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Sternsinger-Aktion auf Föhr : 14 kleine Könige ganz groß

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Katholische Kinder sammelten Spenden (und Naschi) auf der Insel. Eigentlich sollten in diesem Jahr auch evangelische Familien besucht werden. Doch deren Resonanz auf das Angebot war minimal.

Sie sind meistens zu dritt oder zu viert und benehmen sich wie kleine Könige. Sind sie ja eigentlich auch: Kinder, die als König verkleidet von Haus zu Haus ziehen. Die Sternsinger sind im Moment in ganz Deutschland unterwegs, um Spenden für das Kindermissionswerk zu sammeln, eine Organisation der katholischen Kirche. In den ersten Wochen eines jeden Jahres gehen tausende Kinder in ganz Deutschland als die „Heiligen drei Könige“ durch die Städte und Dörfer und geben den Segen „Christus segne dieses Haus“ an die Bewohner einer Wohnung weiter. Im Gegenzug erhalten sie neben der Spende meist noch Süßigkeiten als Belohnung.

Das gesammelte Geld geht jedes Jahr an ein Partnerland der Aktion. Im letzten Jahr waren dies die Philippinen, die stark von einem Hurrikan getroffen worden waren. In diesem Jahr steht Bolivien auf der Liste. Das südamerikanische Land hat mit großer Armut auf dem Land zu kämpfen und die Rechte der Kinder werden dort immer wieder mit Füßen getreten. Nur wenige kommen in den Genuss einer ordentlichen Schulausbildung, viele müssen für die Familie Geld verdienen.

Um dies zu ändern unterstützt das Kindermissionswerk Projekte, die Kindern dabei helfen, in die Schule zu gehen oder sie von der Straße holen. Innerhalb der Projekte lernen die Kinder dann, respektvoll miteinander umzugehen.

Das ist auch das Motto der diesjährigen Sternsingeraktion: „Respekt“. Und mit diesem Thema haben sich auch 14 Kinder von der Insel Föhr beschäftigt. An drei Nachmittagen haben sie überlegt, was Respekt für sie bedeutet, wie man respektvoll miteinander umgeht, und wieso dies in Bolivien nicht immer klappt. Am Sonntag machten sie sich dann in Gruppen auf den Weg, um die Botschaft der heiligen drei Könige in etwa 50 Haushalte zu bringen, trotz kühler Temperaturen und leichtem Nieselregen.
Und das Sammeln hat sich offenbar gelohnt: Mit etwa 1140 Euro wird die katholische Gemeinde St. Marien die Projekte in Bolivien unterstützen.

Die Kinder hatten an der Aktion viel Freude. Fabio Lovizio zum Beispiel meinte: „Wir hatten viel Spaß beim Singen und auch die Gruppe war cool.“ Für Lisabet Olufs war es das erste Mal, dass sie bei der Aktion mitgemacht hat. Durch eine Freundin wurde sie zum Mitmachen animiert und es hatt ihr sichtlich gefallen: „Ich freue mich, dass wir so viele Spenden bekommen haben. Und natürlich viele Süßigkeiten.“ Und auch Aaron Aulbach freute sich über die Ausbeute: „Wir hatten viel Spaß und haben viel Naschi bekommen. Und alle Leute waren sehr nett.“

Auch die Verantwortlichen für das Projekt waren zufrieden: „Natürlich ist es mit so vielen Kindern auch manchmal anstrengend, aber die haben das alle super gemacht und sich gut benommen.“, meinte zum Beispiel Bettina Paluch. Und auch Ingrid Stubenrauch war über das gute Benehmen der Kinder erfreut: „Die waren überhaupt nicht nervig. Es ist toll zu sehen, wie sie von Jahr zu Jahr mehr zusammenwachsen.“

Nur eine Sache hätte aus ihrer Sicht besser laufen können. „Die Zusammenarbeit mit den evangelischen Gemeinden hatten wir uns anders vorgestellt“, meinte Stubenrauch. Zum ersten Mal lagen auch in den evangelischen Kirchen in Nieblum und in Boldixum Listen aus, auf denen man sich für einen Hausbesuch eintragen konnte. Gut angenommen wurden sie aber nicht, nur ein Name war auf ihnen zu finden. Und auch eine Gruppe aus Kindern der evangelischen Gemeinden kam zum Bedauern der Organisatoren von der katholischen Gemeinde nicht zustande.

Aber vielleicht wird das ja im nächsten Jahr besser laufen, wenn wieder Kinder als die heiligen drei Könige von Haus zu Haus ziehen. Dann wird die Aktion bereits zum 18. Mal auf Föhr stattfinden.

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