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15 Jahre „Pallas“: Die vermeidbare Katastrophe

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Eigentlich war es nur ein Feuer auf einem Holzfrachter, doch Missverständnisse, Kompetenzgerangel und Fehlentscheidungen der an der Bergung beteiligten Behörden sorgten dafür, dass der Brand auf der „Pallas“ zu einer der größten Umweltkatastrophen im nordfriesischen Wattenmeer führen sollte. Gestern vor genau 15 Jahren, am 25. Oktober 1998, fing der italienische Frachter vor der dänischen Küste Feuer. Dänische Rettungskräfte konnten die Besatzung – bis auf den Schiffskoch – bergen, das Schiff trieb danach führerlos in deutsche Gewässer. Der Versuch, die brennende „Pallas“ abzuschleppen, scheiterte. Immer wieder riss die Schleppverbindung, Sturm und hoher Seegang erschwerten die Bergungsarbeiten, und als die leistungsfähige „Oceanic“ endlich zum Havaristen geschickt wurde, war es bereits zu spät: Die „Pallas“ war längst in Gewässer getrieben, die für den Hochseeschlepper zu flach waren. Ein paar Tage später strandete sie schließlich wenige Seemeilen westlich von Amrum.

Etliche hundert Tonnen Schweröl und Diesel liefen aus und landeten an den Stränden von Amrum und vor allem an der Föhrer Südküste. Rund 16 000 Seevögel mussten bei dieser Ölpest ihr Leben lassen – einer vermeidbaren Ölpest, die sich, davon sind die Küstenbewohner überzeugt, jederzeit wiederholen kann. Noch immer warten die Vertreter der Inseln und Halligen auf die Einrichtung einer nationalen Küstenwache, in der alle fünf am Küstenschutz beteiligten Bundesbehörden aufgehen. Das in Cuxhaven installierte Havariekommando ist für sie nur ein erster Schritt. Was fehle, seien geeignete vorbeugende Maßnahmen, um Unfälle wie den der „Pallas“ zu verhindern.

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erstellt am 25.Okt.2013 | 19:20 Uhr

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