiter David Heppel gewohnt. Viele der Rettungsschwimmer kommen bereits seit Jahren zum Wachdienst auf die Insel - zwei feiern in diesem Jahr ihr zehnjähriges Wachdienstjubiläum. Am Wyker Strand werden die 16 bis 40 Jahre alten Wasserretter als Bootsführer und Besatzungen der fünf Wachtürme sowie des Rettungsbootes "Kurt Mielich" und häufig auch als Sanitäter eingesetzt.

"Der überwiegende Teil der Einsätze sind derzeit Erste-Hilfe-Leistungen aufgrund von Schnittwunden an den Füßen oder nach Verletzungen durch Berührungen mit Quallen. Zumeist sind Kinder betroffen", erläutert Heppel, der selbst zum 19. Mal Wachdienst auf der Insel absolviert, das Routinegeschäft der DLRG-Retter. Aufregender wird es, wenn Schwimmer sich an den Kardinalszeichen am Kopf der Buhnen oder an den Badezonenbegrenzungen entlang des Hauptstrandes festhalten. "Für uns ein Grund, genauer hinzuschauen, da sich dahinter auch das Verhalten eines erschöpften Schwimmers verbergen könnte."

Zu gering würden viele Badende die Gefahren am Strand und im Meer einschätzen, so Heppel, und häufig befänden sich Kinder allein und viel zu weit weg von den Eltern im tiefen Wasser. "Auch wenn ein Kind schwimmen kann, bietet das bei Wind, Wellen und Strömungen keinen abschließenden Schutz."

Auch präventiv werden die DLRGler während der derzeitigen Niedrigwasserstände in der Mittagszeit aktiv. Mit Wattstreifen entlang des Fahrwassers, das von den Türmen nur schwer zu beobachten ist, wird versucht, eine Anlaufstelle für Wattwanderer zu bieten. Ein bis zwei Rettungsschwimmer marschieren dann die mehrere Kilometer lange Wattkante entlang und schauen nach dem Rechten. "Eine Vorsichtsmaßnahme, denn immer wieder wagen sich Schwimmer, an das unweit verlaufende Fahrwasser heranzuschwimmen".

Ungewöhnliche Unterstützung konnten zwei der Rettungsschwimmer einem Pärchen leisten. Vier fleißige Helfer hatten am Südstrand eine etwa zehn Meter große, herzförmige Kuhle aus dem Sand gehoben, in deren Mitte und vom Himmel aus sichtbar sich die Initialen des Paares befanden. Die Rettungsschwimmer stellten dem heiratswilligen Paar, das mit dem Flugzeug einschwebte, ihren Turm als Standort für ein Erinnerungsfoto und sich selbst als Fotografen zur Verfügung.

Zumeist zwei Wochen, manchmal auch vier oder sechs, leisten die jungen Männer und Frauen ab 16 Jahren ihren Dienst an einer der rund 90 Stationen entlang der Nord- und Ostsee, opfern hierfür Ferien oder Urlaub, um für die Gäste an den Stränden verlässlicher Ansprechpartner bei Wassernotfällen oder Verletzungen zu sein. Informationen zum Zentralen Wasserrettungsdienst Küste sind online unter unter www.dlrg.de erhältlich.

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