zur Navigation springen

Rungholttage auf Nordstrand : Zwischen Mythos und Realität

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Am Freitag (21. August) beginnt auf Nordstrand die achte Auflage der Rungholttage. In diesem Jahr konzentriert sich das Programm mit Vorträgen, Exkursionen und Musik vor allem auf die regionale Sicht.

Wie das Amen in der Kirche gehört das versunkene Rungholt-Gebiet zur Nordstrander Geschichte dazu. „Alt-Nordstrand mit der Rungholt-Region wurde vom Meer verschlungen und immer noch wird Nordstrand vom Meer wieder neu errungen“, sagt Halligfriese und Rungholt-Experte Robert Brauer. Weil das so ist, sollte die Gewalt des Blanken Hans immer wieder neu in das Bewusstsein der Menschen gerückt werden. Nicht umsonst werde der neue Klimaschutz-Deich auf der Halbinsel gebaut. Zudem stelle er auf seinen zahlreichen Exkursionen an die Orte der Vergangenheit fest, dass das Interesse an Rungholt ungebrochen ist.

Einmal mehr hat Brauer hauptverantwortlich mit Vorstandskollegin Cornelia Mertens und Unterstützung der Ehrenamtler des Handels-, Gewerbe- und Vermietervereins (HGV) Nordstrand mit ihrem neuen Vorsitzenden, Jürgen Pöthau, ein interessantes Programm für die mittlerweile achten Nordstrander Rungholttage auf die Beine gestellt. Am kommenden Wochenende ist es soweit. „Wer sich mit Rungholt beschäftigt, hat es mit zwei Dingen zu tun: dem Mythos und der Realität“, erläutert Brauer. Auf beides werde immer wieder in den verschiedenen Veranstaltungen eingegangen.

In den vergangenen Jahren, so berichtet Mertens, hätten viele international anerkannte Wissenschaftler Vorträge zum Thema oder über damit verbundene Zusammenhänge referiert. Das Programm zielt diesmal mehr auf die Betrachtung aus regionaler Sicht ab. „Nordfriesland hat Experten, die sehr viel Wissen einbringen“, stellt der Vereinschef fest. Zum ersten Mal werden dank seiner Kontakte auch musikalische Akzente gesetzt. Kooperiert wird in altbewährter Weise mit den Ehrenamtlern des Nordstrander Heimatvereins. Die Gemeinde- und Kurverwaltung wirken unterstützend mit.

Eröffnet wird das kulturelle Event am Freitag (21. August) um 16.30 Uhr im Saal der Kurverwaltung, Schulweg 4, im ehemaligen Amtsgebäude. Nach der Begrüßung durch Bürgermeister Werner-Peter Paulsen sowie den Vorsitzenden berichtet der ehrenamtliche Leiter des im Hause befindlichen Inselmuseums, Wolf-Dieter Dey, gemeinsam mit Töpfermeister Marcus Borowski über ein Original und seine Nachbildung: Nämlich eines spanisch-maurischen Kruges aus dem Gebiet Rungholts. Danach heißt das Motto „Langer Abend des Inselmuseums Nordstrand“. Jeder Gast hat die Möglichkeit, die vielen Kleinode zu entdecken und Hintergründe über die Historie zu erfragen. Die Freiwilligen stehen zur Beantwortung von Fragen zur Verfügung. Ab 18.15 Uhr wird im Archivraum der Film „Der Sturmflutkelch von Nordstrand“ gezeigt. Ab 20 Uhr startet im Saal des Hauses das Konzert der Gruppe „Deichträumer“. Das Trio gibt es seit 2006. „Die Musik will sich auf kein Genre festlegen lassen, sie macht vor allem Spaß“, sagt Pöthau.

Am Sonnabend (22. August) ab 14 Uhr erzählt der gebürtige Nordstrander Kapitän Karl-Ludwig Petersen aus seinem spannenden Leben. Sein Motto lautet „De Butendieks-Jung vertellt“. 90 Minuten später löst ihn Robert Brauer ab. Er hat seine Erzählungen unter die Überschrift „Aus den Ruinen erblüht neues Leben“ gestellt. Brauer lebte übrigens jahrelang auf der Hallig Südfall und war der erste Nationalparkwart Nordfrieslands. Er kennt Rungholt wie kein Zweiter. Beides kann im Leseraum des Kurmittelhauses im Ortsteil Norderhafen erlebt werden. Ab 18 Uhr geht es im Strandcafé „Halligblick“ mit einem Konzert von Inge Lorenzen weiter. Sie singt englische und irische Lieder in ihrer eigenen Interpretation. Die plattdeutschen Lieder liegen ihr besonders am Herzen. Ab 20 Uhr wird die Spannung steigen, wenn es um die Verleihung des „Siegels von Rungholt“ an eine Person geht, die sich um die Rungholtforschung besonders verdient gemacht hat. Danach referiert der nordfriesische Heimatforscher Albert Panten unter der Überschrift „Rungholt oder die Angst vor der Leere – die Kartenmacher und Chronisten des 17. Jahrhunderts“. Er wird seine Sicht zu den überlieferten Kartendarstellungen von Rungholt erläutern.

Am Sonntag (23. August) geht es ab Badestelle Lüttmoorsiel in den Reußenkögen zu den spektakulären Kulturspuren vor der Hallig Nordstrandischmoor. Diejenigen, die nicht mit ins Watt möchten, können an einer Schiffs-Rundtour teilnehmen. Anschließend soll gemeinsam vor dem Halligkrog gegrillt werden. Einen stimmigen Abschluss wird es am Abend mit einem Fackellauf ab Badestelle Fuhlehörn mit den Ehrenamtlern der Schutzstation Wattenmeer Nordstrand geben. Gestartet wird um 20 Uhr. Weitere Informationen bei Robert Brauer unter Telefon 04842/488 sowie online:

lust-auf-nordstrand.de

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen