Tauziehen : 10 Zwerge wieder das Maß aller Dinge

Feucht-fröhlicher Nachmittag: Am Ende gingen fast alle Teams baden.
Feucht-fröhlicher Nachmittag: Am Ende gingen fast alle Teams baden.

Spektakel am Wyker Binnenhafen: Die Bollingstedter Kraftprotze holen sich den Siegerpokal von den „Oevertreckern“ zurück. Die „Flotte Lotten“ verteidigen ihren Titel.

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20. Juli 2015, 12:30 Uhr

Das Ziel: Titelverteidigung. 2009 hatten die „Oevertrecker“ das letzte Föhrer Mannschaftstauziehen über das Wyker Hafenbecken gewonnen und den Wanderpokal nach vielen Jahren wieder auf die Insel geholt. Da sollte er natürlich auch bleiben, der Triumph sollte am Sonnabend bei der 14. Auflage des Events wiederholt werden. Aber die Konkurrenz war hart: Acht weitere Männerteams hatten sich angemeldet, darunter die Mehrfachsieger „10 Zwerge“ aus Bollingstedt.

Für die „Oevertrecker“ kam es ganz hart: Bereits in der ersten Runde scheiterte die Mission Titelverteidigung am starken Team „Rash“. Auch die „Pull Boys“ des Veranstalters Föhr Tourismus GmbH (FTG) landeten schon nach der ersten Runde im Hafenbecken. Die „Oldsumer Hütte“ schlug sich dagegen wacker und zog sich mit vereinten Kräften bis ins Finale. Dort unterlag sie jedoch in einem packenden Zweikampf dem Mitfavoriten aus Bollingstedt.

Bei den Frauen war die Sache eindeutiger: Nur drei Teams hatten sich gemeldet. Die „Flotten Lotten“, Sieger aus dem Jahr 2009, waren wieder Favorit und stellten sich im Finale den „Spontanen 10“, die erst am Freitagabend beschlossen hatten, beim Tauziehen mitzumachen. Zuvor hatten sich diese den Finaleinzug gegen die „Eilun Deerns“ erzogen. Im Entscheidungsziehen hatten sie jedoch keine Chance. Innerhalb von ein paar Sekunden landeten alle nacheinander im Wasser und die „Flotten Lotten“ freuten sich über den erneuten Triumph. Der Schlüssel zum Sieg? „Einfach halten und stehen bleiben! Und wir waren voll motiviert, das macht was aus“, meinte eine „Flotte Lotte“.

Nass wurden die Siegerinnen an diesem Nachmittag dann übrigens doch noch. Denn in einem Zusatzziehen aller drei Frauenteams gegen die „10 Zwerge“ hatten sie nichts mehr zu melden und mussten ebenfalls baden gehen.

Das rund eineinhalbstündige Event wurde von vielen Besuchern, sowohl Einheimische als auch Urlauber, bestaunt. Rund 1500 Menschen waren an den Binnenhafen gekommen, um den Zehnerteams beim Kampf um den Pokal zuzusehen. Für gute Stimmung sorgte DJ Ralli, Holger Knittel führte durch die Veranstaltung.

Um 17.30 Uhr folgte dann die Siegerehrung. Die Sieger durften sich über einen 250-Euro-Gutschein zum Grillen freuen. Die Freude war riesig. Viel Beifall gab es für die Ankündigung von FTG-Geschäftsführer Jochen Gemeinhardt, nächstes Jahr wieder ein Tauziehen veranstalten zu wollen: „Wenn jede der diesjährigen Mannschaften wieder mitmacht, wird es nächstes Jahr eine Neuauflage geben!“

Die Entscheidung, dieses Jahr erstmals seit fünf Jahren wieder das feuchte Event zu veranstalten, war erst vor drei Monaten gefallen. „Es ist eine super Veranstaltung für alle. Hier kommen Urlauber und Einheimische gleichermaßen zusammen und das bedeutet viel für unsere Insel“, meint der FTG-Chef. In Zukunft werde das Tauziehen einen hohen Stellenwert bei der FTG haben, so Gemeinhardt. Es gibt auch schon eine Idee, wie man mehr Mannschaften für das Spektakel bekommen könnte: „Wenn jedes Dorf und jede Stadt eine Frauen- und eine Herrenmannschaft stellen würde, hätten wir schon ein ganz ordentliches Teilnehmerfeld.“

Für einen längeren Atem für die Zuschauer müsste bis dahin auch gesorgt werden: Bereits vor der Siegerehrung leerte sich der Kai zunehmend. Die Party mit der Kurkapelle war offiziell gegen 22 Uhr zu Ende – da waren gerade noch rund 150 Menschen da. Dementsprechend wenig war für die Sanitäter der DLRG zu tun, die während der kompletten Veranstaltung für die Sicherheit der Anwesenden sorgten. Außer ein paar Schürfwunden und einem Betrunkenen war es ein überwiegend ruhiger Nachmittag am Hafen.

Die Tauzieh-Teams ließen sich davon nicht die Laune verderben und feierten ihre Teilnahme ausgelassen – ob früh ausgeschieden oder nicht.

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