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Langenhorns Bürgermeister ohne Stellvertreter : Zwist endet mit Rücktritt

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Sven Kloos fehlte die konstruktive Zusammenarbeit in der Gemeindevertretung. Zugleich konnte der Langenhorner Vize-Bürgermeister seine Probleme mit Gemeinde-Chef Horst Petersen nicht lösen.

shz.de von
erstellt am 28.Okt.2014 | 07:00 Uhr

Wie aus heiterem Himmel traf nicht nur Langenhorns Bürgermeister Horst Petersen die Erklärung seines ersten Stellvertreters. „Ich erkläre hiermit die Rückgabe meines Mandates zum 1. Januar 2015“, sagte Sven Kloos zu Beginn der Gemeinderats-Sitzung. Das betreffe, so ergänzte der Gemeindevertreter, jedoch nicht seine Arbeit als Vorsitzender des Finanzausschusses.

Die Entscheidung begründete er mit diversen Probleme innerhalb der Gemeindevertretung. Seit Beginn seiner Arbeit im Gremium im Jahre 2008 habe es in der Zusammenarbeit unter anderem mit dem amtierenden Gemeinde-Chef massive Differenzen gegeben. In einem Gespräch aller Vertreter unter der Leitung eines Mediators seien die Auslöser erkannt worden. Lösungen sollten in Gruppen erarbeitet werden. Das sei aber nie erfolgt. Eine aktive Verbesserung der interfraktionellen Zusammenarbeit mit dem Bürgermeister habe es nicht gegeben. Was fehlte, sei die konstruktive Zusammenarbeit.

Anfang des Jahres habe es ein Gespräch mit dem Bürgermeister und dem zweiten Stellvertreter Olde Oldsen gegeben. Dabei sei die Informations- und Kommunikationspolitik als ein wesentlich zu verbessernder Handlungspunkt besprochen worden. „Mitte Februar wurde ich als Stellvertreter gefordert, nachdem unser Bürgermeister schwer erkrankte. Doch die nicht ausgeräumten Probleme haben mich viel Zeit und Engagement gekostet, um den Anforderungen einigermaßen gerecht zu werden“, so Kloos weiter. Dabei sei ihm trotz tatkräftiger Unterstützung durch den zweiten Stellvertreter bewusst geworden, dass ihm die Zeit neben seiner hauptberuflichen Tätigkeit als Filialleiter der VR Bank in Joldelund und als Familienvater fehlte. Wären die Probleme im Vorfeld gelöst worden, hätte er es einfacher gehabt. „Ich hatte Olde Oldsen vorgeschlagen, die Posten zu tauschen. Das hat er aber abgelehnt“, so Kloos.

Seine Fraktion, die CDU, müsse sich nun Gedanken um seine Nachfolge machen. „Ich bedaure Deinen Schritt. Ich hätte mir gewünscht, dass Du mal zu mir gekommen wärest“, erwiderte der Gemeinde-Chef. Seine Tür habe immer offen gestanden. Im übrigen habe er alle Informationen sowohl an die Fraktionsvorsitzenden, als auch seine Stellvertreter, jeweils auf kurzem Mailweg weitergeleitet.

Für die heutige Sitzung des Schulverbandes Mittleres Nordfriesland bat der Gemeinde-Chef um ein Votum zum Thema Einrichtung einer gymnasialen Oberstufe an der Gemeinschaftsschule Bredstedt. Darüber wollen die Verbandsmitglieder beraten und entscheiden. Bis auf die Fraktionsmitglieder der SPD sprachen sich alle anderen dagegen aus. Die hervorragenden Angebote der Gymnasien und Beruflichen Fachschulen in Husum und Niebüll, so hieß es, reichten aus. Von der Entfernung her seien den Schülern auch die Fahrten zuzumuten. „Ich finde, wenn die Gemeinschaftsschule Bredstedt die Genehmigung erhält, sollten wir sie als unsere Schule der Region stärken. Für die Schüler wäre das ein optimales Angebot“, hielt Olde Oldsen für die SPD-Fraktion dagegen.

Einstimmig fasste das Gremium den Aufstellungsbeschluss zum Bebauungsplan Nr. 21. „Wir setzen damit die rein vorsorgliche Bauleitplanung zur Sicherung der Flächen für die Zukunft in Gang. Noch haben wir sieben Grundstücke anzubieten“, erläuterte der Bürgermeister. Es gehe um das Gebiet mit den freien Flächen im Bereich Gärtnerweg / Baron-von-Gelting-Weg. Ein Planer könne später bei Bedarf beauftragt werden.


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